Löschdecke für Elektroautos: Feuerwehren in Schleswig-Holstein nutzen norwegische Lösung

Der Kreisfeuerwehrverband Bad Segeberg testet die Bridgehill-Löschdecke bei der offiziellen Übergabe von 116 Decken an die Feuerwehren des Verbandes.©Kreisfeuerwehrverband Bad Segeberg

Bad Segeberg/Larvik, 27. Oktober 2020. Mit der wachsenden Anzahl von Elektroautos auf deutschen Straßen steigt auch die Gefahr von Autobatterie-Bränden. Eine in Norwegen entwickelte und erprobte Spezial-Löschdecke steht seit Kurzem auch deutschen Feuerwehren zur Verfügung.

In Deutschland steigt der Anteil an Elektroautos langsam, aber stetig. Deshalb sehen sich die Feuerwehren immer häufiger mit nur schwer kontrollierbaren Batteriebränden konfrontiert. Im schleswig-holsteinischen Kreis Segeberg kommen daher seit September dieses Jahres die Spezial-Löschdecken der norwegischen Firma Bridgehill zum Einsatz. 116 freiwillige Feuerwehren erhielten je eine der Decken, die Brandausbreitung und Rauchentwicklung schlagartig reduzieren. 

Im Vergleich zu Deutschland ist der Anteil an Elektroautos in Norwegen riesig: 61,5 Prozent der neu zugelassenen Personenkraftwagen im September 2020 waren vollelektrisch. Zusammen mit Plug-in-Hybriden machen Elektroautos bei den Neuzulassungen in Norwegen einen Marktanteil von aktuell mehr als 80 Prozent aus. 

Kein Wunder also, dass die neuartige Löschdecke in Norwegen entwickelt und erprobt wurde, wo das Problem von Batteriebränden schon länger aktuell ist. Die im südnorwegischen Larvik ansässige Firma Bridgehill wollte Abhilfe schaffen und entwickelte eine sechs mal acht Meter große Löschdecke aus Quarzsand, die mehr als 1.000 Grad Hitze standhält – und das 48 Stunden lang. Die Decke wird von zwei Personen über das brennende Fahrzeug gezogen und das Feuer so isoliert. 

In Norwegen wird die Professional-Variante der Löschdecke bereits von ca. 70 Prozent der landesweiten Feuerwehren genutzt, darunter auch vom Feuerwehrverband der Hauptstadt Oslo. Für die Professional- und die ebenfalls erhältliche Standard-Variante der Löschdecke gilt: bei der innovativen Löschmethode entstehen weder giftige Dämpfe noch gelangen gefährliche Stoffe ins Grundwasser.

Feuer in Lithiumbatterien kann nicht gelöscht werden, es muss ausbrennen. Die Löschdecke begrenzt das Feuer auf das brennende Auto.©Kreisfeuerwehrverband Bad Segeberg

Da sich in Brand geratene Lithium-Ionen-Akkus durch eine Art Kettenreaktion immer wieder selbst entzünden, löschen die Decken den Brand zwar nicht sofort komplett. Sie verringern jedoch die Gefahren für Einsatzkräfte und für andere Autos, z.B. in Parkhäusern, signifikant. Zudem verhindern sie den enormen Wasserverbrauch beim konventionellen Löschen und die Gefahr von giftigen Stoffen im Grundwasser. Die Professional-Variante für Feuerwehren kann bis zu 30 Mal eingesetzt werden. 

Die innovativen Löschdecken bestehen komplett aus natürlichen Stoffen und können daher als normaler Abfall entsorgt werden. Auch für brennende Benzin- oder Dieselfahrzeuge sind die Löschdecken einsetzbar. 

Fakten zur Löschdecke:

  • Größe: 6 mal 8 Meter
  • Gewicht: 40 kg
  • Die Decke wird in wenigen Sekunden von zwei Personen über das Auto gezogen, das Feuer ist isoliert.
  • Einfache Anwendung
  • Feuer in Lithiumbatterien kann nicht gelöscht werden, es muss ausbrennen. Dies dauert 12-24 Stunden. Die Löschdecke begrenzt das Feuer auf das brennende Auto, so dass das Feuer sich nicht außerhalb der Batterie ausbreiten kann.
  • Umweltfreundlich, da keine giftigen Dämpfe entstehen und kein Löschwasser genutzt wird, durch das giftige Stoffe ins Grundwasser gelangen können.
  • Zwei Varianten: Standard für den einmaligen Gebrauch, z.B. für Parkhäuser, Hotels, Fähren, Einkaufszentren und Krankenhäuser. Pro-Variante für den mehrmaligen Einsatz, z.B. für Feuerwehren.

Kontakt:
Arne Lüders, Senior Advisor, Innovation Norway, Hamburg
arne.lueders@innovationnorway.no

Weitere Informationen:
TV-Bericht zur Löschdecke im NDR:
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Hilfe-fuer-Feuerwehren-Spezialdecke-fuer-E-Auto-Braende,loeschdecken100.html

Anwendungsvideo des Kreisfeuerwehrverbands Bad Segeberg: 
https://www.youtube.com/watch?v=IUJAX7naNmw&feature=youtu.be

Übergabe der Löschdecken an den Kreisfeuerwehrverband Bad Segeberg:
https://www.youtube.com/watch?v=BybwReq7g3E&feature=youtu.be

BusinessPortal Norwegen veröffentlicht den Beitrag mit freundlicher Unterstützung von Innovation Norway. Innovation Norway ist die wichtigste nationale und internationale Handels- und Wirtschafts­repräsentanz der norwegischen Regierung. Die Organisation betreut norwegische Unternehmen und Start-ups bei der Erschließung neuer Märkte und fördert die Entwicklung einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Wirtschaft. Innovation Norway betreibt Standorte zur Förderung der lokalen Wirtschaft in ganz Norwegen und beschäftigt in 29 Ländern mehr als 700 Mitarbeiter. Geschäftsführer ist Håkon Haugli. Die Büros in Hamburg und München leitet Manuel Kliese.

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