Wizz Air erweitert Streckenangebot in Norwegen und eröffnet zweite Basis in Trondheim

Nach der Ankündigung von Wizz Air, in Norwegen keine Tarifbindung einzugehen, haben verschiedene Organisation zum Boykott der Billigfluglinie aufgerufen. Auch Premierministerin Erna Solberg schloss sich an. Die Crux bei der Sache: Norwegens Staatsfonds ist mit 1,36 Prozent an der Airline beteiligt.©Wizz Air

Trondheim, 22. Oktober 2020: Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air, die in der vergangenen Woche ihren Einstieg in den norwegischen Inlandsmarkt bekanntgegeben hat, sagt seinen Mitbewerbern in Norwegen Norwegian Airline, Widerøe und SAS den Kampf an. Wie das Unternehmen mitteilt, verdoppelt WIZZ jetzt die Kapazität im norwegischen Inlandsnetz mit zwei zusätzlichen Airbus A321neo-Flugzeugen und startet ab dem 17. Dezember 2020 auf sieben weiteren neuen Inlandsstrecken. Außerdem errichtet das Unternehme eine zweite Basis in Trondheim. 

WIZZ bietet norwegischen Passagieren damit eine Alternative auf elf Inlandsstrecken mit Kampfpreisen in Höhe von 99 NOK (weniger als zehn Euro) für einen One-Way-Flug von Oslo, Stavanger, Bergen, Tromsø, Bodø, Trondheim und Ålesund.

Die Reaktion der Passagiere und die Anzahl der Buchungen auf den Inlandsstrecken von Wizz Air in Norwegen hätten alle Erwartungen übertroffen, teilt das Unternehmen mit. Es gebe in Norwegen keinen günstigeren Flug als mit Wizz Air, erklärt das Unternehmen. Tatsächlich bietet die ungarische Airline die niedrigsten Preise in der Luftfahrtindustrie.

Nach dem Markteintritt der Billig-Airline haben norwegische Berufsverbände und Politiker, unter anderem Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg und Oppositionsführer Jonas Gahr Støre, Chef der Arbeiterpartei, zum Boykott der Fluggesellschaft aufgerufen. “Ich werde nicht mit einer Firma fliegen, die sich weigert, sich zu organisieren”, sagte Solberg während der Fragestunde im Storting. Hintergrund war die Äußerung des CEO József Váradi, dass Wizz Air in Norwegen ohne Tarifbindung operieren werde. Darauf kündigte die norwegische Ingenieur- und Technologieorganisation (Nito) mit ihren 91.000 Mitgliedern an, Wizz Air nicht für Geschäftsreisen zu nutzen. Andere Organisationen zogen nach. 

Um die Wogen zu glätten, hat Váradi heute zu einer Pressekonferenz eingeladen. Auf die Frage, ob Wizz Air in Norwegen gut aufgenommen wurde, antwortet Váradi: “Ich würde es nicht als Hochzeitseinladung betrachten.”

Auf die Frage, wie er sicherstellen kann, dass er eine Hochzeitseinladung erhält, antwortet Váradi, dass Wizz Air neue und erschwingliche Möglichkeiten für die Norweger schaffen wird. Er hoffe darauf, dass sich die Norweger und auch die Premierministerin von den Leistungen der Airline überzeugen ließen. “Zweitens müssen wir aus dieser heiklen Debatte herauskommen und uns auf Fakten stützen. Wir machen etwas richtig, sonst hätten wir keine Unterstützung von den besten Investoren erhalten”, sagt Váradi und verweist unter anderem auf den norwegischen Ölfonds Government Pension Fund Global, der 1,36 Prozent der Anteile an der Wizz Air Holdings Plc, London, hält, die ihren Sitz in Jersey hat.

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