Norwegen erhält Schlüsselposition beim EU-Batterieprojekt “Hydra”

Das norwegische Forschungsinstitut SINTEF wird das EU-Batterieprojekt HYDRA koordinieren, die Unternehmen Corvus Energie in Bergen und Elkem ASA, Oslo, sind wichtige Industriepartner.©SINTEF

Bergen/ Vancouver. 19. Oktober 2020 Norwegische Institute und Unternehmen treiben die Batterieentwicklung in Europa voran. Das norwegische Forschungsinstitut SINTEF wurde jetzt von der EU mit der Koordinierung des Batterieforschungsprojekts HYDRA der Europäischen Union beauftragt. Unternehmenspartner sind unter anderem Corvus Energy in Bergen, Tochter des kanadischen Herstellers von Batteriesystemen, und Elkem ASA, Zulieferer von Batterierohstoffen, ein Unternehmen der China National Bluestar. Das Projekt wird mit 9,4 Millionen Euro aus dem Innovationsprogramm „Horizont 2020“ gefördert. Ziel ist die Entwicklung der nächsten Generation nachhaltiger, kostengünstiger und energiedichter Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ionen-Batterien) für Elektrofahrzeuganwendungen (EV). Aus Deutschland ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt an HYDRA beteiligt.

An dem Projekt sind zwölf Partner in ganz Europa beteiligt, deren Fachwissen die gesamte Wertschöpfungskette von Batterien abdeckt – von Materialien bis zum Endverbrauch in Elektrofahrzeugen und Schiffen.

„Hochleistungsfähige und erschwingliche Elektromobilität ist eine Eckpfeilertechnologie zur Reduzierung der Luftverschmutzung in Städten und zur Ermöglichung der Zukunft des grünen Übergangs“, sagt Dr. Simon Clark, Forschungswissenschaftler und Projektkoordinator von SINTEF. „Die Kosten und die Lebensdauer von Elektrofahrzeugen werden maßgeblich vom Akkupack bestimmt, der schwer und teuer sein kann. HYDRA entwickelt fortschrittliche Batteriematerialien, Zellendesigns und Herstellungsverfahren, um diese Herausforderungen auf nachhaltige Weise anzugehen.“

©Corvus Energy

Der Hauptbeitrag und Projektschwerpunkt von Corvus Energy liegt in dem Projekt in der fortgeschrittenen Charakterisierung von Batterien sowie in der Modellierung von Leistung und Lebensdauer. „Wir sind stolz, als einer der Experten für Batterietechnologie in einem so prestigeträchtigen Forschungsprojekt anerkannt zu werden, und wir freuen uns, mit den anderen Projektpartnern zusammenzuarbeiten“, sagt Lars Ole Valøen, Chief Technology Officer bei Corvus Energy. Für Corvus bedeute die Teilnahme an HYDRA, dass die Markteinführungszeit für nachhaltigere Batterien mit höherer Leistung zu geringeren Kosten verkürzt werden kann. 

Elkem liefert Materialen für die Batterieindustrie zu: Graphit für Anoden, Silizium für die Anoden von morgen und Silikonlösungen für Batteriepacks und Module. „HYDRA ist ein wichtiges Projekt, um die nachhaltige Herstellung von Batteriematerialien der nächsten Generation in Europa voranzutreiben, und Elkem freut sich, einen Beitrag dazu zu leisten“, sagt Stian Madshus, Vizepräsident von Elkem Battery Materials Batterieindustrie und der EV-Markt.

Das Projekt startete am 16. September 2020 und wird voraussichtlich über einen Zeitraum von vier Jahren umgesetzt.

Das Entwicklungsprogramm ist nach dem mythische Gestalt mit mehreren Köpfen benannt, weil das HYDRA-Projekt einen mehrköpfigen Ansatz verfolgt.

HYDRA soll Fortschritte bei hybridisierten Batteriematerialien mit modellbasiertem Design kombinieren, um optimierte Designs zu entwickeln, die den Bedarf an Energie und Leistung ausgleichen und gleichzeitig die Kapazität über viele Zyklen beibehalten. Darüber hinaus soll das Projekt ein starkes Engagement von Industriepartnern in der gesamten Wertschöpfungskette von Batterien mobilisieren. Von der Materialentwicklung über die Zellherstellung bis hin zur Verpackungsintegration soll HYDRA Lösungen verfolgen, die machbar, nachhaltig und für die heutigen Anforderungen der Elektromobilitätsbranche relevant sind.

HYDRA wird im Rahmen der Aktivitäten des LC-BAT-5-Clusters mit anderen EU-Batterieforschungsprojekten zusammenarbeiten.

Partner des Projektes sind SINTEF (Koordinator), Université catholique de Louvain (UCLouvain), FAAM-Forschungszentrum, Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR), Nationales Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Kryotechnik und Isotopentechnologien (ICSI) RM Valcea, Solvionic, Corvus Energy AS, Polytechnic Universität Turin, Elkem ASA, Johnson Matthey plc, Universität Uppsala und die französische Kommission für alternative Energien und Atomenergie (CEA).

Kontakt:
Simon Clark
Research Scientist 
Tel.: 413 14 004 
simon.clark@sintef.no

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