Norwegen mit Defizit in der Handelsbilanz auch im September 2020

Handelsbilanz Norwegens©SSB

Oslo, 14. Oktober 2020. Im fünften Monat in Folge erwirtschaftete Norwegen im September ein Handelsbilanzdefizit. Die Warenexporte lagen im September 2020 mit 60,4 Milliarden NOK um 8,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Mit einem Importwert von 68,5 Milliarden NOK führte dies nach Angaben der norwegischen Statistikbehörde SSB zu einem Defizit im norwegischen Außenhandel in Höhe von acht Milliarden NOK. Rohöl, Gas und Gaskondensat machten in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 42,44 Prozent der norwegischen Exporte aus.

Die Außenhandelsstatistik  für September 2020 zeigte nach Erhebungen der Statistikbehörden gegenüber August erneut einen Rückgang des Exportwerts für Rohöl. Die Exporte von Erdgas verzeichneten im September eine Wertsteigerung gegenüber August. Die Exporteinnahmen in den ersten drei Quartalen dieses Jahres fielen gegenüber diesem Zeitraum 2019 allerdings sowohl für Rohöl (-5,8 Prozent) als auch für Erdgas (-41,5 Prozent).

Die Gesamtimporte stiegen im September 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat, was die Statistikbehörde auf hohe Autoimporte im September und auf die Lieferung von drei F-35-Kampfflugzeuge im Wert von 2,3 Milliarden NOK zurückführt. 

Der Importwert von 68,5 Milliarden NOK wird in aktuellen Preisen gemessen und unter anderem von der Entwicklung des Kronenwechselkurses beeinflusst. Der importgewichtete Kronenwechselkurs der Norges Bank zeigt im September 2020 eine Abschwächung der Krone von 5,3 Prozent gegenüber September 2019. Dies bedeutet, dass norwegische Importeure für die Waren, die sie aus dem Ausland kaufen, mehr Kronen zahlen müssen, obwohl sich der Preis in Fremdwährung nicht geändert hat. Die Importpreise, gemessen am Preisindex von Statistics Norway für erstmalige Inlandsverkäufe, stiegen in den letzten zwölf Monaten um 2,4 Prozent.

Festlandexporte©SSB

Der Wert der Importe von Industriemaschinen blieb seit September letzten Jahres praktisch unverändert. Da die Preise für diese Waren gestiegen sind, deutet dies darauf hin, dass das Importvolumen seit dem letzten Jahr zurückgegangen ist.

Der Exportwert von Rohöl lag mit 15,6 Milliarden NOK um 20,9 Prozent unter dem Wert von September 2019. Der Preis von 395 NOK pro Barrel war weitaus niedriger als vor einem Jahr. Das Exportvolumen stieg gegenüber 2019 um 11,2 Prozent.

Der Wert der Erdgasexporte belief sich auf 6,8 Milliarden NOK, eine Steigerung von 8,9 Prozent gegenüber September letzten Jahres. Das Exportvolumen stieg im September um mehr als 50 Prozent. Hintergrund dieses Wachstums ist die Wartung der Felder im September vergangenen Jahres.
Gegenüber August 2020 lag der Gaspreis im September um 43,6 Prozent höher. Der Anstieg ab August setzt sich fort, aber der Preis ist immer noch weit von dem Niveau entfernt, das SSB in den letzten Jahren registriert hat.

Die Exporte auf dem Festland (ohne Öl, Gas und Plattformen) waren mit 37,8 Milliarden NOK um 0,5 Prozent höher als im September letzten Jahres.

Auch die Fischexporte gingen zurück – um 1,6 Prozent auf 8,3 Milliarden NOK. Der Export von frischem Lachs mit Kopf dagegen, das wichtigste Produkt im Bereich Fisch und Meeresfrüchte, brachte mehr ein als im Vorjahr, wobei die Menge unverändert blieb.  

Die Aluminiumexporte setzen den in den letzten Monaten verzeichneten Anstieg fort und erwirtschafteten im September 3,3 Milliarden NOK. Dies ist eine Steigerung von 38,3 Prozent gegenüber September letzten Jahres. Wie SSB mitteilt, ist dies auf eine signifikante Zunahme der exportierten Menge an primären Aluminiumlegierungen zurückzuführen. Der Preis lag etwas niedriger als im Vorjahr. 

Folgende Änderungen hob die Statistikbehörde für September 2020 gegenüber September 2019 in ihrem Bericht hervor.

  • Die Pkw-Importe nehmen im Vergleich zu den niedrigen Werten zu Beginn der Koronakrise weiter zu. Im September 2020 wurden etwas mehr als 17.100 Autos importiert, eine Steigerung von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
  • Insgesamt gingen die Rohöl- und Mineralölimporte im September 2020 um etwas mehr als zwei Milliarden NOK zurück. Der größte Teil davon ist auf geringere Rohölimporte zurückzuführen.
  • Die Importe von Arzneimitteln und Pharmazeutika waren im September um 415 Millionen NOK höher als ein Jahr zuvor. Dies entspricht einer Steigerung von 25,2 Prozent.

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