Dreifachtraktion für Erzzüge von Nordschweden nach Narvik

Als Versuchsfahrt mit Dreifachtraktion ist der Erzzug von Kaunis Iron von Pitkäjärvi (Schweden) nach Narvik (Norwegen) unterwegs. Damit sollen das Zuggewicht erhöht und der Radverschleiß reduziert werden.©David Gubler

Pitkäjärvi, 24. September 2020. In diesem Jahr beförderte die schwedische Railcare den 1000. Erzzug im Auftrag des schwedischen Eisenerzproduzenten Kaunis Iron. Seit 2018 wurden drei Millionen Tonnen Eisenerz vom schwedischen Pitkäjärvi über 226 Kilometer zum norwegischen Hafen Narvik zur Verschiffung transportiert.

Für die Traktion nach Narvik werden vier von der Investmentgesellschaft Bure gemietete Traxx-Lokomotiven mit der automatischen russischen SA3-Kupplung eingesetzt. Die 3.000-Tonnen-schweren Erzzüge werden in zwei täglichen Umläufen in Doppeltraktion gefördert. Doch möchte Kaunis Iron längere und schwerere Züge mit 4.800 Tonnen führen, weshalb Railcare Versuchsfahrten mit dreifacher Traktion aufgenommen hat. Damit soll gleichzeitig der Radverschleiß der vierachsigen Maschinen verringert werden. Der Einsatz von zwei sechsachsigen Transmontana wie bei Green Cargo in Betrieb wäre im Vergleich deutlich wirtschaftlicher. Die IORE-Doppellokomotiven der LKAB  befördern 8.600-Tonnen-schwere-Erzzüge.   

Die Northland Resources als Vorgängerin von Kaunis Iron hatte Konkurs angemeldet, da der finanzielle Aufwand – bevor die Einnahmen flossen – zu groß war. Deren Anlangen wurden inklusive der von Kiruna Wagon gefertigten innovativen Helix-Dumper-Kippwagen von Kaunis Iron übernommen. Sehr wenig umweltfreundlich sind die LKW-Transporte von der Grube in Pajala über 150 Kilometer zum Umschlagsterminal in Pitkäjärvi. Dort werden Bulldozer zur Beladung der Züge eingesetzt.       

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@hispeed.ch

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