European Green Deal: Wintershall Dea fordert Kickstart mit Gas

Beim Polittalk von Wintershall Dea in Berlin wurde auch über den Beitrag Norwegens zur Umsetzung des European Green Deal diskutiert.©Screenshot der Online-Übertragung

Kassel/Berlin, 28. September 2020. Europa kann seine ambitionierten Klimaziele – insbesondere in Zeiten der Pandemie – nur durch den flächendeckenden Einsatz von Erdgas erreichen. „Der so dringend notwendige klimafreundliche Kickstart der europäischen Wirtschaft geht nur mit Gas“, sagt Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender des Öl- und Gaskonzerns Wintershall Dea beim live gestreamten Polittalk „European Green Deal: Kickstart mit Gas“ in Berlin. 

Gemeinsam mit Ulrich Benterbusch, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, und Jens Gieseke, Mitglied des Europäischen Parlaments, diskutierte Mehren in der Berliner Freiheit, wie Europa Energiepolitik mit Erdgas und Wasserstoff zukunftsorientiert, klimafreundlich und ökonomisch erfolgreich gestalten kann.

Zugeschaltet war Norwegens Öl- und Energieministerin Tina Bru, die in einer Keynote die Möglichkeiten und Vorteile des Einsatzes von Erdgas in den verschiedenen Bereichen erläuterte. Insbesondere warb sie für die Nutzung von Erdgas zur Herstellung von Wasserstoff sowie für die Beteiligung Europas am Projekt Langskip, mit dem CO2, das in Industrieunternehmen anfällt, aufgefangen und unter dem norwegischen Festlandsockel gespeichert werden kann. Sauberer Wasserstoff aus Erdgas und sogenanntes Carbon Capture and Storage (CCS) könnten für den Erfolg des Green Deals eine wichtige Rolle spielen, so Bru. Mit diesen innovativen Technologien könnte Europa die eigenen Emissionen deutlich senken. 

In Dänemark ist Wintershall Dea bereits an einer mit nationalen Mitteln geförderten CCS-Machbarkeitsstudie beteiligt. Darüber hinaus arbeitet Wintershall Dea gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) an der Produktion von klimafreundlichem türkisem Wasserstoff aus Erdgas. 

Norwegen sei ein sehr geeigneter Partner bei der Umsetzung des European Green Deals, erklärte Ulrich Benterbusch. Es bestehe ein breites Fundament der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen. Unterschiedliche Auffassungen bestünden in der Verwendung der Energieträger zur Herstellung von Wasserstoff. “Wir setzen auf grünen Wasserstoff, der mit Energie aus erneuerbaren Quellen produziert wird”, sagte der Ministerialdirigent. Norwegen dagegen sieht Erdgas als wichtige Quelle zur Wasserstoffproduktion, so lange erneuerbare Energien nicht im ausreichenden Umfang zur Verfügung stehen.

Auch Jens Gieseke schreibt Norwegen eine relevante Rolle im Bemühen um die Reduzierung der Emissionen zu. In der EU werde die Diskussion um den Einsatz der Energieträger sehr ideologisch geführt, sagte der Europa-Abgeordnete. Am Beispiel Norwegen ließen sich die Vorzüge von Gas beim Übergang zur emissionsfreien Gesellschaft erkennen.   

„Mit Erdgas können wir in Europa heute schon schnell und zu niedrigen Kosten zuverlässig Emissionen senken. Wir können die Industrie wieder ins Rollen bringen und gleichzeitig das Klima schützen – und das sozialverträglich“, erklärte  Mehren. Morgen würde aus Erdgas Wasserstoff produziert. Damit fange Erdgas auf, was die Erneuerbaren noch nicht leisten können. 

Um die Klimainitiative der EU erfolgreich umsetzen zu können, müsse es politische Rückendeckung für CCS geben, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Ein realistischer CO2-Preis sei ebenso notwendig wie die Förderung umfangreicher Investitionen in Technologien. Von der deutschen Ratspräsidentschaft erwartet Mehren Impulse genau in dieser Richtung. Mehrfach betonte Mehren während der Diskussion, dass die Diskussion um den Einsatz der Technologien zur CO2-Reduzierung ergebnisoffen geführt werden müsse und Erdgas nicht von vornherein ausgeschlossen sein darf.

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