Innovation Norway gibt Empfehlungen zur Neustrukturierung der Exportförderung

Oslo, 4. September 2020. Norwegens Wirtschaftsförderagentur Innovation Norway hat im Auftrag des Ministeriums für Handel und Industrie Empfehlungen zur künftigen Struktur der Exportförderung gegeben. Ziel der Neuorganisation der Exportförderung ist es, die Exporte des Landes zu erhöhen, mehr Investitionen im Ausland anzukurbeln und die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit dem Ausland zu verstärken. Der 72-seitige Bericht basiert auf Analysen der Geschäftsbedürfnisse der Unternehmen und einer im Jahr 2020 durchgeführten internationalen Benchmark-Analyse. Die Vorschläge wurden mit Unternehmensverbänden, Clustern, Partnern und einzelnen Unternehmen erörtert.

Im Mittelpunkt der von Innovation Norway vorgeschlagenen neuen Entscheidungs- und Managementstruktur steht die engere Einbeziehung der Geschäftswelt in die Priorisierungs- und Entscheidungsprozesse, erklärt Håkon Haugli, CEO von Innovation Norway. Unternehmen sollen künftig eine zentralere Rolle bei der Umsetzung gemeinsamer strategischer Projekte spielen.

Norwegens Exporte werden von wenigen Branchen dominiert. Norwegen werde seine Wettbewerbsfähigkeit nicht steigern können, ohne dass mehr Unternehmen international wachsen, heißt es in dem Bericht. Das Land müsse daher in Innovation und Entwicklung investieren, um neue und starke Wertschöpfungsketten und Exportunternehmen aufzubauen. 

Das neue Modell soll Marktchancen besser nutzen, um die norwegischen Exporte zu diversifizieren und das Fachwissen an die sich ändernden Bedürfnisse der Geschäftswelt anzupassen. Die Bemühungen müssten sich auf Unternehmen und Bereiche konzentrieren, die die besten Voraussetzungen für den Erfolg haben. Ein koordiniertes Team Norwegen müsse kostengünstig und einfach arbeiten.

Exportwachstum in der EU und EFTA in den vergangenen fünf Jahren

Innovation Norway empfiehlt:
• eine stärkere Exportförderung durch erhöhte öffentliche Finanzierung, höhere Eigenbeteiligung von Unternehmen und die Freisetzung von Ressourcen bei Innovation Norway;
• eine neue Entscheidungs- und Managementstruktur, in der die Geschäftswelt eine zentrale Rolle bei der Validierung von Entscheidung zur Umsetzung wichtiger strategischer Initiativen spielt;
• ein Basisangebot für alle Teile der norwegischen Wirtschaft und Industrie;
• Datengesteuerte Segmentierung und proaktive Exportberatung für Unternehmen mit den besten Voraussetzungen;
• eine Erhöhung der Kapazität und Kompetenz auf den relevanten Exportmärkten durch mehr Spezialisten und Projektbüros sowie eine ständige Präsenz in den größten und relevantesten Exportmärkte;
• eine stärkere Zusammenarbeit im Team Norwegen mit einer klareren Arbeitsteilung, schnelleren Reaktionen und einer engeren Koordination.

Anteil der Warenexporte (außer Öl und Gas) an den wichtigsten Handelspartnern.

Unter anderem schlägt Innovation Norway ein Programm vor, das gezielt auf die Chancen in einzelnen internationalen Märkten ausgerichtet ist. Beispiele für solche großen internationalen Gemeinschaftsprojekte können Technologie für Offshore-Wind in Japan sein, für den Bau von Holzgebäuden in Deutschland, Gesundheitstechnologie in Singapur und Kanada, Agrartechnologie in Ostafrika und Technologie für umweltfreundliche Schifffahrt in großen maritimen Ländern.

Lesen Sie hier den Bericht mit Vorschlägen zur Stärkung der Exportförderung Norwegens (in norwegischer Sprache).

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