Deutsch-norwegisches Stromkabel NordLink darf nur mit Mindestkapazität von 11,7 Prozent starten

Das Stromkabel NordLink zwischen Deutschland und Norwegen darf im kommenden Jahr entsprechend deutscher Vorgaben nur mit einer Durchlasskapazität von 11,7 Prozent starten. Im Bild: NordLink-Seekabelverlegung im Bereich der deutschen Nordsee im August 2018.©NordLink

Oslo, 1. September 2020. Das Stromkabel NordLink, das ab dem nächsten Jahr den Stromaustausch zwischen Deutschland und Norwegen ermöglicht, wird mit einer Durchlasskapazität von nur 11,7 Prozent bzw. 164 MW starten. Tatsächlich kann das “grüne Kabel” 1.400 Megawatt erneuerbarer Energie übertragen. Bis 2026 soll die Kapazität schrittweise auf 70 Prozent steigen. Wie der norwegische Übertragungsnetzbetreiber Stattnet, der zu 50 Prozent an NordLink beteiligt ist, mitteilt, gebe es auf deutscher Seite für die ersten Betriebsjahre Einschränkungen für NordLink im deutschen Stromnetz. “Wir sind grundsätzlich enttäuscht, dass das Mindestniveau so niedrig ist, aber dies liegt leider außerhalb der Kontrolle von Statnett”, erklärt Gunnar G. Løvås, Executive Vice President von Statnett.

Mit dem NordLink-Kabel kann deutsche Wind- und Sonnenenergie nach Norwegen und norwegische Energie aus Wasserkraft nach Deutschland transportiert werden. Am 2. September ging der erste Strom durch das Kabel. Wie Statnett mitteilt, wurde der Strom mit einer Leistung von 70 Megawatt von Norwegen nach Deutschland und mit einer entsprechenden Kapazität zurück übertragen. Statnett und TenneT werden ab September damit beginnen, IT- und Handelslösungen auf der NordLink-Verbindung zu testen. Ab Dezember müssen alle Systeme für den Testbetrieb bereit sein.

Nach europäischen Vorschriften müssen bis Ende 2025 mindestens 70 Prozent der Kapazität kritischer Netzeinrichtungen für den grenzüberschreitenden Handel auf dem Markt verfügbar sein. Die Kapazität kann auch höher sein. Beim der jetzt genehmigten Durchlass handelt es sich um die Mindestkapazität, die in allen Situationen erforderlich ist.

Die Handelskapazität für NordLink wird an den Spot- und Intraday-Markt für den Stromhandel vergeben. Die Kapazität variiert aufgrund der Kapazitätsberechnungen von TenneT und Statnett von Tag zu Tag. Auf deutscher Seite berücksichtigen die Berechnungen die Verpflichtungen des deutschen Aktionsplans für die Kapazität im Stromnetz.

Dies bedeutet, dass mindestens ein bestimmter Prozentsatz pro kritischer Netzwerkeinrichtung für den grenzüberschreitenden Handel angeboten wird, was wiederum Kapazität für die internationalen Verbindungen bietet. Die deutschen Behörden haben das norwegische Ministerium für Erdöl und Energie in einem Schreiben darüber informiert, wie die Kapazität von NordLink in der Übergangszeit bis Ende 2025 gehandhabt wird.

“Für uns ist es natürlich wichtig, dass uns eine Mindestkapazität für das neue Stromkabel garantiert wird, und wir wissen, dass dies auch für norwegische Akteure auf dem Strommarkt wichtig ist”, erklärt Løvås. “Daher ist es gut, dass wir jetzt Klarheit darüber erhalten haben, welche Mindestkapazität die deutsche Seite bereitstellen kann, und wir wissen, dass dies Informationen sind, auf die die Spieler gewartet haben.” Gleichzeitig gehe Stattnet davon aus, dass häufig deutlich mehr Kapazität als dieses Mindestniveau angeboten wird. Das Ziel des Unternehmens bestehe darin, dem Markt jederzeit die größtmögliche Kapazität anzubieten.

Entwicklung der Mindestkapazität für NordLink (in Prozent)

JahrProzentuale Mindestkapazität für Netzwerkeinrichtungen, die für NordLink von den deutschen Behörden bereitgestellt werden
20200
202111,7
202223,3
202335,0
202446,7
202558,3
Ab 202670,0

NordLink kann mit einer Kapazität von 1.400 Megawatt (MW) mehr als 3,6 Millionen deutsche Haushalte ein Jahr lang mit erneuerbarer Energie versorgen. Das entspricht in etwa der Einspeiseleistung von 466 Windkraftanlagen zu je 3 MW. Damit liegt die Kapazität des Interkonnektors etwas über der eines großen konventionellen Kraftwerks.

Finden Sie hier weitere Informationen zu NordLink.

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