Norwegens Siliziumhersteller Elkem plant Graphitproduktion im Industriepark Herøya

Das norwegische Unternehmen Elkem will eine wichtige Position beim Aufbau einer europäischen Batterieproduktion einnehmen. Im Industriepark Herøya soll ein neues Werk zur Graphitproduktion entstehen.©Elkem

Oslo/Herøya, 19. August 2020. Der norwegische Silizium-Hersteller Elkem ASA wird im Industriepark Herøya eine Großanlage zur Herstellung von Batteriegraphit bauen. Wie der Konzern mitteilt, zielt das Projekt mit dem Namen Northern Recharge darauf ab, die schnell wachsende Batterieindustrie durch einen wettbewerbsfähigen Produktionsprozess zu versorgen und Batterien mit geringeren CO2-Emissionen umweltfreundlicher zu machen.

Gegenwärtig baut Elkem in Kristiansand, Norwegen, eine Pilotanlage für Batteriegraphit. Das Pilotprojekt, in das das Unternehmen 65 Millionen NOK investiert, soll den Produktionsprozess erproben und die Produkte qualifizieren. Die Eröffnung wird für Anfang 2021 erwartet.

Basierend auf den Schlussfolgerungen des Pilotprojekts will Elkem mit seinem Projekt Northern Recharge die Grundlage für eine wettbewerbsfähige industrielle Produktion bewerten. Das Projekt hat nun den Herøya Industrial Park, einen der größten Industrieparks in Norwegen, als Standort für eine potenzielle Großanlage ausgewählt. „Die Produktion von Batteriematerialien ist eine der größten Wachstumschancen von Elkem. Die Nachfrage nach Batterien steigt aufgrund des rasanten Wachstums der Elektrifizierung im Verkehr und des zunehmenden Bedarfs an Energiespeichern in einer nachhaltigen Zukunft. Dies erfordert neue Produktionskapazitäten für Batteriematerialien, und wir sehen erhebliche Chancen für ein spezialisiertes Produkt mit einem grünen Fußabdruck“, sagt Michael Koenig, CEO von Elkem.

Graphit ist das führende Anodenmaterial in Lithium-Ionen-Batteriezellen. Die Nachfrage wird bis 2030 voraussichtlich um mehr als das Zehnfache steigen. Elkems Northern Recharge-Projekt zielt darauf ab, auf diesem Markt eine starke Position einzunehmen. Das Unternehmen will zu einer starken europäischen Batterieindustrie beizutragen und einen neuen Bereich für die norwegische Exportindustrie auf der Grundlage erneuerbarer Wasserkraft etablieren.

„Es ist eine Freude bekannt zu geben, dass wir den Herøya Industrial Park als Standort für unser Northern Recharge-Projekt ausgewählt haben. Dies ermöglicht es uns, eine äußerst kostengünstige Anlage mit gutem Zugang zu erneuerbaren Energien zu bauen, die den CO2-Ausstoß im Vergleich zu Alternativen auf der Basis fossiler Energie möglicherweise um 90 Prozent senkt. Wir sichern uns auch die Nähe zu unserer Pilotanlage und zu international führenden Forschungsumgebungen innerhalb der Materialtechnologie“, erklärt Stian Madshus, Vice President für Elkem Battery Materials.

Die endgültige Investitionsentscheidung soll 2021 erfolgen. Das Unternehmen lädt Industrie- und Finanzpartner zur Teilnahme an dem Projekt ein.

„Das Northern Recharge-Projekt von Elkem zeigt das enorme Potenzial, das wir in Norwegen haben, um Schlüsselpositionen in der Wertschöpfungskette von Batterien einzunehmen. Andere Länder positionieren sich jedoch ebenfalls so, dass sie umweltfreundliche Investitionen anziehen. Damit Norwegen sein Potenzial ausschöpfen kann, müssen sich öffentlich-private Partnerschaften, öffentliche Unterstützungsmechanismen und unterstützende Maßnahmen mit ausreichender Geschwindigkeit und Größe entwickeln, damit wir in diesem globalen Wettbewerb gewinnen können“, sagt Moss.

Wiederaufladbare Batterien werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, von Unterhaltungselektronik über Elektrofahrzeuge bis hin zu Batteriespeicherkraftwerken. Graphit als Anodenmaterial macht etwa zehn Prozent des Batteriegewichts aus. Neben der Lieferung von Batteriematerial ist Elkem ein Anbieter von fortschrittlichen Silikonlösungen für Batteriepacks, Schutz der Elektronik und Kabelschutz.

Elkem wurde 1904 gegründet und ist einer der weltweit führenden Anbieter von fortschrittlichen Materialien auf Siliziumbasis. Das Unternehmen ist in der gesamten Wertschöpfungskette von Quarz bis zu Spezialsilizium tätig.

Der Industriepark Herøya ist einer der größten Industrieparks in Norwegen und befindet sich in der Gemeinde Porsgrunn in Telemark, 150 km südlich von Oslo und 170 km östlich von Kristiansand. Mit seiner strategischen Lage an der Küste im äußersten Süden Norwegens verfügt der Industriepark Herøya über schnelle und effiziente Verbindungen zu Europa und dem Rest der Welt. Rund 80 Unternehmen mit rund 2.500 Mitarbeitern haben sich im Industriepark Herøya niedergelassen.

Kontakt:
Odd-Geir Lyngstad, VP Finanzen & Investor Relations
Tel.: +47 976 72 806
odd-geir.lyngstad@elkem.no

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