Spionagefall bei DNV GL in Norwegen

Høvik, 18. August 2020. Am 15. August wurde ein Mitarbeiter des Klassifizierungs- und Zertifizierungsunternehmen DNV GL vom norwegischen Polizeisicherheitsdienst (PST) festgenommen und wegen Spionage angeklagt. Er war im Geschäftsbereich Öl und Gas beschäftigt. Wie der Mann bestätigte, habe er Informationen an einen Mitarbeiter der russischen Botschaft weitergegeben und dafür Geld erhalten.

DNV GL erklärte, dass der Mitarbeiter keine Sicherheitsüberprüfung hatte und daher nicht an Projekten für die Verteidigungsindustrie, die norwegischen Streitkräfte oder andere Regierungsbehörden gearbeitete, bei denen die Sicherheitsüberprüfung eine Voraussetzung ist. Er hatte seit einigen Jahren Management-Verantwortung  und arbeitete während seiner Zeit bei DNV GL an einer begrenzten Anzahl von Projekten – hauptsächlich im Bereich der Materialtechnologie. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme leitete er ein gemeinsames Industrieprojekt zum 3D-Druck.

Nach Angaben von DNV GL wurden alle relevanten Kunden kontaktiert. Aufgrund des sensiblen Charakters der Untersuchung legt das Unternehmen derzeit keine weiteren Informationen offen.

Die Mitarbeiter des DNV GL seien vertraglich zur strengen Vertraulichkeit der Kunden verpflichtet und werden vor der Einstellung einer Hintergrundprüfung unterzogen, teilt das Unternehmen weiter mit. Alle Mitarbeiter erhielten während ihrer gesamten Karriere im Unternehmen eine obligatorische Schulung zur Meldung von tatsächlichem oder vermutetem Fehlverhalten, einschließlich Bedenken in Bezug auf Bestechung, Betrug, Arbeitsbeschwerden, Diskriminierung und andere ethische Fragen. Die IT-Systeme entsprächen internationalen Standards für Cybersicherheit und Datenschutz, einschließlich Routinen für den Zugriff auf Dokumente.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

CCUS braucht Regulierung, Infrastruktur und First Movers