Norwegens Premierministerin legt Grundstein für neue STIM-Zentrale und Bakteriophagenfabrik

Premierminister Erna Solberg legte den Grundstein für die neue Hauptzentrale und Bakteriophagenfabrik der STIM AS, einem Unternehmen, das sich u.a. mit dem Einsatz von Bakteriophagen zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz beschäftigt.©Regjeringen.no

Leknes, 7. August 2020. Norwegens Premierministerin Erna Solberg legte am 7. August in Storeideøya auf den Lofoten den Grundsteins für eine neue Unternehmenszentrale der  STIM AS mit einer angeschlossenen Forschungsabteilung und einer  Bakteriophagenfabrik. Das Unternehmen beschäftigt sich vor allem damit, wie Bakteriophagen (Viren, die Bakterien infizieren und abtöten) im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien eingesetzt werden können. Unter Forschern besteht die feste Überzeugung, dass dieses Virus bahnbrechend sein kann, um antibiotikaresistente Bakterien zu knacken. 

STIM verfügt über eine eigene Forschungsabteilung, die in Zusammenarbeit mit der norwegischen Universität für Umwelt- und Biowissenschaften in Ås Pionierarbeit bei der Verwendung von Bakteriophagen zur Bekämpfung unerwünschter Bakterien in der Aquakulturindustrie als Alternative zu Antibiotika leistet.

Schätzungen der europäischen Gesundheitsbehörden zufolge bereits 33.000 Menschen jährlich an den Folgen einer Antibiotikaresistenz sterben. Bakteriophagen können eine der Lösungen für dieses globale Problem sein.

“Durch kontinuierliche Bemühungen ist es STIM gelungen, mithilfe von Batteriephagen bestimmte Bakterien zu infizieren und abzutöten”, sagte Solberg während der Grundsteinlegung. “Dies ist eine bahnbrechende Forschung, die die Lofoten und Norwegen auf die internationale Landkarte bringt.”

Norwegen beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit Antibiotikaresistenzen. 2012 hat sich das Land das Ziel gesetzt, den Einsatz von Antibiotika in der Bevölkerung bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren. Tatsächlich wurde eine Reduzierung um 35 Prozent erreicht.

“In einer verflochtenen Welt sind wir auch darauf angewiesen, dass unsere Handelspartner ihren Einsatz von Antibiotika reduzieren. Aus diesem Grund arbeiten wir gezielt daran, den Einsatz von Antibiotika sowohl durch die Vereinten Nationen als auch durch die WHO zu reduzieren”, so die Premierministerin. Die norwegische Fischzucht habe diese Aufgabe sehr ernst genommen. Seit den 1980er Jahren wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Impfstoffe zu entwickeln und Krankheiten vorzubeugen. Die norwegische Fischzucht habe den weltweit niedrigsten Antibiotikakonsum. “Darauf sollten wir stolz sein”, sagte Solberg.

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