Norwegens Hauptstadt Oslo mit hohen Corona-Infektionszahlen

Zur Eindämmung der besorgniserregenden Infektionsentwicklung in Oslo hat der Stadtrat mehrere Maßnahmen verabschiedet. Im Wohnviertel Sørenga im Stadtzentrum wurden Markierungen angebracht, um die Menschen daran zu erinnern, Abstand zu halten. Die Einhaltung des Alkoholverbots in Parks soll stärker kontrolliert werden. ©BPN

Oslo, 11. August 2020. Norwegens Hauptstadt Oslo verzeichnet eine erhöhte Anzahl von Infektionen und eine schnellere Ausbreitung des Corona-Virus als in anderen Kommunen des Landes. Der Infektionsdruck in Oslo ist tatsächlich höher als die Infektionsanforderungen der norwegischen Behörden für andere Länder und Regionen, zitiert e24 Vertreter anliegender Gemeinden. Würde Oslo in Schweden liegen, wäre die Kommune jetzt schon mit “Rot” gekennzeichnet. Der Osloer Stadtrat Raymond Johansen erklärte in einer Pressekonferenz: “Jetzt ist Oslo rot, also müssen wir damit rechnen, dass mehrere Gemeinden in der Umgebung besorgt sind, und ich auch.” Ein besonderes Problem sei das Verhalten junger Menschen in den Parks der Stadt, die nach dem Konsum von Alkohol die Abstandsregeln nicht mehr einhalten, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Es gilt ein Alkoholverbot in öffentlichen Parks und anderen Einrichtungen.

Um der zunehmenden Infektion und Verbreitung des Corona-Virus in Oslo zu begegnen, erhöht der Stadtrat die Kapazität des Gesundheitswesens. Außerdem erhalten die Bewohner die Möglichkeit, Termine für Corona-Test über die Website der Gemeinde Oslo zu bestellen. Auch verschärfte Schutzmaßnahmen wurden eingeführt. Am Fähranleger in Filipstad wird unter anderem eine Teststation für Passagiere eingerichtet, die mit der Fähre aus Kiel anreisen. “Wir bereiten uns auf eine Situation vor, in der Infektionen und Ausbreitung stark schwanken können”, sagt Stadtrat Raymond Johansen.

Neuen Maßnahmen der Stadt Oslo zur Begrenzung der Infektion und der Verbreitung des Coronavirus:

  • Testpatrouillen: Es werden separate Fieberpatrouillen eingerichtet, die zu denen nach Hause kommen können, die getestet werden müssen, aber selbst nicht zu den Teststationen gelangen können;
  • Allen 53.000 Beschäftigten in der Gemeinde Oslo wird empfohlen, im Homeoffice zu arbeiten. Damit sollen Überfüllungen bei Bussen, Bahn und Straßenbahnen verhindert werden. Diese Empfehlung gilt auch für andere öffentliche und private Unternehmen der Stadt. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel soll weit wie möglich vermieden werden. 

In dem neu gebauten Wohnviertel Sørenga im Stadtzentrum wurden Markierungen angebracht, um die Menschen daran zu erinnern, Abstand zu halten. Ähnliche Maßnahmen sind für mehreren Parks geplant. Lan Marie Berg, Ratsmitglied der Umwelt- und Verkehrsbehörde, erinnerte daran, dass es nicht erlaubt ist, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Jetzt müsse jeder Verantwortung übernehmen, so Berg.

Am 14. August will sich die Regierung zur Verwendung von Mund- und Nasenmasken im öffentlichen Verkehr äußern. Bisher gibt es hierzu keine Verpflichtung. Allerdings lehnen zwei von zehn Norwegern einen Mund- und Nasenschutz ab, so eine Umfrage von YouGov for Pharmacy nach Angaben der Online-Apotheke Farmasiet. 17 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren wollen sich weigern, einen Mundschutz zu tragen, auch wenn dies zur Pflicht wird, informiert der

Mit einer solchen Empfehlung zum Tragen von Mund- und Nasenschutz sollte es auch ein System geben, das sicherstellt, dass jeder einfachen Zugang zu freien Masken hat, forderte Johansen.

Finden Sie hier aktuelle Informationen zur Corona-Infektionsentwicklung in Oslo.

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