ESA genehmigt staatliche Beihilfen für CCS-Projekt in Norwegen in Rekordhöhe

Die CCS-Kette von der Abscheidung von Kohlendioxid in Industrieunternehmen über den Transport bis zur Speicherung in Norwegen.©Northern Lights

Brüssel, 17. Juli 2020.  Die EFTA-Überwachungsbehörde ESA gab heute die Genehmigung staatlicher Beihilfen für den Bau und den Betrieb eines umfassenden CO2-Managementprojekts in Norwegen bekannt. Die Genehmigung der ESA ist erforderlich, um das Gesamtprojekt gemäß den Vorschriften für staatliche Beihilfen durchzuführen. Die Behörde billigt staatliche Beihilfen bis zu 2,1 Milliarden Euro. Dies ist die größte staatliche Einzelbeihilfe, die jemals von der EFTA-Überwachungsbehörde (ESA) genehmigt wurde.

Die Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff (CCS) wurde von der Europäischen Union als Schlüssel zur Verringerung der schädlichen Umweltauswirkungen von kohlenstoffintensiven Sektoren (wie dem Baugewerbe) anerkannt, in denen Emissionen schwer zu vermeiden sind, heißt es in einer Pressemitteilung der ESA. „Dieses CCS-Projekt ist ein bahnbrechender Schritt zur Bekämpfung des Klimawandels – ein Thema, das uns alle betrifft. Der Schutz der Umwelt steht im Mittelpunkt der europäischen Agenda, und die ESA freut sich, mit Norwegen und der Europäischen Kommission zusammenzuarbeiten, um Wege zu finden, um dieses wichtige Ziel zu unterstützen“, sagte Bente Angell-Hansen, Präsident der ESA.

Das genehmigte Projekt ermöglicht die Errichtung von Anlagen zur Kohlenstoffabscheidung in der Zementfabrik Norcem in Brevik und der Müllaufbereitungsanlage Fortum Oslo Varme. Das eingefangene CO2 soll dann tief unter dem Meeresboden in der Nordsee transportiert und gespeichert werden. Dieser Teil des Prozesses soll von Northern Lights, einem Joint Venture zwischen Equinor, Shell und Total, umgesetzt.

Das Full-Scale-CCS-Projekt, das erste seiner Art unter Einbeziehung der Industrie in Europa, benötigt ein Budget von bis zu 2,57 Milliarden Euro (27,6 Mrd. NOK) zur Finanzierung der Anlagen und der 10-jährigen Betriebsdauer. Die norwegische Regierung würde rund 80 Prozent des geschätzten Budgets des Projekts übernehmen, die Industrie 20 Prozent. Das norwegische Parlament muss diesen Zuschuss, der im Staatshaushalt 2021 eingespeist werden soll, noch genehmigen. 

Norwegens Regierung hat das Ziel, eine kostengünstige Lösung für ein umfassendes CO₂-Management in Norwegen zu realisieren, da dies eine technologische Entwicklung in einer internationalen Perspektive ermöglicht. Norcem und Fortum Oslo Varme haben vorläufige Projektstudien zur CO₂-Abscheidung in ihren Einrichtungen durchgeführt. Equinor, Shell und Total haben ihre Pilotprojektstudie zum Transport und zur Lagerung von CO₂ abgeschlossen.

“Ich freue mich, dass die Genehmigung staatlicher Beihilfen für das CO2 -Managementprojekt jetzt vorliegt. Wir haben konstruktive Verhandlungen mit den Akteuren der Branche geführt und gute Lösungen für Probleme gefunden, die noch niemand zuvor gelöst hat. Parallel dazu haben wir einen Dialog mit der ESA geführt, um sicherzustellen, dass die Lösungen den Vorschriften für staatliche Beihilfen entsprechen. Wir arbeiten jetzt daran, alle Teile der Entscheidungsgrundlage zu vervollständigen, damit das Storting im Zusammenhang mit dem Staatshaushalt für 2021 zu dem Projekt Stellung nehmen kann”, sagt die Ministerin für Erdöl und Energie, Tina Bru.

Das Beratungsunternehmen Carbon Limits hat untersucht, welche Bedeutung das norwegische CCS-Projekt für die Erreichung eines CO2-neutralen Europas hat. Der Bericht wurde dem norwegischen Energieministerium am 17. Juli übergeben.

Lesen Sie hier mehr über das CCS-Projekt in Norwegen.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Corona-Krise löst in Norwegen Digitalisierungsboom im Gesundheitswesen aus