Neues Glasfaserkabel nach Dänemark soll Norwegen mehr Netz-Sicherheit bringen

Das von Telia Carrier betriebene Glasfasernetzwerk. Ab 2022 soll eine neue Verbindung zwischen Kristiansand in Norwegen und Esbjerg, Dänemark, dazukommen. @Telia Carrier

Oslo, 13. Juli 2020. Nach einem Ausschreibungsverfahren hat die norwegische Kommunikationsbehörde Nkom einen Vertrag mit Telia Carrier Norway AS, einem Tochterunternehmen der schwedischen Telia Carrier, unterzeichnet, um eine neue sichere Route für die elektronische Kommunikation zwischen Norwegen und dem Ausland einzurichten. Der Vertrag hat einen Umfang von rund 29 Millionen Kronen.

Heute erfolgt der größte Teil des Internetverkehrs aus Norwegen über zwei Routen durch Schweden. Um die Störanfälligkeit zu vermindern oder – im schlimmsten Fall – wenn alle Verbindungen über Schweden unterbrochen werden, erweitert die norwegische Kommunikationsbehörde die Netzinfrastruktur nun um eine neue sichere Route.

Die neue Route wird von Oslo über Kristiansand nach Esbjerg, Dänemark, verlaufen und dort in das gesamteuropäische Netz von Telia Carrier eingebunden. Die Route umfasst zwei neue PoP-Standorte (Point of Presence), unabhängig von den vorhandenen PoPs von Telia Carrier, im Rechenzentrum OS-IX (Oslo Internet Exchange) in Oslo und auf dem Hyperscale N01 Campus in Kristiansand, die beide im Besitz des norwegischen Kommunikationsanbieters Bulk Infrastructure sind. Bulk ist ein führender Anbieter von digitaler Infrastruktur in den nordischen Ländern und ist beim Bau des Unterwasserkabels „Havsil“ als Subunternehmer tätig. Anfang 2022 soll die Verbindung in Betrieb gehen.

„Mit dieser Vereinbarung ermöglichen wir täglich eine stärkere geografische Verteilung des Verkehrs zwischen Norwegen und dem Ausland und stellen auch sicher, dass unsere nationalen Bedürfnisse berücksichtigt werden, falls schwerwiegende Zwischenfälle auftreten, die den bestehenden internationalen Verkehr nach Schweden beeinträchtigen“, sagte Elise K. Lindeberg. Direktorin der Sicherheitsabteilung der norwegischen Kommunikationsbehörde.

„Das Havsil-Kabel wird die kürzeste Route sein, die Norwegen mit Kontinentaleuropa verbindet, und es verbessert die Vielfalt, indem die traditionellen Glasfaserrouten vermieden werden. Ich freue mich sehr, einen Tier-One-Carrier wie Telia Carrier an unseren Standorten begrüßen zu dürfen, an denen wir gemeinsam die nordischen Länder mit einer nachhaltigen Infrastruktur ausstatten“, so Peder Nærbø, Gründer und Vorsitzender von Bulk Infrastructure.

Die neue Route soll auch bestehende und geplante Rechenzentren in der Region Südnorwegen mit modernster Technik an den europäischen Kontinent anbinden.

Norwegens Regierung hat einhundert Millionen NOK für Glasfaserkabel im Ausland bereitgestellt. Neben dem Glasfaserkabel zwischen Oslo-Kristiansand und Eisberg befindet sich gegenwärtig auch das Skagen Fiber West zwischen Larvik (Norwegen) und Hirtshals (Dänemark) im Bau. Es soll Ende September 2020 in Betrieb genommen werden. Ein weiteres neues Glasfaserkabel wird zwischen Stavanger (Norwegen) und Newcastle (England) installiert.

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