Norwegen auf Platz drei im weltweiten Ländervergleich zu autonomen Fahren

In Norwegen werden autonome Busse bereits auf mehreren Linien eingesetzt. Im Bild ein selbstfahrender Bus in Kongsberg, der zwischen dem Bahnhof und dem Technologiepark verkehrt.©Applied Autonomy AS

Oslo, 7. Juli 2020. Norwegen gehört zu den Ländern mit den besten Bedingungen für autonomes Fahren. Im Autonomous Vehicles Readiness Index der Unternehmensberatung KPMG, der 30 Länder nach 28 Kriterien zu autonomen Fahren bewertet, liegt Norwegen hinter Singapur und den Niederlanden auf Platz drei. Deutschland belegt Platz 14. 

Norwegen sei der Entwicklung weit voraus, sagt Ståle Hagen, Leiter des Transport- und Mobilitätssektors von KPMG. Das Land punktet vor allem in Bezug auf die Infrastruktur, die Einstellung der Öffentlichkeit zu selbstfahrenden Fahrzeugen sowie bezüglich des technologischen und innovativen Umfeldes. Als weit fortgeschritten bewertet der Bericht außerdem die norwegische Gesetzgebung im Bereich autonomes Fahren.

“Norwegen verfügt über ein interessantes Technologieumfeld mit starker internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Für Norwegen bedeutet das viel, weil sie mit Technologien arbeiten, die den norwegischen Bedingungen standhalten. Die Entwicklung von Autos, die auf vereisten norwegischen Winterstraßen in den Distrikten selbst fahren können, ist eine ganz andere Herausforderung als auf den Autobahnen im sonnigen Kalifornien”, betont Hagen.

Der Bericht von KPMG bescheinigt der norwegischen Politik Offenheit und großes Engagement für die Technologie. So wurde die Höchstgeschwindigkeit für selbstfahrende Fahrzeuge im vergangenen Jahr von 16 auf 20 Stundenkilometer erhöht. Allerdings landet Norwegen bei dem Kriterium “politisches Umfeld für die Technologie des autonomen Fahrens” lediglich auf Platz 10 der 30 von der Umfrage erfassten Länder.

“Es wird ein bisschen wie das erste Elektroauto sein, das zu seiner Zeit in vielerlei Hinsicht eine Kuriosität war. Heute sehen wir, wie es sich entwickelt hat: Elektroautos sind zur Normalität geworden, und in vier bis fünf Jahren werden wir wahrscheinlich nur emissionsfreie Autos kaufen. Ich denke, wir können einen ähnlichen Trend bei selbstfahrenden Fahrzeugen beobachten, und dann ist es wichtig, dass wir eine technologische Umgebung haben, die diese Entwicklung vorantreiben kann“, sagt Verkehrsminister Knut Arild Hareide während eines Besuches in Kongsberg. „Dafür brauchen wir kommerzielle Befugnisse, und die Öffentlichkeit muss einbezogen werden und Verantwortung übernehmen.”

V.l.: Verkehrsminister Knut Arild Hareide, Ståle Hagen, Leiter Verkehr und Infrastruktur bei KPMG, Jonny Haugen, Ingenieur, und Olav Madland, CEO bei Applied Autonomy AS©Tina Edvardsen

In Kongsberg fährt ein autonomer Bus regelmäßig zwischen dem Bahnhof und dem Technologiepark. Diese Buslinie ist eines von zwei Projekten des norwegischen Start-up-Unternehmens Applied Autonomy AS. Das Unternehmen entwickelt Lösungen, die es ermöglichen, autonome Fahrzeuge im normalen Verkehr als auch in verschiedenen anderen Logistikbereichen einzusetzen. Das 2017 gegründete Unternehmen, ein Joint Venture der Kongsberg Innovation AS, des Transportdienstleisters Vy und des Unternehmers Olav Madland, Gründer und CEO von Applied Autonomy AS, hat bereits Exportverträge mit Lettland und Österreich abgeschlossen. 

Finden Sie hier den Autonomous Vehicles Readiness Index (AVRI) von KPMG.

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