Erneuter Stopp für Norwegens Corona-App “Smittestopp”

Die norwegische App Smittestopp darf aus Datenschutzgründen vorerst nicht weiter verbreitet werden.©FHI

Oslo, 7. Juli 2020. Norwegens Datenaufsichtsbehörde hat dem norwegische Institut für öffentliche Gesundheit (FHI) die Verarbeitung personenbezogener Daten in der norwegischen Corona-App Smittestopp ein weiteres Mal untersagt. Bereits am 16. Juni hatte die Behörde den Stopp der Verbreitung der App und die Löschung aller bis dahin gesammelten Daten angeordnet. Die Dateninspektion ist der Ansicht, dass das norwegische Institut für öffentliche Gesundheit die Notwendigkeit der Verwendung von Standortdaten von GPS bei der Kontaktverfolgung nicht nachgewiesen hat, was nach Ansicht der Behörde gegen den Grundsatz verstößt, nicht mehr Informationen als erforderlich zu sammeln. Die Dateninspektion sieht außerdem den Nutzen der App nicht dokumentiert.

“Wir sind von dieser Entscheidung enttäuscht. Es scheint nicht, dass die norwegische Dateninspektion die Dokumentation berücksichtigt hat, die nach dem 1. Juni versandt wurde, und wir glauben, dass wir dokumentiert haben, dass Smittestopp eine praktikable Maßnahme ist, um Infektionen zu verhindern”, sagt Gun Peggy Knudsen, stellvertretende Direktorin des FHI.

Wie die Gesundheitsbehörde mitteilt, arbeitet sie nun daran, die App entsprechend einer Entscheidung des norwegischen Parlaments Storting in einen Analyseabschnitt und einen Infektionsverfolgungsabschnitt zu teilen.

Vom 16. April bis 16. Juni hatten 14 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahre die Corona-Nachverfolgungs-App heruntergeladen. 

Finden Sie hier das Schreiben der Datenschutzbehörde an das Institut für öffentliche Gesundheit (in norwegischer Sprache).

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