Die Hälfte aller Erdölfelder soll in Norwegen bis Mitte der 2020er Jahre mit Landstrom versorgt werden

System der Stromversorgung des Utsira Hügels und des Sleipner Feldes von Land©Equinor

Oslo, 26. Juni 2020. Fast die Hälfte der norwegischen Erdölförderung soll bis Mitte der 2020er Jahre von Land aus mit Strom versorgt werden. Gegenwärtig erhalten acht Felder auf dem norwegischen Festlandsockel Strom aus dem norwegischen Stromnetz. Nun sollen weitere acht Felder folgen. Dies bedeutet, dass die gesamten CO2-Emissionen pro Jahr um etwa 3,2 Millionen Tonnen reduziert werden kann.

Dies geht aus dem Bericht “Strom vom Land zum norwegischen Schelf” hervor, den das Norwegische Wasser- und Energiedirektorat  NVE in Zusammenarbeit mit der norwegischen Umweltbehörde und der Behörde für Erdölsicherheit erstellt hat. Der Bericht wurde am 26. Juni, der Ministerin für Erdöl und Energie Tina Bru vorgelegt. Es handelt sich dabei um eine Aktualisierung des Power from Shore-Berichts von 2008.

“In wenigen Jahren können wir mit Strom von Land aus CO2-Emissionen vermeiden, die zehn Prozent der gesamten norwegischen Treibhausgasemissionen entsprechen. Zu diesem Zeitpunkt wird fast die Hälfte der norwegischen Öl- und Gasproduktion mit Strom von Land aus betrieben”, sagt NVE-Generaldirektorin Ingrid Sølvberg.

Heute verfügen die Felder Troll, Gjøa, Ormen Lange, Valhall, Goliat und Johan Sverdrup über Anlagen, die direkt vom Ufer aus mit Strom versorgt werden. Vega wird über seine Host-Installation Gjøa mit Strom vom Ufer aus und Hod über Valhall betrieben.

Das in Entwicklung befindliche Martin-Linge-Feld wird direkt vom Ufer aus mit Strom versorgt. Die Felder Edvard Grieg, Ivar Aasen, Gina Krog, Solveig und Hanz erhalten Strom aus der Gebietslösung auf dem Utsira Hügel, die Teil der zweiten Phase des Johan Sverdrup-Feldes ist. Die Felder Duva und Nova werden mit Strom von der Küste über Gjøa betrieben.

Zusätzlich zu den 16 Feldern, die entweder mit Strom von Land aus betrieben werden oder in denen dies übernommen wurde, haben sechs weitere Projekte ein fortgeschrittenes Stadium der Planungsphase erreicht. Diese Projekte betreffen Troll B, Troll C, das Oseberg Field Center und Oseberg Sør, Sleipner sowie die Onshore-Anlage Melkøya.

Im Mai wurde für Sleipner eine Investitionsentscheidung zur Elektrifizierung getroffen. Das Projekt wird derzeit von den Behörden überprüft. Es wird auch die zugehörigen Felder Gudrun, Sigyn, Gugne und Utgard vom Ufer aus mit Strom versorgen.

Die Projekte mit den größten Emissionsminderungen sind die Onshore-Anlage Melkøya, Troll B, Troll C, das Oseberg Field Center und Oseberg Sør. Wie die Betreiber dieser Felder mitteilen, sollen alle Elektrifizierungsvorhaben ab Mitte der 2020er Jahre in Betrieb sein.

Allerdings werde die  Elektrifizierung des norwegischen Festlandsockels auch Konsequenzen für das Stromnetz haben, sowohl in Form etwas höherer Strompreise als auch der Notwendigkeit erhöhter Investitionen an Land, erklärte NVE-Generaldirektor Kjetil Lund. Die sechs Projekte in fortgeschrittenen Planungsphase würden den jährlichen Stromverbrauch in Norwegen um bis zu 4 TWh oder etwa drei Prozent pro Jahr erhöhen.

Eine wichtige Voraussetzung sei, dass das Onshore-Stromnetz den Anstieg des Verbrauchs bewältigen kann, ohne dass dies die Versorgungssicherheit für bestehende Kunden beeinträchtigt, heißt es in einer Pressemitteilung von NVE. Außerdem  müssen Investitionen in das Stromnetz erfolgen, so zum Beispiel in den Bau von Stromleitungen.

Norwegens Regierung investiert mehr als 80 Millionen NOK in kosten- und emissionsmindernde Erdöltechnologie. Neun Projekte werden durch das Programm des Forschungsrats für neue Technologien in der Branche finanziert.

Finden Sie hier den Bericht “Strom vom Land zum norwegischen Schelf”

Kontakt:
Anne Vera Skrivarhaug, Direktorin der Energieabteilung
Mobil: +47 415 11 537

Ane Torvanger Brunvoll, Abteilungsleiterin
Mobil:+47 977 79 089

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