Auch Fortum Oslo Varme investiert in CO2-Abscheideanlage

Das Müllaufbereitungswerk in Klemetsrud ist der größte Verursacher von CO2-Emissionen in der Kommune Oslo. Mit der Abspaltung von CO2 sollen die Treibhausgase um 90 Prozent gesenkt werden. ©Fortum

Klemetsrud, 17. Juni 2020. Nachdem das Zementwerk Norcem mit Aker Solutions eine Entscheidung zum Bau einer Abscheideanlage für CO2 getroffen hat, hat auch der Vorstand des Müllaufbereitungswerkes Fortum Oslo Varme den Bau einer Kohlenstoffabscheideanlage in Klemetsrud gebilligt. Damit will Oslos größter Verursacher von CO2-Emissionen die Treibhausgase in den kommenden Jahren um 90 Prozent senken. Das Unternehmen beteiligt sich an dem von der Regierung derzeit unterstützen Demonstrationsprojekt für den Prozess der Abspaltung, des Transports und der Lagerung von Kohlendioxid unter dem Meeresboden (CCS). 

“Die aus unserem Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden für ähnliche Anlagen in ganz Europa wichtig sein, um die Kohlenstoffabscheidung zu nutzen”, sagt Eirik Folkvord Tandberg, CEO von Fortum Oslo Varme AS.

Fortum Oslo Varme gehört zu je 50 Prozent der Gemeinde Oslo und dem finnischen Energieunternehmen Fortum Oyj. Die Investitionsentscheidung sei ein klares Signal an die norwegische Regierung, dass das Projekt zur Kohlenstoffabscheidung eine solide Unterstützung der Eigentümer hat, teilt das Unternehmen mit.  

Das Werk von Fortum Oslo Varme in Klemetsrud nahe Oslo versorgt täglich über 200.000 Menschen mit Fernwärme. Die Tatsache, dass für den Staatshaushalt 2021 die weitere Finanzierung des CCS-Projektes angekündigt wurde, gebe den Eigentümern von Fortum Oslo Heat ein klares Signal, dass sie in CCS investieren wollen, sagt Liv Monica Stubholt, Vorsitzende von Fortum Oslo Varme. Mit einer staatlichen Investitionsentscheidung könne die Kohlenstoffabscheidungsanlage 2024 in Betrieb genommen werden. Das in der Anlage freigesetzte flüssiges CO2 soll dann vom Hafen Oslo an das Transport- und Speicherprojekt Northern Light geliefert werden.

Mit dem in Norwegen derzeit realisierte Demonstrationsprojekt sollen Industrieunternehmen in ganz Europa angeregt werden, das in Verarbeitungsprozessen anfallende CO2 abzuscheiden und zur Speicherung nach Norwegen zu transportieren. Der dänische Klimarat hat CCS kürzlich nachdrücklich als Lösung für Dänemark zur Reduzierung der Treibhausgase in den nächsten zehn Jahren unterstützt. Beide Energierückgewinnungsanlagen in Kopenhagen führen derzeit Studien zur Kohlenstoffabscheidung durch. Das Schwesterunternehmen von Fortum Oslo Varme in Stockholm, Stockholm Exergi, ist mit seinem BIO-CCS-Projekt bereits weit fortgeschritten.

Lesen Sie hier mehr über das CCS-Demonstrationsprojekt in Norwegen.

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