Norsk e-Fuel plant erste kommerzielle Anlage für wasserstoffbasierten Flugkraftstoff in Norwegen

Im Industriepark Herøya soll 2023 die erste kommerzielle Anlage zur Produktion von synthetischen Kraftstoffen in Betrieb gehen.©Norsk e-Fuel AS

Oslo, 9. Juni 2020. Norsk e-Fuel AS, ein europäisches Industriekonsortium mit Sitz in Oslo, will in Norwegen die erste Anlage zur Produktion von synthetischen Kraftstoffen im industriellen Maßstab auf der Basis der Power-to-Liquid-Technologie (PtL) bauen. Sie soll mit einer Produktionskapazität von zehn Millionen Litern pro Jahr 2023 in Betrieb gehen. Bis  2026 ist Produktionserweiterung auf 100 Millionen Liter erneuerbaren Treibstoffs vorgesehen. Diese industrielle Großanlage werde eine Reduzierung der CO2-Emissionen in der Luftfahrtindustrie um 250.000 Tonnen pro Jahr ermöglichen, teilt das Unternehmen mit.

An dem Joint Venture Norsk e-Fuel AS sind die Sunfire GmbH, Dresden, die Climeworks AG, Zürich, die Paul Wurth SA, Luxemburg, ein Unternehmen der SMS Group Düsseldorf, und die Cleantech Investmentgesellschaft Valinor AS, Stavanger, beteiligt.

“Wir sind stolz darauf, die besten Akteure der Branche, einschließlich unserer norwegischen Geschäftspartner, an unserer Seite zu haben, um dieses wegweisende Projekt umzusetzen. Gemeinsam kombinieren wir die notwendige Unternehmensstärke mit den modernsten und effizientesten Technologien, um die umfangreichen norwegischen Ressourcen an Wind- und Wasserkraft in erneuerbare Kraftstoffe umzuwandeln”, sagt Karl Hauptmeier, Geschäftsführer von Norsk E-Fuel. 

Vor allem der europäische Verkehrssektor sei gegenwärtig noch stark auf die Nutzung von fossilen Brennstoffen angewiesen. Insbesondere für schwer zu elektrifizierende Sektoren wie beispielsweise die Luftfahrtindustrie verspreche dieses neue Projekt einen ganzheitlichen Wandel hin zu klimaneutralem Transport.

In einem einstufigen Co-Elektrolyseprozess ermöglichen die Technologien von Sunfire und Climeworks die Umwandlung von Ökostrom, Wasser und CO2 aus der Umgebungsluft sowie unvermeidbaren CO2-Quellen zu Synthesegas, einer Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Durch anschließendes Synthetisieren und Raffinieren entstehen erneuerbare Kraftstoffe wie Kerosin, die direkt als zertifizierte Endprodukte in der bestehenden Infrastruktur eingesetzt werden können.

Die Anlage soll im Industriepark Herøya angesiedelt sein. Weitere Standorte für das geplante landesweite Roll-out seien bereits identifiziert. Norwegen eignet sich als Produktionsstandort für die Herstellung von energieintensiven Produkten wie Wasserstoff besonders wegen der hohen Verfügbarkeit an Strom, der aus erneuerbaren Energien, insbesondere Wasserkraft, erzeugt wird.

Norsk e-Fuel werde nicht nur eine große Zahl von Arbeitsplätzen auf lokaler und nationaler Ebene schaffen, sondern außerdem einen neuen, zukunftsweisenden Wirtschaftssektor für Norwegen initiieren und mit aufbauen, teilt das Unternehmen mit. Kristin Zwez, Special Advisor bei Invest in Norway, Büro München, geht davon aus, dass das Projekt einen starken Einfluss auf die Förderung eines energieeffizienten und wirtschaftlichen Power-to-Liquid-Weges in Europa haben wird. Die Technologie hinter Norsk e-Fuel sei eine starke Ergänzung zu Norwegens Bestreben, eine erfolgreiche Energiewende zu erreichen.

Mehr Informationen zum Projekt können Sie in einem Webinar am 17. Juni, 14.00 Uhr, erhalten.

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