Erdrutsch in Alta: Norwegens Direktion für Wasserressourcen und Energie untersucht Ursachen

Die Häuser, die am 3. Juni in Norwegen ins Meer gespült wurden, standen auf Lehmboden, der stark mit Wasser gesättigt war.©NVE

Alta, 6. Juni 2020. Am Mittwoch, dem 3. Juni, gab es in Kråknes in der Gemeinde Alta einen großen Erdrutsch. Acht Gebäude, davon vier Ferienhäuser, ein Bootshaus und Nebengebäude, wurden ins Meer gespült. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die abgebrochene Scholle ist ca. 650 Meter lang und 40 Meter hoch. Norwegens Direktion für Wasserressourcen und Energie, NVE, erkundet gegenwärtig die Ursachen des Erdrutsches.

Am Donnerstag, den 4. Juni, wurde der Meeresboden untersucht und das Gebiet mit der Drohne überflogen.

NVE weist darauf hin, dass es in Alta viel Lehm gibt, eine Mischung aus Sand und Ton, der eine Grundbedingung für einen plötzlichen Erdrutsch darstellt. Es sei unwahrscheinlich, dass ähnlich große Erdrutsche anderswo in der Gemeinde auftreten, teilt NVE mit. Allerdings müssten Änderungen im Gelände beobachtet werden.

Eine abnormale Schneemenge und Schneeschmelze hätten kürzlich in großen Gebieten in Nordnorwegen und auch in der Region Alta zu einer starken Wassersättigung im Boden geführt. Daher habe es bereits gelbe Erdrutschwarnung gegeben.

Nach dem großen Erdrutsch gab es kleinere Bodenbewegungen. Der Sperrbereich um den Erdrutsch selbst wird noch als unsicher angesehen. Die Polizei hält daher das Verkehrsverbot vorerst bis Montag aufrecht.

“Es gibt eine fortlaufende Kartierung des Meeresbodens, auf dem Erdrutsche abgelagert wurden, und an Land, auch bei Erdrutschen”, sagt Knut Aune Hoseth, Regionalmanager von NVE. Die bisher durchgeführten Studien zeigten, dass der Erdrutsch die Stabilität anderer Gebiete nicht beeinflusst habe.

“Es ist grundsätzlich nicht gefährlich, in Gebieten mit Lehmboden zu leben. Viele der am dichtesten besiedelten Gebiete in Norwegen befinden sich in Gebieten, in denen möglicherweise Lehmvorkommen vorhanden sind. Es ist jedoch sehr wichtig, den Ton nicht zu überladen. Bei allen Baumaßnahmen in Gebieten mit möglichem Meereston muss darauf geachtet werden, dass sich die Bewohner nicht Erdrutschen aussetzen, insbesondere in der Strandzone und am Meer, sagt Hoseth.

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