Norwegen erhält erste Batteriezellenfabrik

Das neue Unternehmen Morrow Batteries will Europa mit der nächsten Generation nachhaltiger Batterien versorgen. V.l.: Steffen Syvertsen (CEO Agder Energi), Bjørn Rune Gjelsten (Investor), Frederic Hauge (Bellona), Ole Erik Almlid (NHO-Manager) und Terje Andersen (CEO des neu gegründeten Unternehmens Morrow Batteries)©Adger Energi

Oslo, 20. Mai 2020. Das norwegische Energieunternehmen Agder Energi, Bjørn Rune Gjelstens, Eigentümer des Abfallverarbeiters NOAH AS, und die Umweltorganisation Bellona haben ein gemeinsames Unternehmen zur Batterieproduktion in Südnorwegen gegründet. Morrow Batteries, so der Name des neuen Unternehmens, soll eine Fabrik zur Entwicklung von Batterien der nächsten Generation werden – und den Grundstein für ein neues industrielles Abenteuer in Norwegen legen.

Das Unternehmen soll aus  einem Forschungszentrum und einer Produktionsstätte bestehen. Die Initiative zur Gründung des Unternehmens stamme ursprünglich von dem norwegischen Umweltaktivisten Frederic Hauge und der Umweltorganisation Bellona, teilt Energie Adger mit.

“Die Batterieproduktion wird bald zu einer neuen globalen Großindustrie. Norwegen hat einen doppelten Wettbewerbsvorteil, weil wir bereits über erstklassige Prozessindustrien verfügen und Zugang zu sauberer Energie und einer starken Forschungsumgebung haben. Dies ist sowohl als Investition als auch als Beitrag zur Entwicklung klimafreundlicher Technologien sinnvoll”, sagt Investor Bjørn Rune Gjelsten.

Zu den Partnern des Projektes gehören außerdem das Forschungsinstitut SINTEF, die Wirtschaftsfördergesellschaft Innovation Norway, ein Windcluster und Rohstofflieferanten. Standort der neuen Fabrik soll die Kommune Agder im Süden Norwegens werden, die guten Zugang zu Rohstoffen bietet und über überschüssige erneuerbare Energie für eine nachhaltige Batterieproduktion verfügt.

Das Ziel von Morrow Batteries sei die Entwicklung einer neuen, großen grünen Industrie. Wenn es Norwegen laut SINTEF gelinge, 2,5 Prozent des europäischen Marktes für Batteriezellen zu erobern, würden rund 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, erklärte Steffen Syvertsen, CEO  von Agder Energi. Wasserkraft sei entscheidend für die Entwicklung der norwegischen Industrie gewesen. Diese erneuerbaren Energien könnten jetzt eine zentrale Rolle in einem neuen Kapitel der norwegischen Industriegeschichte spielen.

Die am Projekt beteiligten Unternehmen und Organisationen arbeiten bereits seit fünf Jahren an der Technologie zur Batterieproduktion. Die Firmengründer haben vor allem den europäischen Absatzmarkt von Elektrofahrzeugen im Blick. Allein der Wert des europäischen Batteriezellenmarktes wird laut SINTEF-Bericht «Neue Möglichkeiten zur Wertschöpfung in Norwegen» im Jahr 2040 voraussichtlich auf 1.000 Milliarden NOK im Jahresumsatz steigen.

Die Herausforderung bestehe darin, die Batterien nachhaltig zu produzieren. Heutige Batterieproduktion seien alles andere als nachhaltig. heißt es in der Pressemitteilung – nicht nur wegen des Verbrauchs an Rohstoffen. Heute werde ein großer Teil aller Elektroautobatterien in europäischen Autofabriken in China, Japan und Korea produziert. Und die meisten Elektroautobatterien würden mit hochverschmutzender Kohlekraft hergestellt.

Terje Andersen, CEO von Morrow Batterien, will sofort mit der Produktion von Großbatterien zu beginnen, um den Bedarf in den explosionsartig wachsenden Märkten zu decken. Das Unternehmen verfüge über Know-how, die Finanzierung, Vereinbarungen, Strategie und eine Technologieplattform, die eine solide Grundlage für den schnellen Start der Massenproduktion der heutigen Technologie mit Li-Ionen-Batterien und gleichzeitig für die Entwicklung der Lithium-Schwefel-Batterien von morgen bildet. Beide Arten von Batterietechnologie würden in den kommenden Jahren benötigt.

Kontakt:
Morrow Batteries AS
Terje Andersen, CEO
Tel: +47 97 95 07 07
Terje.Andersen@morrowbatteries.com

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