Mongstad wird Standort für erste Wasserstofffabrik für die Schifffahrt in Norwegen

Die ersten Nutzer des Wasserstoffs, der in Mongstad hergestellt werden soll, sollen zwei Frachtschiffe sein, die von der Wilhelmsen-Gruppe entwickelt werden.©Wilhelmsen

Mongstad, 11. Mai 2020. Norwegens erste Produktionsanlage für flüssigen Wasserstoff für die Schifffahrtindustrie wird im Mongstad Industrial Park, eines der größten Industriegebiete in Norwegen, errichtet. Das teilte das norwegische Cluster CE Maritime CleanTech mit, das in Norwegen eine grüne Wasserstoff-Wertschöpfungskette errichtet. Ab 2024 soll der Wasserstoff aus Mongestad für die Handelsschifffahrt kommerziell verfügbar sein. Der erste Nutzer des in Mongstad produzierten Wasserstoffs soll das derzeit von Wilhelmsen entwickelte Frachtschiff „Topeka“ sein.

Mongstad liege ideal im Landkreis Vestland an der Westküste Norwegens, in der Nähe der Kunden aus dem maritimen Bereich. Der Industriepark biete auch vielversprechende Expansionsmöglichkeiten, um die künftig steigende Nachfrage nach flüssigem Wasserstoff zu befriedigen. Darüber hinaus ermögliche der Park dem Projekt die Maximierung industrieller Synergien, da er auch in der Nähe der Mongstad-Raffinerie des Projektpartners Equinor liegt, teilte CE Maritime CleanTech mit. 

Der Mongestad Industriepark nahe Bergen sind über 50 Unternehmen angesiedelt. Hier befindet sich unter anderem das weltweit größte Testzentrum für die Abspeicherung von CO2.©Mongestad Industriepark

Im Jahr 2019 erhielt das von Energiedienstleister BKK geführte Konsortium, dem der staatliche Energiekonzern Equinor und der französische Hersteller technischer Gase, Air Liquide S.A. angehören, einen Zuschuss aus dem öffentlichen Förderprogramm PILOT-E ​​zur Entwicklung einer vollständigen Lieferkette für flüssigen Wasserstoff für maritime Anwendungen. Die Investitionsentscheidung für die Anlage wird voraussichtlich Ende 2020 getroffen. Parallel dazu entwickeln die Konsortialpartner Lösungen für die Lagerung und den Transport zu Endnutzern im maritimen Sektor. 

Als Konsortialpartner erarbeiteten Wilhelmsen und Equinor eine Machbarkeitsstudie darüber, wie mit flüssigem Wasserstoff betriebene Schiffe der Basis-zu-Basis-Logistik von Equinor dienen könnten. Das Konzept sieht zwei Schiffe vor, die Ausrüstung und Material hauptsächlich zwischen Onshore-Stützpunkten in Stavanger im Landkreis Rogaland und Mongstad transportieren. Die Schiffe könnten eine beträchtliche Anzahl der derzeit zwischen den Stützpunkten fahrenden Lastwagen ersetzen, was eine erhebliche Reduzierung der Emissionen und eine Verbesserung der Verkehrssicherheit zur Folge hätte. Wilhelmsen plant, gegen Ende 2020 eine Investitionsentscheidung für die Schiffe zu treffen, abhängig von ausreichenden Zuschüssen aus öffentlichen Quellen und ausreichendem Marktinteresse. Das Projekt zielt auch darauf ab, Wasserstoffterminals an den Versorgungsbasen der NorSea Group entlang der Küste einzurichten, um die Verfügbarkeit von Wasserstoff auch für andere Schiffe sicherzustellen.

„Wasserstoff als Kraftstoff bietet Möglichkeiten für eine emissionsarme oder emissionsfreie Schifffahrt. Die Topeka-Shortsea-Konzepttypen mit emissionsfreien Fahrten bis zu 400 Seemeilen bieten nützliche Erfahrungen für alle Schiffstypen. Die Wasserstoffterminals werden dazu beitragen, Hindernisse für die Öl- und Gasindustrie sowie andere Sektoren für Investitionen in Wasserstofflösungen zu beseitigen“, sagt Jan Eyvin Wang, Senior Vice President der Wilhelmsen-Gruppe.

Frederic Despreaux, Vizepräsident, Cluster Nordeuropa und GUS-Staaten beim Konsortialpartner Air Liquid, erklärte: „Wir sind stolz darauf, Teil des weltweit ersten großen kohlenstoffarmen Flüssigwasserstoffprojekts für maritime Anwendungen zu sein. Diese Partnerschaft zeigt auch den Beitrag von Air Liquide zur Bewältigung der Herausforderung der Energiewende und des sauberen Transports, indem eine alternative Energielösung angeboten wird, die den Klimazielen der Gruppe entspricht.”

Das Projektkonsortium wird vom Energieunternehmen BKK zusammen mit Air Liquide und Equinor geleitet. Wilhelmsen und NorSea entwickeln die emissionsfreien Schiffe sowie Speicher- und Bunkerterminals an den NorSea-Versorgungsbasen sowie das Konzept der Verteilung von flüssigem Wasserstoff. Die Terminals werden auch die Versorgung anderer Arten von Endnutzern wie Bussen und Schwerlasttransporten ermöglichen. Weitere Projektteilnehmer sind der Fähr- und Schnellfährbetreiber Norled und Viking Ocean Cruises als potenzielle Wasserstoffkunden.

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