Norwegens Regierung plant Produktionssteuer auf Lachs und Forelle

Erlöse aus der Produktion von Lachs und Forelle sollen in Norwegen künftig stärker den Kommunen zugute kommen. ©NSC

Oslo, 12. Mai 2020.  Norwegens Regierung will im Staatshaushalt für 2021 eine Produktionssteuer auf Lachs, Forelle und Regenbogenforelle erheben. Die Abgabe wird mit Wirkung zum 1. Januar 2021 fällig und soll ab 2022 als nachsteuerpflichtige Steuer gezahlt werden. Der Erlös aus der Abgabe soll ab 2022 den Aquakultur- und Kreisgemeinden zugute kommen. Gleichzeitig werden die Einnahmen aus dem Verkauf neu verteilt. Die Grundzinssteuer für die Aquakulturindustrie, die seit vergangenen Herbst diskutiert wird, ist nicht im überarbeiteten Staatshaushalt der Regierung enthalten.

Die geplante Gebühr beträgt 40 øre pro Kilo. Das werde dem kommunalen Sektor nach Angaben des Finanzministeriums ab 2022 jährlich Einnahmen von etwa 500 Millionen NOK einbringen. Die Produktionsabgabe fließt in den Aquakulturfonds und wird gemäß den für den Fonds geltenden Verteilungsschlüsseln verteilt.

“Die Aquakulturindustrie ist eine große und wichtige Industrie für Norwegen, die zu einer erheblichen Wertschöpfung und Beschäftigung entlang der Küste beiträgt, und die Regierung wird gute und vorhersehbare Rahmenbedingungen schaffen. Gleichzeitig ist Norwegen einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen Klima und natürliche Bedingungen eine effiziente Lachszucht im Meer ermöglichen. Daher ist es selbstverständlich, dass ein Teil der Rendite der Gemeinde durch eine Produktionssteuer zufließt”, sagt Finanzminister Jan Tore Sanner.

Die Regierung schlägt vor, dass die Produktionssteuer einen Teil des Anteils der Kommunen an den Umsatzerlösen aus neuen Genehmigungen ersetzt, die sie seit 2017 über den Aquakulturfonds erhalten haben. Zusätzlich sollen die Aquakulturgemeinden und Kreisgemeinden 25 Prozent  der Einnahmen aus künftigen Verkäufen und Auktionserlösen aus Aquakulturgenehmigungen erhalten. Aufgrund der diesjährigen Kapazitätsanpassung schlägt die Regierung vor, dem kommunalen Sektor in den Jahren 2020 und 2021 über den Aquakulturfonds jeweils eine Milliarde NOK zuzuweisen.

Die Fischindustrie soll nach der Covid-19-Pandemie eine Schlüsselrolle bei der Wiederbelebung der norwegischen Wirtschaft spielen.
„Für Norwegen und andere Fischnationen ist dies eine echte Chance für eine blaue Revolution und zeigt die wahre Bedeutung von Nachhaltigkeit – sozial, wirtschaftlich und ökologisch. Meeresfrüchte können ein wichtiger Bestandteil der Lösung im Hinblick auf den Wiederaufbau von Gemeinden, die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine verantwortungsvolle und kohlenstoffarme Lebensmittelproduktion sein“, sagt Renate Larsen, CEO des Norwegian Seafood Council (NSC). In der vergangenen Woche haben sich Premierministerin Erna Solberg und Fischereiminister Odd Emil Ingebrigtsen mit Vertretern der Fischindustrie getroffen, um zu erörtern, welche Rolle diese beim Wiederaufbau der Wirtschaft spielen sollte.

Norwegen ist der zweitgrößte Exporteur von Meeresfrüchten weltweit und der größte Produzent von Atlantischem Lachs. Im vergangenen Jahr wurden in 149 Ländern der Welt täglich 36 Millionen Tonnen norwegische Meeresfrüchte gegessen.

Während der Corona-Krise sei die norwegische Fischindustrie voll funktionsfähig, da sie als wesentlich für die Ernährungssicherheit eingestuft wird, teilt NSC mit. Die Exporte von Lachs, Kabeljau und anderen Meeresfrüchten seien ebenfalls relativ stabil gewesen, jedoch mit großen Unterschieden zwischen Arten, Produkten und Märkten.

Finden Sie hier einen Bericht des Norwegian Seafood Council über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Produktion und den Export von Meeresfrüchten.

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