Verhandlungen zwischen Deutschland und Norwegen über neue U-Boote verzögern sich

2017 vereinbarten Deutschland und Norwegen eine strategische Partnerschaft beim Bau von sechs identischen U-Booten– zwei für Deutschland, vier für Norwegen. Ursprünglich sollte der Vertrag im ersten Halbjahr 2020 unterzeichnet werden. Doch die Verhandlungen verzögern sich.©Oliver Berdal, FD

Oslo, 27. April 2020. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Norwegen bezüglich des Baus identischer U-Boote verzögern sich. Wie das norwegische Verteidigungsministerium heute mitteilte, hat thyssenkrupp Marine Systems Ende Februar ein überarbeitetes Angebot vorgelegt. Die Verhandlungen werden jetzt fortgesetzt. Ziel sei es, dass noch 2020 ein endgültig ausgehandelter Vertrag vorliegt. Die Situation bei COVID 19 könne sich jedoch auf den Prozess auswirken. Wie das Ministerium weiter informiert, wurden Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen zu verringern. Ursprünglich sollte bis Ende 2019 ein vorverhandelten Vertrag über den Erwerb von zwei deutschen und vier norwegischen U-Booten vorliegen, im ersten Halbjahr 2020 sollte der Vertrag unterzeichnet werden. Ab 2026 sollten die U-Boote dann geliefert werden.

Im langfristigen Plan für die Streitkräfte 2021-2024, den die norwegische Regierung Mitte April vorgelegt hat, geht Norwegen davon aus, die neuen U-Boote Ende der 2020er/Anfang der 2030er zu erhalten. Die Lebensdauer der vorhandenen U-Boote soll entsprechend verlängert werden, bis neue U-Boote eingesetzt werden. Die norwegische Beschafftungsorganisation des Verteidiungsministeriums, Forsvarsmateriell, befindet sich nun zusammen mit seinem deutschen Partner, dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz, in formellen Verhandlungen mit dem Lieferanten.

Bei dem Vertrag handelt es sich um einen großer und komplexen Vertrag, da norwegische Unternehmen in hohem Maße als Zulieferer in den Bau der U-Boote einbezogen werden sollen. Lieferzeit und Lieferplan für die neuen U-Boote sind Teil der Vertragsverhandlungen. Mit einer Gesamtkostenobergrenze von 44 Milliarden NOK gehört der Kauf neuer U-Boote als Ersatz für die Ula-Klasse zu den größten Verteidigungsinvestitionen, die Norwegen jemals getätigt hat. Es sei daher wichtig, die Zeit zu investieren, die erforderlich ist, um einen soliden Vertrag zu erhalten, der ein gutes U-Boot ermöglicht, mit dem beide Nationen zufrieden sind, teilt das Verteidigungsministerium mit.

Der Vertrag umfasst den Bau von sechs U-Booten der Ula-Klasse, von denen Deutschland zwei U-Boote und Norwegen vier U-Boote bestellt. thyssenkrupp Marine Systems hatte im November 2018 beim norwegischen Verteidigungsministerium ein Angebot für den Erwerb der U-Booten eingereicht.

Neben der Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Beschaffung und der gemeinsamen Wartung der neuen U-Boote umfasst die deutsch-norwegische Zusammenarbeit im Rüstungsbereich auch gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Kooperationen im Bereich Schiffe und Raketen.

Finden Sie hier mehr Informationen zum deutsch-norwegischen U-Boot-Deal.

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