Vier Töchter von Norwegian Airlines in Schweden und Dänemark melden Insolvenz an

Die norwegische Billigairline Norwegian kämpft hart um das Überleben in der Corona-Krise. Jetzt mussten vier Tochtergesellschaften in Dänemark und Schweden Insolvenz anmelden. ©Norwegian

Oslo, 20. April 2020. Vier Tochtergesellschaften der norwegischen Airline Norwegian Air Shuttle ASA melden Insolvenz an. Dabei handelt es sich um Norwegian Pilot Services Sweden AB, Norwegian Pilot Services Denmark ApS, Norwegian Cabin Services Denmark ApS und Norwegian Air Resources Dänemark LH ApS. Wie das Unternehmen mitteilt, sei dem Vorstand dieser Unternehmen trotz der Maßnahmen, die das Unternehmen bereits zur Kostensenkung ergriffen hat, keine andere Wahl geblieben, als heute einen Insolvenzantrag zu stellen. Grund sei die Tatsache, dass die durch die Verbreitung des Corona-Virus geschlossenen Grenzen und Quarantänebeschränkungen die gesamte Luftfahrtindustrie effektiv zum Erliegen brachten. Fast der gesamte norwegische Flugbetrieb sei eingestellt. Nur 17 der mehr als 170 Flugzeugen von Norwegian sind heute in Norwegen im Einsatz.

 In den Tochterunternehmen der norwegischen Gruppe sind die Piloten und das Kabinenpersonal in Skandinavien beschäftigt.

„Die Auswirkungen des Corona-Virus auf die Luftfahrtindustrie sind beispiellos. Wir haben alles getan, um diese Entscheidung in letzter Instanz zu vermeiden, und wir haben um Zugang zu staatlicher Unterstützung sowohl in Schweden als auch in Dänemark gebeten “, sagte Jacob Schram, CEO von Norwegian. „Unsere Piloten und das Kabinenpersonal bilden den Kern unseres Geschäfts und haben seit vielen Jahren fantastische Arbeit geleistet. Es ist herzzerreißend, dass unsere schwedischen und dänischen Tochtergesellschaften für Piloten und Kabinenpersonal nun gezwungen sind, Insolvenz anzumelden, und es tut mir wirklich leid, welche Konsequenzen dies für unsere Kollegen haben wird. Wir arbeiten rund um die Uhr, um diese Krise zu überwinden und als stärkerer Norwegian zurückzukehren, mit dem Ziel, so viele Kollegen wie möglich wieder in die Luft zu bringen.“

Norwegian bemängelt in einer Pressemitteilung die mangelnde Unterstützung der Gesellschaften durch die schwedische und norwegische Regierung. 

Aufgrund der außergewöhnlichen Situation (höhere Gewalt) habe Norwegian OSM Aviation auch die Vereinbarungen zur Bereitstellung von Besatzungsmitgliedern mit mehreren seiner gemeinsamen OSM Aviation-Tochtergesellschaften gekündigt. Diese Unternehmen haben Besatzungsmitglieder in Spanien, Großbritannien, Finnland, Schweden und den USA.

Die oben genannten Maßnahmen betreffen 1.571 Piloten und 3.134 Kabinenpersonal. Rund 700 Piloten und 1.300 Flugbegleiter in Norwegen, Frankreich und Italien sind nicht betroffen.

Der Prozess der Insolvenzanträge der Tochtergesellschaften wird nun von Insolvenzgerichten und Insolvenzverwaltern in den jeweiligen Ländern begleitet.

Norwegian befand sich bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie in einer angespannten wirtschaftlichen Situation. Gegenwärtig führt das Unternehmen Verhandlungen mit seinen eigenen Gläubigern, auch, um in der Krise staatliche Unterstützungen zu erhalten. Unter anderem hat das Unternehmen vorgeschlagen, finanziellen Verpflichtungen und Leasing-Schulden in Aktien umzuwandeln. 

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