Norwegens Handelsüberschuss im März um 86 Prozent geschrumpft

Entwicklung der Importe, Exporte und der Handelsbilanz©SSB

Oslo, 16. März 2020. Norwegen hat im März 2020 Waren im Wert von 68,3 Milliarden NOK importiert – der zweithöchste jemals verzeichnete Einfuhrwert. Der Handelsüberschuss betrug nach Angaben der Statistikbehörde SSB im März 2,5 Milliarden NOK, ein Rückgang um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Neben den hohen Importen von Eisen- und Stahlprodukten und einigen anderen „verarbeiteten Waren“ war der Wertverlust der norwegischen Krone im März für den hohen Einfuhrwert verantwortlich. Der importgewichtete Kronenwechselkurs der Norges Bank ging von Februar bis März um 8,8 Prozent zurück. Dennoch stiegen die Importpreise, gemessen am Preisindex von Statistics Norway für erstmalige Inlandsverkäufe, nur um 0,9 Prozent.

Export von Rohöl in Millionen Barrel©SBB

Einen starker Rückgang gab es wertmäßig bei den Öl- und Gasexporten. Im März betrugen die Einnahmen aus dem Export von 44,6 Millionen Barrel Rohöl 15,7 Milliarden NOK, ein Rückgang von 27,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Ursache dieser Entwicklung ist der extreme Rückgang der Ölpreise im März. Der Preis pro Barrel betrug im März dieses Jahres 351 NOK, ein Rückgang von 221 NOK gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die exportierte Ölmenge lag um 18,7 Prozent höher als im März 2019. Die Ölexporte nach China waren gemessen in Barrel am niedrigsten seit Produktionsbeginn im Feld Svedrdrup im Oktober vergangenen Jahres.

Erdgas wurde im März im Wert von 12,5 Milliarden NOK exportiert, 43,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch dieser Rückgang ist hauptsächlich auf deutlich niedrigere Gaspreise zurückzuführen. Die exportierte Gasmenge betrug 10,1 Milliarden Standardkubikmeter.

Der Exportwert der Festlandexporte war nach Angaben des Statistikbüros von der Corona-Krise weniger betroffen. Die Exporte  auf dem Festland stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozent und auf 41,2 Milliarden NOK. Grund für die positive Entwicklung sei die Tatsache, dass Exportindustrien wie Fisch und Metalle laut dem norwegischen Erzeugerpreisindex von Statistics Norway nicht die gleiche negative Preisentwicklung verzeichneten wie beispielsweise Öl und Gas. Die Abwertung der Krone habe dazu beigetragen, die Preise für Exporteure aufrechtzuerhalten.

Die Fischexporte stiegen gegenüber März letzten Jahres um 4,4 Prozent auf 9,3 Milliarden NOK. Das Exportvolumen nach Italien ging von 4,7 Tonnen im März 2019 auf 2,6 Tonnen im März 2020 zurück.

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