Norwegischer Staat zahlt Rekordsumme für Ausbau des Breitbandnetzes

©Nkom

Oslo, 7. April 2020. Der norwegische Staat stellt in diesem Jahr 406 Millionen NOK, ca. 36,5 Millionen Euro, zum Ausbau des Breitbandnetzes zur Verfügung. Mit diesem Geld sollen die Gebiete, die bisher keinen Zugang zu Highspeed-Internet hatten, in Rekordgeschwindigkeit an die moderne Breitband-Infrastruktur angeschlossen werden. Die Krise, in der  sich Norwegen befinde, zeige, wie abhängig die Gesellschaft von einer guten digitalen Infrastruktur ist, sagte Linda Hofstad Helleland, Ministerin für Regionalentwicklung und Digitalisierung.

Im ordentlichen Staatshaushalt für 2020 sind rund 256 Millionen NOK für die Breitbandentwicklung zugesagt. Zusätzlich hat das norwegische Parlament Storting am 30. März im Krisenpaket 3 im Zusammenhang mit der Corona-Krise 150 Millionen NOK für den Ausbau des Breitbandnetzes bewilligt. Die Mittel werden in erster Linie an Kommunen gehen, die wegen ihrer dünnen Besiedlung von den kommerziellen Akteure bisher nicht bedient wurden, da der Ausbau nicht rentabel ist. Die Regierung rechnet damit, dass die Kommunen und privaten Akteure weitere Mittel einbringen, so dass die Investitionen in den Netzausbau noch höher ausfallen werden.

“Die staatliche Finanzierung von Breitband wird noch mehr Menschen im ländlichen Norwegen helfen, ein neues oder verbessertes Breitbandangebot zu erhalten. Jetzt, da viele Menschen das Home Office nutzen, die Schüler zu Hause unterrichtet werden und wir digital sozialen Kontakt haben, sehen wir, wie wichtig Breitband sowohl für Einwohner als auch für Unternehmen in Norwegen ist. Diese Infrastruktur ermöglicht es der Gesellschaft, weitaus normaler zu funktionieren, als dies sonst der Fall wäre” sagt Helleland.

Private Marktteilnehmer investieren in Norwegen jährlich fast zehn Milliarden NOK in den Ausbau von Mobil- und Breitbandnetzen. Diese erreichen den größten Teil der Bevölkerung. 

“Die staatlichen Mittel werden eine Menge lokales Engagement auslösen, so dass wir viel Breitband für das Geld bekommen. Dies ist ein freiwilliges Engagement, mit dem Norwegen gute Erfahrungen gemacht hat”, sagt Helleland.

86 Prozent der norwegischen Bevölkerung hat bereits jetzt Zugang zu Hochgeschwindigkeitsbreitband mit 100 Megabit pro Sekunde. 2013 waren es noch 63 Prozent. Ziel der Regierung sei es, bis Ende dieses Jahres eine 90-prozentige Abdeckung an High-Speed-Internet zu erreichen, so Helleland.

In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kommunalverwaltung und Modernisierung hat die nationale Kommunikationsbehörde Nkom einen Verteilungsschlüssel für die Breitbandfinanzierung für 2020 festgelegt, der auf der Versorgungssituation in den Landkreisen basiert. Die Bezirke mit den meisten Einwohnern in dünn besiedelten Gebieten, die bisher nicht über Breitband verfügen, erhalten den größten Teil der Mittel. Im Einklang mit der Regionalreform werden die Bezirksgemeinden im Jahr 2020 die Verantwortung für die Verwaltung der Mittel übernehmen.

Größter Anbieter von Glasfaser-Anschlüssen in Norwegen ist Telenor. Nkom bezeichnet das Unternehmen als Anbieter mit erheblicher Marktmacht. Es muss daher anderen Anbietern Zugang zu seinem Glasfasernetz gewähren. Am 1. April hat NkomTelenor beauftragt, innerhalb von sechs Monaten ein neues Zugangsprodukt für andere Anbieter fertigzustellen.

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