Neubaustrecke der Ringeriksbanen beschlossen

Illustration des Gebietes bei Sundvollen nach Beendigung der Bauarbeiten mit einem neuen Bahnhof und einer neuen vierspurigen Europastraße über Kroksund. 
©Norconsult/Asplan Viak/Aas Jacobsen)

Oslo, 7. April 2020. Am 27. März hat die norwegische Regierung den Bau der doppelspurigen Ringeriksbanen von Sandvika bei Oslo nach Hønefoss mit einer Streckenlänge von 40 Kilometern sowie den Bau eines 15-Kilometer-langen-parallelen-Abschnitts der Europastraße 16 von Høgkastet nach Hønefoss genehmigt. Die Züge auf der neuen Bahnstrecke, die für eine Geschwindigkeit von 250 km/h ausgelegt ist, sollen lediglich in Sundvollen einen Halt einlegen. Für dieses Projekt sind Tunnel-Neubauten von insgesamt 26 Kilometern Länge erforderlich. Die Kosten für das gemeinsame Projekt sind mit 34 Milliarden NOK budgetiert. Der Ausbau der Ringeriksbanen ist Teil der InterCity-Initiative und zusammen mit E16 Høgkastet-Hønefoss das größte gemeinsame Projekt für Straße und Schiene in Norwegen.

Mit dem gemeinsamen Bau sollen vor allem Kosten gespart werden. So waren auf der Dovrebanen durch den gleichzeitigen Bau einer neuen Eisenbahnstrecke und der Europastraße 6 zwischen Eidsvoll und Hamar Kosteneinsparungen möglich. 

Um die Ringeriksbanen wird seit 30 Jahren hart gerungen und über die Linienführung debattiert. Nun ist die Entscheidung der Regierung endgültig. Der Baubeginn ist für 2022 vorgesehen, 2029 soll die Strecke in Betrieb genommen werden. 

Mit der Ringeriksbanen entsteht eine direkte Strecke von Sandvika bei Oslo nach Hønefoss. Die Fahrzeit von Oslo nach Bergen reduziert sich um eine Stunde@Karte: Bane Nor.

Gegenwärtig fahren Reisezüge der Bergenbahn einen Umweg über Drammen. Die Güterzüge von Oslo-Alnabru werden über Roa geleitet. Mit der direkten Ringeriksbanen wird sich die Fahrzeit von Oslo nach Hønefoss um 50 Minuten verkürzen. Entsprechend reduziert sich auch die Reisezeit nach Bergen. Die neue Strecke wird sowohl den Fernzügen der Bergenbahn als auch dem Lokalverkehr zwischen Oslo und Hønefoss dienen. Die Güterzüge werden voraussichtlich auch weiterhin über Roa verkehren, um den Knoten von Oslo Sentralstasjon und den Stadttunnel nicht zu belasten. 

Im Großraum Oslo sind mehrere Bahnprojekte im Bau oder in der Planung. Negative Schlagzeilen macht der 19-Kilometer-lange-Follotunnel von Oslo nach Ski an der Østfoldbanen mit einer Kostenüberschreitung von fünf Milliarden NOK.
Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch
  

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