Wieder positive Entwicklungen im norwegischen Schienengüterverkehr

Ab April verkehrt fünfmal die Woche ein zusätzlicher Güterzug hauptsächlich mit Lebensmitteln von Trondheim über die Nordlandbahn nach Fauske. Im Bild: Ein südwärts fahrender Containerzug überquert das raue Saltfjell auf der Nordlandbahn nahe dem Polarkreis.©J. Streuli

Oslo, 28. März 2020. Im Dezember 2018 hat die staatliche norwegische Güterbahn Cargonet das Zugangebot um 30 Prozent reduziert und Destinationen wie Oslo – Kristiansand gestrichen. Ursache waren die häufigen Defizite, 2017 fuhr das Unternehmen einen Verlust von 49 Millionen NOK ein. Allein Post Nord als größter Kunde von Cargonet ist gezwungen, 6.000 Transporte im Jahr auf die Straße zu verlagern. Mit einer staatlichen Finanzspritze konnte das Weiterbestehen von Cargonet gesichert werden.

Erstmals gibt es nun wieder eine positive Entwicklung. Ab April verkehrt fünfmal die Woche ein zusätzlicher Güterzug hauptsächlich mit Lebensmitteln von Trondheim über die Nordlandbahn nach Fauske. Bisher fuhren zwei Güterzugspaare. Durch die neue Zusammenarbeit von Cargonet mit Asko, Meyership und Nova Sea als Lebensmittelhändler und Spediteure werden jährlich 13.000 Lkw-Transporte von den Straßen verschwinden. Unterwegs wird der neue Güterzug die Terminale von Mo i Rana und Mosjøen bedienen und erstmals auf der Nordlandbahn auch Fisch transportieren. In Mosjøen werden die Kühlcontainer mit Fisch von der nahen Helgelandsküste vom Lkw auf die Bahnwagen umgeschlagen. Von Trondheim erfolgt die Weiterbeförderung nach Süden über die Dovrebahn nach Oslo. Das Vorbild sind die Fischzüge Arctic Rail Express und North Rail Express von Narvik über Schweden nach Oslo. Die für den Export bestimmten Meeresfrüchte aller Fischzüge rollen ab Oslo weiterhin per LKW zu den Märkten auf dem Kontinent. Die Eisenbahn gilt für diese Just-in Time-Transporte als zu wenig zuverlässig und pünktlich.    

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch
   

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