Norwegen will treibende Kraft bei Elektrifizierung der Luftfahrt werden

 Luftfahrtdirektor Lars Kobberstad (l.) und Avinors CEO Dag Falk-Petersen überreichten Verkehrsminister Knut Arild Hareide auf einer Veranstaltung des Flugzeugtriebwerksherstellers Rolls-Royce in Trondheim ein Programm zur Elektrifizierung der Luftfahrt.©Frøydis Tornøe / Verkehrsministerium

Oslo, 13. März 2020. Norwegen will bis 2040 die gesamte inländische Luftfahrt mit elektrifizierten Flugzeugen betreiben. Bereits 2030 sollen die ersten E-Flugzeuge abheben. Der Flughafenbetreiber Avinor und die Zivilluftfahrtbehörde überreichten Verkehrsminister Knut Arild Hareide am 5. März einen entsprechenden Bericht zu einem Elektroflugzeugprogramm, das sie im Auftrag der Regierung erstellt haben. 

Norwegen soll die Arena für die Entwicklung, Erprobung und frühzeitige Implementierung von Elektroflugzeugen sein. “Die Luftfahrt befindet sich in einer aufregenden Entwicklung, in der neue Technologien völlig neue Möglichkeiten zur Verringerung der Umweltbelastung bieten können. Die Elektrifizierung kann eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen, vor allem auf kurzen Strecken, von denen wir viele im norwegischen Inlandsnetz haben”, sagt Hareide.

Die Regierung möchte, dass Norwegen an der Spitze einer umweltfreundlicheren Luftfahrt steht. Bereits jetzt werden verschiedene Instrumente eingesetzt. Die Luftfahrt im EWR-Raum ist unter anderem Teil des Emissionshandelssystems der EU, die inländische Luftfahrt unterliegt einer CO2-Steuer. Ab dem 1. Januar dieses Jahres müssen mindestens 0,5 Prozent des gesamten verkauften Düsentreibstoffs fortschrittlicher Biojet-Treibstoff sein. Die technologische Entwicklung, ein effizienterer Luftraum und der verstärkte Einsatz von nachhaltigem Biostrahlkraftstoff sollen bereits jetzt zur Emissionsreduzierung beitragen.

In ihrem Bericht empfehlen Avinor und die Zivilluftsfahrtbehörde ein Paket von Anreizen und Maßnahmen für die technologische Entwicklung, Investitionsunterstützung und günstige Bedingungen während der Betriebsphase. Ein solches Paket sollte so früh wie möglich kommuniziert werden und berechenbar und langfristig sein.

Eine der konkreten Maßnahmen zur Förderung der technologischen Entwicklung ist ein internationales Kooperationsforum. Eine Task Force (hochrangige Task Force für emissionsfreie Luftfahrt) mit wichtigen europäischen Agenturen (Flugsicherheitsagentur der Europäischen Union, EASA, norwegische Zivilluftfahrtbehörde, Airbus, Leonardo, Safran, Avinor, SAS und Widerøe) wurde bereits eingerichtet Die Zivilluftfahrtbehörde initiierte eine erweiterte Zusammenarbeit mit der Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union (EASA). Bis zum Sommer 2020 wird die Task Force einen Fahrplan für Innovationen in Bezug auf emissionsfreie und emissionsarme Regionalflugzeuge erstellen und vorlegen.

Es wird empfohlen, dass der Fahrplan und die damit verbundenen Empfehlungen die Grundlage für weitere Maßnahmen bilden und dass relevante Aspekte in die Arbeit im Zusammenhang mit dem Nationalen Verkehrsplan (NTP 2022-2033) einbezogen werden.

In dem Bericht wird weiter vorgeschlagen, dass die Fluggesellschaft für eine Übergangszeit, in der Elektroflugzeuge neu auf dem Markt sein werden, Unterstützung beim Kauf von neuen Flugzeugen erhalten.

Lesen Sie hier den Bericht.

Außerdem hat die Zivilluftfahrtbehörde Medienberichten zufolge dem chinesischen Flugtaxi-Pionier EHang, strategischer Partner der österreichischen FACC, die Flugerlaubnis für eine zweisitzige Drohne erteilt. Die EHang 216 soll unter anderem für Versorgungsflüge zu Ölbohrplattformen eingesetzt werden. Vorläufig handele es sich noch um eine Test- und Zertifizierungsgenehmigung in Kooperation mit einem lokalen Kunden.


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