Deutschland als privilegierter Partner

BusinessPortal Norwegen im Gespräch mit Petter Ølberg, Manuel Kliese und Jon Hansen

Jutta Falkner, Chefrredakteurin des BusinessPortal Norwegen, im Gespräch mit Botschafter Petter Ølberg, (l.), Innovation-Norway-Direktor Manuel Kliese (2.v.r.) und Wirtschaftsrat Jon Hansen©BPN

Deutschland ist Norwegens wichtigster Wirtschaftspartner. Auf der Grundlage der Deutschland-Strategie der norwegischen Regierung, die im vergangenen Juni verabschiedet wurde, arbeiten beide Länder auf den verschiedenen Gebieten eng zusammen. BusinessPortal Norwegen traf sich mit Petter Ølberg, norwegischer Botschafter in Deutschland, Manuel Kliese, Direktor der norwegischen Wirtschaftsfördergesellschaft Innovation Norway für die DACH-Region, und Jon Hansen, Botschaftsrat für Wirtschaft und Industrie, im Hamburger Büro von Innovation Norway zum Gespräch über den Stand und die Perspektiven des deutsch-norwegischen Handels, über die Umsetzung der Deutschland-Strategie und über die Unterstützung norwegischer und deutscher Unternehmen durch das Team Norway. 

Der norwegisch-deutsche Handel wird vor allem von Gaslieferungen bestimmt. 74 Prozent der norwegischen Exporte nach Deutschland bestanden im vergangenen Jahr aus Gas, Öl und Mineralölprodukten. Allerdings legt Norwegen großen Wert auf die Entwicklung der Industrie außerhalb von Öl und Gas – der sogenannten Festlandindustrie. Bei den Festlandexporten belegt Deutschland gerade Platz fünf der wichtigsten Lieferländer. Sind Sie mit diesem Anteil zufrieden?

Petter Ølberg: Wir können, wenn wir über die Bedeutung von Deutschland als Wirtschaftspartner Norwegens sprechen, die Öl- und Gaslieferungen nicht außen vorlassen. Deutschland wird noch jahrelang abhängig sein vom Gasimport. Ich darf daran erinnern, dass gerade eine neue Gasleitung zwischen Russland und Deutschland gebaut wird, um die Gasversorgung in Europa und in Deutschland auf lange Sicht zu gewährleisten. Man muss sicher sein, dass genug Gas geliefert wird, auch wenn sich die Wirtschaft auf die Zeit nach Öl und Gas umstellt. Norwegen ist hier ein ganz wichtiger Partner, um die Verfügbarkeit von Gas in Europa zu garantieren, denn der Bedarf an Energie wächst  – Wind und Sonne allein schaffen es nicht, diesen Bedarf zu decken. 

Manuel Kliese: Der Anteil der Festlandexporte nach Deutschland mag noch gering sein – aber die Exporte außerhalb der Öl- und Gasindustrie sind im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent gewachsen. Es gibt hier ein großes Potenzial. Und wenn, wie im vergangenen Jahr, die Exporte von Öl und Gas wegen des Preisverfalls gesunken sind, ist es schon ganz beachtlich, dass dieser Bereich wächst.

Hier sehen wir, dass die Maßnahmen der Wirtschaftsfördung greifen, die wir auch gemeinsam mit der Botschaft und der AHK Norwegen umgesetzt haben. Mit dieser Entwicklung sind wir sehr zufrieden. 

Nun steckt Norwegen mit seinem Hauptexportprodukt Gas ja in einem Dilemma. Erdgas mag gebraucht werden, aber es hat in Deutschland ein negatives Image. Wie wollen Sie davon wegkommen?

Petter Ølberg: Es gibt viele Länder, die Öl und Gas produzieren, weil die Welt auf Öl und Gas angewiesen ist. Wenn wir es nicht tun, tun es andere. Norwegen hat die sauberste Öl- und Gasproduktion weltweit, und wir investieren viel, um die Produktion noch sauberer zu machen. Inzwischen werden die ersten Plattformen mit Landstrom versorgt. Weitere werden folgen.  

Das meiste CO2 fällt aber nicht bei der Produktion an, sondern bei der Verarbeitung und beim Verbrauch im Ausland. In vielen Beiträgen in deutschen Medien wird Norwegen vorgeworfen, auf der einen Seite Pionier in Sachen Klimaschutz zu sein, auf der anderen Seite mit dem Export von Öl und Gas das Klima weiter zu schädigen.

Petter Ølberg: Ich akzeptiere nicht, was die Medien diesbezüglich sagen. Es gibt sehr viele Länder, die Öl und Gas produzieren und exportieren. Und wir tun das auch, weil wir damit Geld verdienen. Und wir haben sehr viel Geld verdient. Wir wissen genau, dass CO2 in Öl und Gas steckt, und wir wollen es schaffen, Energie ohne CO2-Ausstoß zu erzeugen – entweder das Gas ersetzen oder Gas ohne CO2 zu produzieren. Daran wird geforscht. Aber es ist auch ganz klar, dass man dafür Zeit braucht. Norwegen will in 30 Jahren klimaneutral sein. Viele fragen: Schaffen wir das in 30 Jahren? Kann man die Emissionen bis 2030 schneller reduzieren, beispielsweise um 50 oder 55 Prozent gegenüber 1990? Norwegen ist dabei, genau das zu tun, die Treibhausgase schneller als vereinbart zu senken. Das ist für uns sehr schwierig, aber wir machen das. 

Deutschland sagt auch: ‘Die Senkung des CO2-Ausstoßes ist unglaublich schwierig’. Aber während wir uns mit neuen Zielen selbst unter Druck setzen, hat die EU bisher noch keine neuen Klimaziele benannt. Wenn die EU diesbezüglich vorwärts kommen will, muss Deutschland, das größte Land, vorangehen. Das gehört zur ganzen Geschichte über die Öl- und Gasproduktion in Norwegen. 

Das ist der Punkt: Die Umstellung geht nicht so schnell, wie sich das viele denken. Sie braucht Zeit. Aber wir arbeiten daran. 

Manuel Kliese: Komplementär zu diesem Thema steht die Aufgabe, die norwegische Wirtschaft weiter zu diversifizieren und durch Nachfragesteigerung im Ausland, insbesondere in Europa, Wachstum durch Skalierungseffekte zu erzeugen. Norwegen als kleiner Markt kann ja nur begrenzt wachsen. Wir können Top-Technologien liefern, in der Herstellung von Hydrogen, im digitalen Bereich, in der maritimen Industrie. Es gibt nicht so viele Nationen, die wie Norwegen über wirkliche Spitzentechnologien verfügen. Aber nur, wenn wir damit große Märkte bedienen können, sind wir auch in der Lage, diese Technologien weiter zu entwickeln.

In welchen Bereichen werden heute die norwegischen Top-Innovationen in Deutschland genutzt?

Manuel Kliese: Wir sehen in Süddeutschland ganz tolle Beispiele in der Zusammenarbeit bei Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz. Dort werden gemeinsame Produkte und Technologien auch im maritimen Bereich entwickelt, beispielsweise: Wie sehen smarte Schiffe aus? Wie nutzt man die Umweltdaten von Schiffen? Wie setzt man Unterseetechnologien zum Abbau von Mineralien auf dem Meeresboden ein?

Sehr interessante Projekte gibt es in der digitalen Verwaltung. Eine von uns unterstützte norwegische Firma liefert bereits Systeme zur digitalen Dokumentation für gerichtliche und polizeiliche Verhöre an polizeiliche Behörden in vier Bundesländern. Im vergangenen Jahr haben wir für diese Firma eine Roadshow in Deutschland organisiert, inzwischen erwirtschaftet sie in Deutschland einen Umsatz von 60 Millionen Euro. 

Deutschland ist gut, wenn es um große Prozesse geht, beispielsweise in der  Autoindustrie. Norwegische Unternehmen verfügen über eine Spitzenkompetenz im Bereich Forschung. Hier können sich beide Länder gut ergänzen. Im vergangenen Jahr gab es beispielsweise 4.900 Projekte zwischen Deutschland und Norwegen, die allein im Zuge des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 realisiert wurden.

Wie schätzen Sie denn das Interesse norwegischer Unternehmen am deutschen Markt ein?

Manuel Kliese: Deutschland steht ganz oben auf der Liste der Wunschpartner. Für norwegische Firmen bildet der deutsche Markt das Sprungbrett in den EU-Markt. Es ist ein Referenzmarkt: Wer hier Erfolg hat, schafft es überall. 

Petter Ølberg: Es ist auch um ein Vielfaches einfacher, in Deutschland anzufangen als in Frankreich oder Italien. Mentalität, Verlässlichkeit und Vertrauen spielen eine große Rolle. 

Manuel Kliese: Das kleine Norwegen und das große Deutschland ergänzen sich hervorragend. Wenn eine kleine norwegische Firma mit einem großen deutschen Konzern zusammen trifft, besteht keine Konkurrenz. Bei Frankreich beispielsweise gibt es mehr Reibung. 

Auf Messen in Deutschland hat man gelegentlich den Eindruck, dass norwegische Firmen vor allem an geförderten Gemeinschaftsständen teilnehmen und wenig eigene Präsenz zeigen.

Manuel Kliese: Es stimmt, die meisten norwegischen Unternehmen beteiligen sich bei Messen in Deutschland an Gemeinschaftsständen – aber nicht wegen der Förderung. Im Vergleich zu anderen Ländern erhalten norwegische Firmen sogar eine geringere Unterstützung für Messeteilnahmen im Ausland. 90 Prozent der Kosten trägt die Wirtschaft. Wir sind mit Gemeinschaftsständen gut auf internationalen Messen in Deutschland vertreten, beispielsweise gab und gibt es Gemeinschaftsstände und auch Einzelaussteller auf der Bautech, der Hannover Messe, der Medica, der Anuga oder der Intersolar. Unsere Aussteller profitieren vom Gemeinschaftsstand, weil sie unter unserem Dach unter einem einheitlichen Branding auftreten können und wir die Kommunikation für sie mit übernehmen. Lediglich die Teilnahme Norwegens an der IGW, der Internationalen Grünen Woche, hat einen anderen Charakter. Hier gibt es in der Tat nur wenige Firmen, die tatsächlich exportieren wollen. Diese Messe wird eher als ein Branchentreffen der norwegischen Lebensmittelproduzenten und zu einem Erfahrungsaustausch zwischen Firmen und norwegischen und internationalen Institutionen genutzt. 

Welche Rolle spielt Deutschland für norwegische Cluster?

Manuel Kliese: Innovation Norway hat allein im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Botschaft fünf Cluster zwischen Deutschland und Norwegen begleitet. Das bayerische Holzcluster und die beiden norwegischen Holzcluster sowie das Fraunhofer Institut und das Ocean Technology Cluster in Bergen haben Kooperationsvereinbarungen unterschrieben. In der Kooperation dieser Cluster liegt viel Musik, weil ein großer Teil der EU-Fördermittel an Unternehmen in Clustern vergeben wird. 

Bei der Abrufung von EU-Fördermitteln ist Norwegen ja schon jetzt Spitze. 

Manuel Kliese: Ja, norwegischen Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung und der Wissenschaft ist es im Laufe des Programms “Horizon 2020” gelungen, Forschungsgelder in Höhe von fast einer Milliarde Euro zu erhalten, das sind 2,2 Prozent der Mittel. Im kommenden Programm “Horizon Europe”, das finanziell noch besser ausgestattet ist als das Vorgängerprogramm, will Norwegen möglichst 2,5 Prozent der Forschungsgelder nach Hause holen.

Innovation Norway und der Forschungsrat sind für die weitere norwegische Beteiligung zuständig. Neben den Fördergeldern geht es in der Zusammenarbeit mit diesem Programm auch um die Einbindung Norwegens in die europäische Forschungslandschaft.

Warum sind die norwegischen Firmen so erfolgreich bei der Abrufung von EU-Fördergeldern?

Petter Ølberg: Wenn man gute Projekte hat, funktioniert das eben. Wir haben uns in den Bereichen erfolgreich beworben, in denen wir tatsächlich Spitzenforschung betreiben und entsprechend Innovationen hervorbringen: im maritimen Bereich, der chemischen Industrie und der Veredlung von Mineralien, um nur einige Beispiele zu nennen. 

In der Deutschland-Strategie der norwegischen Regierung, die im Juni 2019 verabschiedet wurde, sind die Felder der Zusammenarbeit in 21 Bereichen definiert, von der übergeordneten Außenpolitik, über Sicherheit und Verteidigung, Energie, Umwelt und Klima bis zur Aus- und Weiterbildung, Kultur und den Nordgebieten. Was ist das Besondere an diesem Dokument?

Petter Ølberg: Eine solche Strategie zur Zusammenarbeit gibt es nur mit den USA, China, Indien, den USA und Deutschland. Diese Länder haben für Norwegen eine herausragende Position, wobei sich Deutschland durch die Konkretheit der Projekte von den anderen Ländern noch weiter absetzt.

Jon Hansen: Alle Ministerien haben Verantwortung für die Umsetzung der Strategie und beschäftigen sich regelmäßig mit dem Stand der Projekte. An den halbjährigen Meetings im Außenministerium nehmen Vertreter aller Ministerien teil, gehen die Pläne durch und berichten, wie die Umsetzung der einzelnen Vorhaben vorangeht. So wird ein echtes Follow-up gesichert. 

… und was bedeutet diese Strategie für Innovation Norway oder die norwegische Botschaft?

Petter Ølberg: Eigentlich bezieht sich alles, was wir tun, auf die Deutschland-Strategie. Im Bereich Forschung und Bildung läuft sehr viel direkt über die Botschaft. Wir werden extra einen neuen Mitarbeiter haben, um das Thema Bildung und Forschung noch besser betreuen zu können. 

Für Mai dieses Jahres ist eine große deutsch-norwegische Konferenz in Oslo zu Bildung und Forschung geplant, an der auch die Bildungsminister Deutschlands und Norwegens und natürlich viele Institute teilnehmen sollen. Wir hoffen, dass sie stattfinden kann.

Manuel Kliese: Diese Strategie stimmt sehr mit den Organistationszielen von Innovation Norway überein. Für unsere Büros in Deutschland bedeutet diese Strategie natürlich ein Privileg, denn sie hebt Deutschland als Partner auf ein Niveau, das kaum ein anderes Land erreicht.

Die norwegische Botschaft und Innovation Norway sind neben anderen Einrichtungen dafür zuständig, das norwegische Engagement für die grüne Transformation und den Diskurs über Energie-, Klima und Umwelttechnologie mit Deutschland zu fördern, unter anderem zum Thema Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS). Im Herbst dieses Jahres soll das norwegische Parlament die Gelder bewilligen, um ein Demonstrationsprojekt fortzuführen. Seminar, Workshops und Dialoge hat es viele gegeben – die Entscheidung Deutschlands, sich an der Erprobung der Abspaltung, des Transports und der Lagerung von Kohlendioxid auf dem norwegischen Festlandsockel zu beteiligen, steht aber noch aus. Ist das für Norwegen ein Problem?

Petter Ølberg: Wir reden bei der Abscheidung und Lagerung von CO2 von der Möglichkeit, das in Europa in den nächsten einhundert Jahren produzierte Kohlendioxid unterirdisch zu speichern und das Klima somit zu schützen. CCS ist Teil der Lösung zur Erreichung der Klimaziele. Aber es ist kein Projekt, das Norwegen allein umsetzen kann. Im Industriebereich haben sich bereits Partner gefunden, die mitmachen, unter anderem Öl- und Gaskonzerne, die sich in der Vereinigung “Northern Lights” zusammenfinden, sowie im Industriesektor die Müllverbrennungsanlage Fortum Oslo Varme und die norwegische Tochter des deutschen Zementherstellers Heidelberg Zement.  

Wir reden nicht nur mit Deutschland über dieses Vorhaben, sondern auch mit der EU. Alle finden CCS sehr interessant – aber man kann frühestens 2030 im industriellen Maßstab damit beginnen. 

Die Weichen müssen aber jetzt gestellt werden.

Petter Ølberg: Die Bundeskanzlerin hat gesagt, wenn wir Klimaneutralität bis 2050 haben wollen, dann muss CCS Teil der Lösung sein. 

Norwegen will sich als Standort für energieintensive Firmen entwickeln, weil das Land saubere und preiswerte Energie bietet. Geht diese Überlegung auf?

Manuel Kliese: Das geht auf. Einige Unternehmen produzieren ja schon in Norwegen oder haben in Datenzentren investiert. Wir, speziell unser Bereich Invest in Norway, sind momentan mit zwei großen deutschen Unternehmen im Gespräch. Es geht sowohl um Datencenter als auch um einen Standort für die Produktion von Spezialeisen. Deutsche Firmen suchen zunehmend Alternativen zu China – nicht nur wegen des Ausbruchs des Corona-Virus.

Petter Ølberg: Es geht bei diesem Ansatz nicht um billigen Strom, sondern um saubere Energie, Verlässlichkeit und Datensicherheit – eine Super-Konstellation.

Das wohl größte Projekt zwischen Deutschland und Norwegen ist der gemeinsame Bau von U-Booten. Der Auftrag für die vier neuen norwegischen U-Boote hat einen Kostenrahmen von über vier Milliarden Euro. Das norwegische Parlament Storting hatte verlangt, dass die industrielle Zusammenarbeit beim U-Boot-Projekt dem Wert des Vertrags entsprechen und der Technologietransfer vor dem Abschluss des Vertrags sichergestellt sein muss. Wie ist der Stand der Verhandlungen? Die Unterzeichnung des Vertrages steht ja noch aus.

Petter Ølberg: In der Tat sind es zwei Verhandlungen, die voneinander abhängen: der U-Boot-Bau und die Zulieferungen aus der Industrie. Beide Verträge werden gleichzeitig verhandelt. Nichts ist entschieden, bis alles entschieden ist. Insofern können wir als Botschaft momentan nichts anderes sagen als: Es wird verhandelt. 

Manuel Kliese: Innovation Norway war und ist in die Suche möglicher Zulieferer eingebunden. Wir haben Kontakt mit knapp 200 Firmen. Die Herausforderung besteht darin, diese Unternehmen, wenn sie den qualitativen Anforderungen entsprechen, so auszubauen, dass sie über die notwendigen Kapazitäten für so große Lieferungen verfügen. Wir prüfen laufend, ob und wie wir vor allem kleine und mittelständische Unternehmen auch finanziell fördern können. 

Jon Hansen: Dieser Vertrag ist ja sehr langfristig angelegt, die Auslieferung soll zwischen 2030 und 2040 erfolgen. Das heißt: Es wird ständig technologische Updates geben. Das Projekt wird vor allem die Digitalisierung in hohem Maße vorantreiben. 

Innovation Norway ist in Norwegen eine ziemlich große, weit verzweigte Institution. Wie ist diese Wirtschaftsförderung in Deutschland aufgestellt?

Manuel Kliese: Innovation Norway ist in Deutschland in drei Bereiche unterteilt. . Zuerst betreiben wir klassische Exportförderung für norwegische Unternehmen mit Messen, Delegationsreisen, Konferenzen, Seminaren und Workshops und auch Einzelberatungen. Deutsche Unternehmen, die Kooperationspartner in Norwegen suchen, können sich gern an uns wenden – wir verfügen über ein sehr gutes Netzwerk in Norwegen.

Der Bereich  Invest in Norway kümmert sich um die Akquisition deutscher Direktinvestitionen. Wir unterstützen deutsche Firmen bei der Standortwahl in Norwegen, bei Firmenübernahmen oder Beteiligungen, bei der Suche nach Mitarbeitern, der Einbindung in bestehende Netzwerke wie Cluster oder Forschungslandschaften und vieles mehr.  

Visit Norway betreut den Tourismusbereich. Aus keinem anderen Land kommen jährlich so viele Touristen nach Norwegen wie aus Deutschland. 

Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem Innovation Norway alle drei Säulen bedient. Und ich rechne damit, dass die Aktivitäten von Innovation Norway in Hamburg und München weiter ausgebaut werden. 

Die Botschaft und Innovation Norway sind aber nicht die norwegischen einzigen Akteure zur Unterstützung der deutsch-norwegischen Wirtschaftsbeziehungen. Wie hängen die verschiedenen Institutionen zusammen?

Jon Hansen: Wir nennen das Netzwerk der verschiedenen Akteure, die Unternehmen im Ausland unterstützen, “Team Norway”. “Team Norway” ist eine netzwerkbasierte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen öffentlichen und privaten Akteuren, die sich für die internationale Förderung norwegischer Geschäftsinteressen einsetzen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, durch Informationsaustausch und Koordinierung zur Steigerung der Wertschöpfung in der norwegischen Wirtschaft beizutragen.

In Deutschland funktioniert das “Team Norway” wie eine Werkzeugkiste. Für jede Aufgabe liegt das richtige Instrument im Kasten. In Deutschland zählen neben Innovation Norway und der Botschaft auch Norwegian Energy Partners (Norwep) und der Norwegian Seafood Council dazu. 

Kaum ein anderen Land hat so ein großes und gutes “Team Norway” wie Deutschland.

Vielen Dank für das Gespräch.

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