Norwegen verschärft Maßnahmen gegen Corona-Virus

V.l.: Direktorin des Instituts für öffentliche Gesundheit Camilla Stoltenberg, Ministerin für Gesundheit und Pflege Bent Høie, Premierministerin Erna Solberg und Direktorin für Gesundheit Bjørn Guldvog bei der Pressekonferenz im Büro des Premierministers am 12. März 2020.©Eirin Larsen / Büro des Premierministers

Oslo, 12. März 2020. Die norwegische Regierung hat gemäß Abschnitt 4-1 Absatz 2 des Gesetzes zum Schutz vor unvorhergesehenen Ereignissen die Maßnahmen im Kampf gegen den Corona-Virus verschärft. Es sind die stärksten und radikalsten Maßnahmen, die je in Friedenszeiten in Norwegen ergriffen wurden. Dies sei unbedingt erforderlich, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz.

Die neuen Maßnahmen werden erhebliche Auswirkungen auf die persönliche Freiheit der Einwohner haben. Dies sind Maßnahmen, die sich direkt auf den Alltag der Menschen und die Funktionsweise unserer Gesellschaft auswirken.

„Alle Kindergärten, Vorschulen Schulen, weiterführenden Schulen, Hochschulen und Universitäten des Landes sind geschlossen“, sagte Premierministerin Erna Solberg. Die Direktoren von Schulen und Kindergärten müssen den Eltern, die im Gesundheitswesen oder anderen wichtigen Bereichen arbeiten, ein Betreuungsangebot unterbreiten.

Die Schließung gilt bis Donnerstag, 26. März. Während der Pressekonferenz wurde jedoch betont, dass die Maßnahme bei Bedarf verlängert werden können.

Auch Kulturveranstaltungen, Sportveranstaltungen und organisierte Sportaktivitäten im Innen- und Außenbereich müssen abgesagt werden.
Alle Einrichtungen in der Gastronomie mit Ausnahme von Servierorten, an denen Speisen serviert werden, z. B. Kantinen und Restaurants, in denen Besucher mindestens 1 Meter Abstand halten können. Essen sollte nicht als Buffet serviert werden. Die Hotellerie umfasst Restaurants, Bars, Pubs und das Nachtleben.
Auch Fitness-Studios, Unternehmen, die Friseurdienstleistungen, Hautpflege, Massage und Körperpflege, Tätowierung, Piercing und dergleichen anbieten, bleiben geschlossen. Ebenso
Schwimmbäder, Wasserparks und ähnliche Einrichtungen.

Der Einzelhandel bleibt offen. Es bestehe keine Notwendigkeit, sich mit Lebensmitteln einzudecken. Die Lebensmittelgeschäfte bleiben geöffnet.

Angehörige der Gesundheitsberufe, die in der Patientenversorgung arbeiten, dürfen nicht ins Ausland reisen. Das Verbot gilt sowohl für Geschäftsreisen als auch für Privatreisen. Kosten werden kompensiert.

Die Gesundheitsdirektion wünscht sich einen möglichst normalen Inlandsverkehr, aber sie empfiehlt dringend, Urlaubsreisen zu vermeiden.

Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln bleibt erhalten. 

Die Gesundheitsdirektion bittet darum, keine Personen in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Gruppen (ältere Menschen, Psychiatrie, Gefängnis usw.) zu besuchen.

Die Anwälte von Unternehmerorganisation NHO haben eine Seite mit Fragen und Antworten für Arbeitgeber erstellt. Hier finden Sie ergänzende Antworten auf Fragen zu Entlassungen, Krankengeld, Reisen, Quarantäne, Arbeitszeiten und mehr im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 

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