Energieunternehmen und -verbände veröffentlichen Positionspapier zur Bedeutung von Erdgas für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit

In einem jetzt veröffentlichten gemeinsamen Positionspapier erläutern Energieunternehmen und -verbände, welche Rolle Erdgas für den Industriestandort Deutschland und den Klimaschutz spielt.©Wintershall/ shutterstock

Berlin/Kassel, 2. März 2020. 17 deutsche und internationale Energieunternehmen haben ein Positionspapier veröffentlicht, in dem der Beitrag von Gas zu Klimaschutz und zur Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland festgehalten wird. Unter dem Titel “Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam sichern: Der Beitrag der Gaswirtschaft und Industrie” zeigen die Autoren, warum gerade für Deutschland die Industrie und das verarbeitende Gewerbe im internationalen Wettbewerb eine herausragende Bedeutung haben, und erinnern daran, warum Gase und die existierende Gasinfrastruktur heute und zukünftig ein Teil der Lösung sind, um die Erreichung der Klimaziele, die Energieversorgungssicherheit sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu gewährleisten. Zu den Unterzeichnern gehören auch das Energieunternehmen Wintershall Dea, das in Norwegen in der Öl- und Gasproduktion engagiert ist, und der norwegische Energiekonzern Equinor.

„Um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, ohne den Industriestandort Deutschland zu gefährden, brauchen wir den Energieträger Erdgas“, erklärt Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender des Gas- & Ölunternehmen Wintershall Dea. „Mit sauberer und bezahlbarer Energie, die verlässlich zur Verfügung steht, können wir die industrielle Produktion in Deutschland erhalten. Gas und Energiewende – das gehört zusammen.“

Die Bundesrepublik habe eine starke und leistungsfähige Industrie. Mehr als ein Viertel der Bruttowertschöpfung entfalle auf das produzierende Gewerbe (27,5 Prozent). In anderen Industrienationen wie Frankreich und den USA seien es nur rund 20 Prozent. „Die überdurchschnittlich große Wertschöpfung wird in hohem Maße durch den Energieträger Gas ermöglicht“, betont Mehren. Wie die Unterzeichner des Positionspapiers mitteilen, verbrauchen die Industrieunternehmen in Deutschland 2016 insgesamt knapp 40 Prozent des gesamten Bedarfs an Erdgas (926 Mrd. kWh). In einzelnen Bereichen, so beispielsweise im Sektor Industrie und Bau, sei der Gasverbrauch hierzulande fast doppelt so hoch wie etwa in Frankreich. Zugleich produziere Deutschland – auch dank des Energieträgers Erdgas – deutlich energieeffizienter als viele andere Industrienationen. Um Waren und Dienstleistungen im Wert von 1.000 Euro herzustellen, seien 2016 in Deutschland nur noch 4,7 Gigajoule (GJ) Primärenergie eingesetzt worden. Damit stehe die Bundesrepublik vier Prozent effizienter da als Japan – und ganze 32 Prozent vor den USA. Seit 2000 (6,1 GJ) sei die gesamtwirtschaftliche Energieeffizienz in Deutschland um 23 Prozent gestiegen. Die Treibhausgasemissionen aus Industrieprozessen seien derweil um mehr als 20 Prozent gesunken.

In dem Positionspapier wird darauf hingewiesen, dass Erdgas vor allem in der Chemieindustrie eine große Rolle spielt: Die Branche hat einen Anteil von 15 Prozent am Erdgasverbrauch in Deutschland. Der Rohstoff wird hier nicht nur energetisch und zur Stromerzeugung, sondern auch stofflich genutzt: Sein Hauptbestandteil Methan bildet den Ausgangspunkt für die Herstellung von Ammoniak und Methanol. Diese chemischen Verbindungen sind wichtiger Bestandteil verschiedener Zielprodukte, beispielsweise für Polymerwerkstoffe, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Spezialchemikalien.

Die Bedeutung von Gas werde auch im Stahlsektor weiter steigen, heißt es im Positionspapier. Um die Klimaziele zu erreichen, wolle die Branche die derzeitigen Kohlestoffträger nahezu vollständig ablösen. Dabei könne – zum Beispiel aus Erdgas – treibhausgasarm erzeugter Wasserstoff eine Schlüsselrolle spielen. Wie dieser blaue Wasserstoff durch Methanpyrolyse erzeugt werden kann, erforscht Wintershall Dea in einer Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Die Unterzeichner des Positionspapiers:

bayernets GmbH, Bayerngas GmbH, BP Europa SE, Deutsche Shell Holding GmbH, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Equinor Deutschland GmbH, ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, GASCADE Gastransport GmbH, Gas-Union GmbH, GasVersorgung Süddeutschland GmbH, ONTRAS Gastransport GmbH , Open Grid Europe GmbH, terranets bw GmbH, Thüga AG, Uniper SE, Verband der chemischen Industrie e.V., Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft, VNG AG, Wintershall Dea GmbH

Hier können Sie das Positionspapier herunterladen.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Löschdecke für Elektroautos: Feuerwehren in Schleswig-Holstein nutzen norwegische Lösung