Klimauhr in Oslo als PR-Kampagne für mehr Windkraft

Der Countdown läuft, die Uhr tickt: Eine Klimauhr im Osloer Zentrum zählt die Zeit bis 2030. Bis zu diesem Zeitpunkt will Norwegen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1991 um 50 Prozent und mehr reduziert haben.©Norsk Vind

Oslo, 20. Februar 2020. Am Ende der norwegischen Fußgängerzone Egernorget, nahe des norwegischen Parlaments Storting, hat das norwegische Windkraftunternehmen Norsk Vind eine sechs Meter breite digitale Klimauhr montiert, die die Zeit bis 2030 zählt. Sie soll daran erinnern, wie wenig Zeit für die Halbierung der Treibhausgasemissionen verbleibt.

Der Zeitzähler wurde in Nacht zum Dienstag als Lichtwerbung auf das achtstöckige Hochhaus Horngården montiert, das erste Hochhaus der norwegischen Hauptstadt. Die Zeit läuft bis zum 31. Dezember 2030. Bis zu diesem Zeitpunkt muss Norwegen seine Treibhausgasemissionen entsprechend des norwegischen Klimagesetzes um 40 Prozent gegenüber 1991 reduziert haben. Kürzlich hatte die Regierung ihre Klimaziele bis 2030 sogar auf 50 bis 55 Prozent erhöht. 

Norsk Vind will mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, dass die Windkraft einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten kann. Windkraft sei ein Teil der Lösung, wenn fossile Energie durch erneuerbare und saubere Energie ersetzt wird, teilt das Unternehmen mit.  Parallel zu der Debatte darüber, wo Windkraft gebaut werden soll, ticke die Uhr unaufhaltsam auf einen schweren Klimawandel zu.

Hintergrund der Aktion ist die Tatsache, dass sich norwegische Einwohner und Kommunen immer mehr gegen den Aufbau von Windparks zur Wehr setzen. “Ich glaube nicht, dass die Leute darüber nachgedacht haben, wie kurz die Zeit wirklich ist”, sagt Per Ove Skorpen, General Manager von Norsk Vind. “Ich hoffe, wir vermitteln durch die Klimauhr die Botschaft, dass wir es kaum erwarten können, mehr erneuerbare Energien zu entwickeln. Das Klima wartet nicht, bis wir die Debatte beendet haben.”

Der Widerstand im vergangenen Jahr gegen Onshore-Windparks habe die Regierung veranlasst, das Genehmigungssystem für neue Windkraftprojekte auszusetzen.”Die Klimauhr ist strategisch auf Egertorget platziert, um daran zu erinnern, dass wir derzeit wirksame klimawirksame Maßnahmen einleiten müssen”, sagte Skorpen.

Es gebe berechtigte Argumente gegen Windkraft und es gebe mehrere Gebiete in Norwegen, in denen Windkraftanlagen nicht errichtet werden sollten. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Norwegen und die Welt die Produktion sauberer Energie steigern.

Die Installation der Klimauhr wurde von einer großen Kampagne begleitet. Eine ähnliche Countdown-Uhr von 15 x 3,5 Metern tickt im Windpark Høg-Jæren außerhalb von Stavanger. Die Kampagne sei auf großes Interesse gestoßen, insbesondere bei Windkraftgegnern, die das Unternehmen beschuldigt hätten, Kinder einzuschüchtern.

“Wir verstehen, dass unsere Kampagne besonders bei der Bevölkerung, die keine Windkraft entwickeln möchte, auf Ablehnung gstoßen ist. Der Klimawandel ist für alle entmutigend, und die meisten Menschen, insbesondere die jüngere Bevölkerung, möchten Maßnahmen ergreifen, um die schlimmsten Folgen zu bewältigen. Die Klimauhr unterstützt das Bestreben der Jugend zum Handeln”, erklärt Skorpen.

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