Norwegen mit dem niedrigsten Strompreis in Europa

Norwegen hatte von 2000 bis 20019 den niedrigsten durchschnittlichen Strompreis in Europa. Die Angaben auf der linken Seite der Karte (rot) zeigen, um wie viel Prozent die Preise in verschiedenen EU-Ländern die Strompreise Norwegens in den vergangenen zehn Jahren überschritten.©Energi Norge

In diesem Winter waren die Strompreise in Norwegen ungewöhnlich niedrig. Energie Norge, der Verband der Stromproduzenten und -verteiler, erklärt auf seiner Website, warum die Preise so niedrig liegen und was für den Sommer erwartet wird:

Die Preise haben sich im Vergleich im Januar 2020 im Vergleich zum Januar letzten Jahres tatsächlich halbiert und lagen unter 25 Cent pro Kilowattstunde. Zum letzten Mal waren die Winterpreise 2015 so gering.

Warum sind die Preise so viel niedriger als im letzten Jahr?

Die niedrigen Strompreise sind auf verschiedene Umstände zurückzuführen. Erstens bedeutet der milde Winter, dass wir weniger Strom zum Heizen verbrauchen als normalerweise. Wenn der Verbrauch sinkt, folgen die Preise. Zweitens hat es viel geregnet, wodurch die Produktion der Wasserkraftwerke steigt. Drittens gab es kräftigen Wind, was zu einer gewaltigen Windenergieproduktion in Skandinavien führte. Darüber hinaus waren auch in Europa die Strompreise gering.

Was erwartet der Markt in den nächsten sechs Monaten?

Die monatlichen Verträge für Februar bis Juli liegen an der Nasdaq-Strombörse unter 24 Cent pro Kilowattstunde – der Markt rechnet also bis zum Sommer mit kundenfreundlichen Preisen. Diese Preise könnten unter anderem durch Temperatur (Verbrauch), Niederschlag in den Stauseen und Windkraftproduktion in den kommenden Monaten beeinflusst werden.

Was bedeutet der Ausbau der Windenergie für die Preise?

Eine erhöhte Windenergieerzeugung in Schweden und Dänemark trägt zu starken Preissenkungen in bestimmten Zeiträumen bei. Im Gegensatz zur Wasserkraft kann die Windenergie nicht reguliert werden, was bedeutet, dass wir bei starkem Wind billigen Strom von unseren Nachbarn importieren können. Mehr Windkraft in Norwegen wird ebenfalls zu niedrigeren Preisen beitragen, aber es ist mindestens ebenso wichtig, unsere Wasserkraftwerke weiterzuentwickeln, um einen angemessenen Zugang zu erneuerbaren Energien zu gewährleisten.

Wie wirken sich die Stromkabel auf die Strompreise aus?

Die Stromkabel in unsere Nachbarländer ermöglichen uns den grenzüberschreitenden Stromhandel und schützen uns so in kalten Jahren mit wenig Niederschlag vor sehr hohen Preisen. Für Deutschland und England sind neue Kabel im Bau. In Schottland wurde ein neues Kabel beantragt. Diese werden für sich genommen zu einigen höheren Strompreisen führen, aber auch eine stärkere Stromerzeugung in Norwegen ermöglichen, was wiederum zu niedrigeren Preisen führen wird. Insgesamt sorgen die Kabel für eine sicherere und klimafreundlichere Stromversorgung sowohl in Norwegen als auch in unseren Nachbarländern. Berechnungen von NVE zeigen, dass die Strompreise in Norwegen ohne Kabel im Winter zwei- bis dreimal höher wären.

Müssen wir noch mit großen Preisschwankungen leben?

Der großflächige Ausbau der ungeregelten Wind- und Solarenergie in Europa wird in den kommenden Jahren zu stärkeren Schwankungen der Strompreise führen. Längerfristig wird dies zu niedrigeren Preisen beitragen. Die Strommarktanalyse von NVE zeigt, dass der starke Ausbau erneuerbarer Energien in den nordischen Ländern den Preisanstieg in Norwegen dämpft. Die Strompreise sind auch von den gestiegenen Preisen für fossile Energie in Europa betroffen. Es ist positiv für die Umwelt, dass die Freisetzung von Treibhausgasen teurer ist, wirkt sich jedoch auch auf die norwegischen Strompreise aus, da wir eng mit dem europäischen Strommarkt verbunden sind.

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