Kreuzfahrt in Norwegen: Mehr Schiffe, weniger Ausgaben an Land

Mehr als 2.300 Kreuzfahrtschiffe fuhren im vergangenen Jahr Häfen in Norwegen an. ©André E. Eilertsen.

Oslo, 8. Januar 2020. Norwegen wird als Destination für die Kreuzfahrtindustrie immer interessanter. Im vergangenen Jahr liefen 2.365  Kreuzfahrtschiffe Norwegen an, 230 mehr als im Vorjahr. Immer mehr Gäste, vorrangig deutsche, überschwemmen die Häfen – und geben dabei immer weniger Geld aus, wie eine Umfrage von Innovation Norway unter 3.232 Kreuzfahrtpassagieren vom Sommer vergangenen Jahre ans Licht brachte. 

Der Anteil Norwegens am internationalen Kreuzfahrttourismus liegt heute bei rund drei Prozent. Damit ist der Marktanteil von Kreuzfahrten deutlich höher als bei anderen Formen des Tourismus mit einem Anteil von weniger als 0,5 Prozent. In diesem Sommer wurden 3,6 Millionen Tagesbesucher in norwegischen Häfen registriert. Insgesamt waren 2019 3,9 Gäste auf Kreuzfahrtschiffen in Norwegen unterwegs. Einige der Besuche an Land dauerten nur wenige Stunden, während andere Schiffe von früh bis spät abends oder über Nacht anlegten. Die Mehrheit der Kreuzfahrtpassagiere kommt aus Deutschland, gefolgt vom Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

“Wir sehen eine große Veränderung der Passagiere. Heute gibt es mehr jüngere Passagiere und der Anteil der Kinder ist gewachsen”, sagt Margrethe Helgebostad, Leiterin der Analyse bei Innovation Norway Reiseliv.

Die meisten Kreuzfahrttouristen buchen ein Kreuzfahrtpaket. “Kreuzfahrtpassagiere geben insgesamt viel Geld für ihren norwegischen Urlaub aus. Aber weil sie in Norwegen keine Unterkunft und keinen Transport buchen, bleibt hier weniger Geld im Land als bei anderen Urlaubern”, so Helgebostad weiter. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kreuzfahrttourismus seien geringer als der Nutzen des Landtourismus‘. Wenn jedoch Hotels und Transportmittel ausgeschlossen sind, geben beide Gruppen während der Sommersaison ähnliche Beträge an Land aus.

Der durchschnittlichen täglichen Ausgaben an Land betrugen im vergangenen Sommer  510 NOK pro Passagier, verglichen mit 1.240 NOK bei einem durchschnittlichen ausländischen Urlaubsreisenden. Sie sind auch niedriger als im Jahr 2014. Ältere Amerikaner und Kanadier sind am großzügigsten. Sie lassen während ihrer Tour in Norwegen 3.350 NOK im Lande. Auf Platz zwei liegen die Australier und Neuseeländer vor den Deutschen. 

Die deutschen Kreuzfahrttouristen haben für die norwegische Wirtschaft die größte Bedeutung, heißt es in der Studie, da das Geld mit der Masse gemacht wird. Über ein Drittel (303.100) aller Kreuzfahrttouristen in Norwegen kommt aus Deutschland. Mit  durchschnittlichen Ausgaben von 2.100 NOK pro Person an Land fließen der norwegischen Wirtschaft damit über 600 Millionen NOK zu – so viel wie aus keinem anderen Land. 

Das meiste Geld geben die Schiffsreisenden für Einkäufe, Souvenirs und Waren sowie in Restaurants, Bars und Cafés aus. Die Ausgaben liegen höher bei den Gästen, die in Norwegen an Bord oder von Bord eines Schiffes gehen, weil hier oft eine Übernachtung dazugebucht wird. Zu den meistbesuchten Zielen der Kreuzfahrttouristen in Norwegen gehören die Nidaros-Kathedrale in Trondheim, das Nordkapplatåt, die Hammerfestkirche, die Altstadtbrücke in  Trondheim und der Fischmarkt in Bergen.

Die Studie wurde von Epinion in Zusammenarbeit mit Gyger im Auftrag von Innovation Norway geplant und durchgeführt.

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