Norwegens Premierministerin eröffnet Johan-Sverdrup-Feld: Die Emissionen senken, nicht die Entwicklung

V.r.: Energieministerin Sylvi Listhaug, Premierministerin Erna Solberg und Equinor-CEO Eldar Sætre zur Eröffnung des Johan-Sverdrup-Feldes in der Nordsee©Equinor

Nordsee, 7. Januar 2020. Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg hat heute das Öl- und Gasfeld Johan-Sverdrup in der Nordsee eröffnet. An der Zeremonie auf der Plattform in der Nordsee nahm auch die neue Ministerin für Erdöl und Energie, Sylvi Listhaug, teil. Betreiber des Öl- und Gasfeldes ist der norwegische Energiekonzern Equinor, Partner sind die Unternehmen Lundin Norway, Petoro, Aker BP und Total. Das Feld setzt einen neuen Standard für die CO2-Effizienz. Die landgestützte Stromversorgung führt zu einem rekordniedrigen CO2-Ausstoß von deutlich unter einem Kilogramm pro Barrel. Weltweit beträgt der Durchschnitt rund 18 Kilogramm. Die Erschließung des Johan-Sverdrup-Feldes in der Nordsee ist das größte Industrieprojekt Norwegens.

Das Feld wurde im Oktober 2019 in Betrieb genommen. Seither ist die Produktion auf 300.000 Barrel pro Tag gestiegen. Die voraussichtlich förderbaren Johan Sverdrup-Reserven belaufen sich auf 2,7 Milliarden Barrel Öläquivalent. Zwei Drittel des Erdöls von Johan Sverdrup sollen vor 2030 gefördert werden. Die zu erwartenden Einnahmen werden auf 900 Milliarden NOK geschätzt.

“Es sind die Einnahmen, die zur Finanzierung des Wohlfahrtsstaates beitragen. Das hilft uns, eine gute Schule, einen guten Gesundheitsdienst und ein gutes Transportsystem zu haben. Es ist das Einkommen, das unser Land lebenswert macht”, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg in ihrer Rede. Sie wies darauf hin, dass die  Kosten für die Entwicklung von Johan Sverdrup um mehrere zehn Milliarden NOK gesenkt wurden und dass der Zeitplan in einem so komplizierten Projekt eingehalten wurde. 

“Wir werden auch in den kommenden Jahrzehnten eine Erdölindustrie haben. Die Welt braucht immer mehr Energie und es wird immer noch einen Bedarf an norwegischem Öl und Gas geben”, erklärte Solberg weiter. Bezüglich der Vereinbarung der Entwicklung der Öl- und Gasindustrie in Norwegen mit den Klimazielen forderte sie einen nachhaltigen Übergang, in dem die Emissionen gesenkt werden, nicht die Entwicklung. Die umfassenden Elektrifizierung des norwegischen Festlandsockels werde einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der norwegischen Emissionen leisten.

Am 6. Januar 2020 hatte Eldar Sætre, CEO von Equinor, ein umfassendes Programm zur Senkung der Treibhausgase vorgestellt. 2050 sollten die CO2-Emissionen aus den Öl- und Gasförderung nahe Null liegen. Dies soll in erster Linie durch eine umfassende Elektrifizierung des norwegischen Festlandssockels erfolgen. 

Das Feld wird voraussichtlich bis zu 660.000 Barrel Öl pro Tag in voller Produktion produzieren. Die Plateau-Produktion für Phase 1 beträgt bis zu 440.000 Barrel Öl pro Tag und wird voraussichtlich im Sommer 2020 erreicht.

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