Kommunalreform in Norwegen in Kraft: 43 neue Gemeinden und sechs neue Bezirksgemeinden gebildet

Finden Sie hier die Namen der neuen Gemeinden.©Ministerium für Kommunales und Modernisierung

Oslo, 2. Januar 2020. Seit Neujahr leben 1,7 Millionen Norweger in einer neuen Gemeinde. Zum 1. Januar 2020 trat die größte und wichtigste Kommunalreform seit mehr als 50 Jahren in Kraft. Während der Reformperiode wurden aus 119 Gemeinden 47 neue Gemeinden gebildet. 19 Kreisgemeinden wurden zu elf zusammengefasst.

“Dies ist ein historischer Tag für die Gemeinden in Norwegen. Ich möchte allen danken, die große Anstrengungen unternommen haben, um die Bewohner in einer neuen und stärkeren Gemeinde zusammenzubringen, die für die Zukunft gerüstet ist”, sagt Monica Mæland, Ministerin für Kommunales und Modernisierung. Die neuen Kommunen und Bezirksgemeinden würden ihre Aufgaben besser bewältigen können und auf die Herausforderungen und neuen Aufgaben der kommenden Jahrzehnte gut vorbereitet sein.

Die Kommunalreform startete im Sommer 2014 mit der Zustimmung des norwegischen Parlaments Storting zur Reform. Die Provinzgouverneure übernahmen dabei die Rolle des Vermittlers und Koordinators in den lokal und regional Prozessen.

Wie das Ministerium mitteilt, sei es Ziel der Kommunalreform gewesen, allen Bürgern im ganzen Land gute Sozialleistungen zu bieten. Die Regierung sei insbesondere darum bemüht gewesen, den Kommunen die Möglichkeit zu geben, sich um die Bürger zu kümmern, die die Dienstleistungen des öffentlichen Sektors am dringendsten benötigen. Hierfür seien größere Kommunen erforderlich, die ein professionelles Umfeld schaffen können, das qualifizierte Mitarbeiter anzieht.

“Es war auch ein wichtiges Ziel, die lokale Demokratie zu stärken. Ich freue mich zu sehen, dass viele der zusammengeschlossenen Gemeinden gut daran gearbeitet haben, neue Modelle für die Bürgerbeteiligung zu entwickeln”, so Mæland weiter.

Obwohl sich viele Kommunen durch die Kommunalreform zusammengeschlossen haben, habe die Reform die Kommunalstruktur in Norwegen selbst nicht verändert. Es gebe noch viele kleine und gefährdete Gemeinden. Auch nach Inkrafttreten der Reform hat die Hälfte der Gemeinden 5.000 Einwohner, in rund 120 Gemeinden leben weniger als 3.000 Einwohner.

Die kleinsten Gemeinden hätten große Probleme, in wichtigen Bereichen wie Planung, Digitalisierung, Entwicklung und Innovation kompetente Arbeitskräfte zu finden. Darüber hinaus sei bei vielen Gemeinden ein Rückgang der Einwohner zu verzeichnen. Übrig blieben mehr ältere und weniger arbeitende Menschen, was es der Wirtschaft erschwere, Arbeitskräfte zu finden.

Mæland hofft, dass die kleinen Gemeinden von denjenigen inspiriert werden, die sich jetzt für die Kommunalreform zusammengeschlossen haben. Sie fordert die Kommunalpolitiker aller Kommunen auf, zu prüfen, wie die heutigen und die ihnen bekannten Herausforderungen in den kommenden Jahren gelöst werden können.

“Ich denke, alle Gemeinden, ob groß oder klein, sollten regelmäßig diskutieren und bewerten, ob die Gemeindegrenzen zu den Herausforderungen von morgen passen. Für viele wäre es eine gute Lösung, gemeinsam mit den Nachbargemeinden eine größere und stärkere Gemeinde zu gründen”, sagt Mæland. Viele arbeiteten bereits bei der Feuerwehr und im Bereich des Kindeswohls zusammen.

Erfahren Sie hier mehr zur Kommunalreform in Norwegen.

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