Weiße Weihnachten in Norwegen werden seltener

In und um Oslo lag vor einem Jahr zu Weihnachten ausreichend Schnee für Ski- und Schlittenvergnügen. In diesem Jahr sind die Aussichten für eine weiße Weihnacht im Flachland in Norwegen trübe.©BPN

Oslo, 11.Dezember 2019. Weiße Weihnachten werden in Norwegen immer seltener. Wie das Meteorologische Institut mitteilt, beeinflusst der Klimawandel auch das Weihnachtswetter. In Süd- und Ostnorwegen hat es in der letzten Zeit am Heiligabend deutlich weniger Schneejahre gegeben. Die Wahrscheinlichkeit von Weihnachtsschnee entlang der gesamten Küste von der schwedischen Grenze bis zu den Lofoten ist gesunken. 

Mit Hilfe von Schneekarten und Schneehöhenbeobachtungen hat das Institut an einigen Messstationen die letzten 30 Jahre mit dem Zeitraum von 1961 bis 1990 verglichen. Weiße Weihnachten bedeutet in diesem Zusammenhang Schnee am 24. Dezember. 

Anteil der Jahre mit weißen Weihnachten*©Meteorologisches Institut

“Die größten Veränderungen sind im Tiefland Ost- und Südnorwegens zu verzeichnen, wo große Teile der Bevölkerung leben. Einige Gebiete von der schwedischen Grenze bis nach Kristiansand, von der Küste und 30 bis 80 Kilometer landeinwärts, hatten in den letzten 30 Jahren zehn Weihnachtsabende mit Schnee weniger”, sagt Ketil Isaksen, Klimaforscher am Meteorologischen Institut.

Die Hauptstadt Oslo, wo sich die  Beobachtungsstation Blindern befindet, hat in den letzten 30 Jahren 17-mal weiße Weihnachten gefeiert. Von 1961 bis 1990 waren es 24. Ähnliche Veränderungen gibt es auch für die anderen großen Städte in Ost- und Südnorwegen. Nur in Troms und in der Finnmark sind die Chancen für weiße Weihnachten im Flachland weiterhin hoch.

Regnerische und milde Weihnachtsperioden sind häufiger geworden. In Ostnorwegen hat sich der Dezember in den letzten 30 Jahren im Vergleich zur Vorperiode um 1,2 Grad erwärmt. “Wir müssen bis 2012 zurückkehren, um einen Dezember mit unterdurchschnittlichen Monatstemperaturen zu finden”, erklärt Isaksen.

Der Temperaturanstieg hat zu häufigeren milden Witterungsbedingungen und mehr Niederschlägen in der Weihnachtszeit geführt. Der durchschnittliche Schneefall hat sich daher ins Landesinnere und bergauf bewegt. “Wenn der Weihnachtsschnee nicht erscheint, ist natürlich auch die Schneesaison kürzer. Es schneit später im Winter und der Schnee schmilzt früher im Frühling”, sagt Isaksen.

Die Küste von Østfold bis zu den südlichen Teilen von Trøndelag hat in den letzten 30 Jahren in sieben Jahren weiße Weihnachten gefeiert. Bergen und Kristiansand haben in den letzten 30 Jahren in sechs bzw. acht Jahren weiße Weihnachten gehabt.

Zahl der Weihnachtsabende mit Schnee©Meteorologisches Institut

Weiter im Landesinneren, wo es normalerweise weiße Weihnachten gibt, hat die Schneehöhe in den letzten 30 Jahren abgenommen. Da gute Skibedingungen eine Schneehöhe von 25 Zentimetern oder mehr erfordern, startet die Skisaison später.

In den Bergen besteht nach wie vor eine hohe Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten. Hier gibt es keine offensichtlichen Änderungen im Vergleich zu vorher, da die Temperatur niedrig genug bleibt. 

Die Gebirgsregionen in Südnorwegen und die Grenzregionen zwischen Elverum und Narvik haben fast jedes Jahr weiße Weihnachten. Auch die meisten Einwohner von Troms und so ziemlich alle Einwohner der Finnmark können laut Statistik mit weißer Weihnacht rechnen.

Teile von Buskerud und Oppland, Aust- und Vest-Agder, Rogaland, Hordaland, Sogn og Fjordane, Møre og Romsdal und die Küste von Trondheim bis Tromsø hatten drei von vier Weihnachtsnächte Schnee. Trondheim feiert in den letzten 30 Jahren 22-mal weiße Weihnachten, Tromsø sogar 28-mal. Die beigefügte Schneekarte zeigt, dass in weiten Teilen des Landes immer noch eine Chance von mehr als 50 Prozent für weiße Weihnachten besteht.

*Die Karten basieren auf Niederschlags- und Temperaturdaten für den Zeitraum 1961-1990 und 1988-2017. Sie zeigen, wie viele Jahre in jeder dieser Perioden am Heiligabend Schnee auf dem Boden lag. In den Schneekarten ist die Grenze für Schnee auf dem Boden auf zehn Millimeter festgelegt, gemessen in Wasseräquivalent. An den Messstationen in den Großstädten muss die beobachtete Schneehöhe an Heiligabend mindestens drei Zentimenter betragen, damit es sich um “weiße Weihnachten” handelt. 
Die Daten stammen von senorge.no, einer Kooperation zwischen dem norwegischen Meteorologischen Institut, der norwegischen Direktion für Wasserressourcen und Energie und der norwegischen Kartierungsbehörde.
Quelle: Cristian Lussana und Ketil Isaksen, Klimaforscher am Meteorologischen Institut.

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