UN-Entwicklungsreport: Norwegen weiterhin das Land mit der höchsten Lebensqualität

New York, 9. Dezember 2019. Norwegen hatte auch 2018 nach dem Human Development Index der Vereinten Nationen die höchste Lebensqualität weltweit vorzuweisen. Bereits 2017 lag das Land auf Platz eins im Ranking der Länder. Auf Platz zwei und drei liegen wie im Jahr zuvor die Schweiz und Irland. Deutschland hat sich von Platz 15 auf Platz 4 verbessert. Wie der jetzt veröffentlichte Bericht feststellt, gebe einen globalen Trend zu einer stetig steigenden Lebensqualität.

In dem Bericht werden insgesamt 13 Kriterien zur Bewertung der Lebensqualität herangezogen, unter anderem das  Einkommen, die gesundheitliche Versorgung, Bildung, Gleichstellung, Nachhaltigkeit und Armut.

Wie der Bericht feststellt, nahm in Finnland, Norwegen und Schweden sowie in den osteuropäischen Ländern in den Jahren 1990 bis 2000 die Ungleichheit der Spitzeneinkommen rasch zu. Infolgedessen sei die Einkommensungleichheit heute in fast allen europäischen Ländern höher als zu Beginn der achtziger Jahre.

Seit Anfang der achtziger Jahre sei in kaum einem der untersuchten Länder das Einkommen derer, die unteren 40 Prozent des Durchschnitts liegen, überdurchschnittlich gestiegen. Das Wachstum war entweder verteilungsneutral oder ging mit zunehmender Ungleichheit einher. In Norwegen, Spanien, Frankreich und Kroatien liege der Unterschied nahe bei null: Die unteren 40 Prozent verzeichneten ein Einkommenswachstum, das dem des Durchschnittseinkommens entspricht. In Norwegen und Frankreich wuchs das Top-1-Prozent des Einkommens jedoch überdurchschnittlich, was bedeutet, dass der Einkommensanteil der Gruppen dazwischen gedrückt wurde.

Trotz globaler Fortschritte bei der Bekämpfung von Armut, Hunger und Krankheiten zeige eine „neue Generation von Ungleichheiten“, dass viele Gesellschaften nicht so funktionieren, wie sie sollten, teilt das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in dem Bericht mit. Die Ungleichheiten in Bezug auf Bildung, Technologie und Klimawandel habe Demonstrationen auf der ganzen Welt ausgelöst, während sich die Kluft bei den grundlegenden Lebensstandards für Millionen von Menschen verringert habe.

„Bei Ungleichheit geht es nicht nur darum, wie viel jemand im Vergleich zu seinem Nachbarn verdient. Es geht um die ungleiche Verteilung von Reichtum und Macht: die verankerten sozialen und politischen Normen, die die Menschen heute auf die Straße bringen, und die Auslöser, die dies in Zukunft tun werden, sofern sich nichts ändert. Das wahre Gesicht der Ungleichheit zu erkennen, ist ein erster Schritt. Was als nächstes passiert, ist eine Entscheidung, die jeder Führer treffen muss“, erklärte UNDP-Chef Achim Steiner. „Verschiedene Auslöser bringen Menschen auf die Straße – die Kosten für ein Zugticket, die Benzinpreise, die Forderungen nach politischen Freiheiten, das Streben nach Fairness und Gerechtigkeit. Das ist das neue Gesicht der Ungleichheit.”

Mit Blick auf die Zukunft fragt der Bericht, wie Ungleichheit in den nächsten Jahren gesehen werden könnte, insbesondere in Bezug auf „zwei seismische Verschiebungen“, die das nächste Jahrhundert prägen werden: die Klimakrise und der Fortschritt des technologischen Wandels, der erneuerbare Energien und Energieeffizienz, digitale Finanzen und digitale Gesundheitslösungen umfasst. Der Bericht fordert, dass Chancen „schnell genutzt und auf breiter Basis geteilt“ werden.

Die letzten fünf Plätze bezüglich der Lebensqualität belegen die afrikanischen Länder Burundi, Südsudan, Tschad, Zentralafrikanische Republik und Niger.

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