Northern Lights-CCS: Erste Bohrung in Norwegen auf der Suche nach einem Lager für Kohlendioxid

Von der Plattform West Hercules aus suchen die Mitglieder des Northern-Light-Projektes nach einem geeigneten CO2-Lager©Seadrill

Oslo, 28. November 2019. Erstmals wurde in Norwegen eine Explorationsbohrung niedergebracht, die nicht zum Ziel hatte, Öl oder Gas zu finden. Südlich des Trollfeldes suchen Firmen in der Nordsee nach einem Reservoir in der tiefen Johansen-Formation zur Speicherung von Kohlendioxid (CO2). Das so genannte Wildcat Well 31 / 5-7 Eos wird von den Mitgliedern des Northern Lights-Projektes, bestehend aus Equinor (Betreiber), Shell und Total, von der Plattform West Hercules aus gebohrt.

Diese erste Bohrung der Exploitation License 001 soll Sandstein und das CO2-Speicherpotenzial in den geologischen Formationen Cook und Johansen testen. Die Unternehmen wollen auch die Versiegelungseigenschaften des darüber liegenden Dunlin-Schiefers untersuchen.

Wenn das Bohrloch gute Reservoireigenschaften aufweist und anschließend entschieden wird, die Formationen für die CO2-Speicherung zu verwenden, wird der erste CO2-Injektor als Abzweigung vom Wildcat-Bohrloch gebohrt, teilt das Norwegian Petroleum Directorate mit.

Die Johansen-Formation befindet sich in einer Tiefe von ungefähr 2.700 Metern. Die dichten Schieferschichten werden untersucht, um sicherzustellen, dass das CO2 an Ort und Stelle bleibt.

„In Norwegen haben wir viel Erfahrung und Fachwissen, wenn es um die sichere Speicherung von CO2 unter dem Meeresboden geht“,sagt die stellvertretende Leiterin der Exploration, Wenche Tjelta Johansen. Seit 1996 wird CO2 aus dem Sleipner Vest-Gas entfernt und in die Utsira-Formation injiziert. Eine Million Tonnen CO2 werden jährlich im Untergrund gespeichert. Seit 2007 werden im Snøhvit-Feld 700.000 Tonnen CO2 pro Jahr gelagert. Es wird in der Prozessanlage auf Melkøya vom Gas getrennt, bevor es per Pipeline in ein etwa 140 Kilometer vom Land entferntes Reservoir geleitet wird. 

Das Norwegian Petroleum Directorate hat in einem Speicheratlas Gebiete kartografiert, die für eine sichere Langzeitlagerung geeignet sein könnten. Schätzungen zufolge beträgt das Speichervolumen auf dem norwegischen Kontinentalschelf mehr als 80 Milliarden Tonnen Kohlendioxid, was derzeit 1000 Jahren norwegischer CO2-Emissionen entspricht.

Die Northern-Light-Bohrungen sind Teil des norwegischen Großprojekts zur Abscheidung, zum Transport und zur Speicherung von CO2 (CCS). Dieses Projekt umfasst die Abscheidung von CO2 aus zwei Industriebetrieben in Ostnorwegen sowie den Transport von flüssigem CO2 zu einem Terminal in Westnorwegen. Von dort wird das flüssige CO2 über eine Pipeline transportiert und in ein Reservoir in fast 3.000 Metern Tiefe unter der Nordsee gepumpt, wo es dauerhaft lagern soll.

Bis 2024 wollen Unternehmen und Behörden eine vollständige Wertschöpfungskette für CCS in Norwegen aufzeigen.

Die Behörden erteilten Equinor und seinen Partnern im Januar dieses Jahres eine Betriebsgenehmigung für die Speicherung von CO2. Laut Plan wird Northern Lights im Frühjahr einen Entwicklungs- und Betriebsplan (PDO / PIO) vorlegen. Wenn der Entwicklungsplan grünes Licht erhält, hat sich Northern Lights verpflichtet, über 25 Jahre lang jährlich 1,5 Tonnen CO2 für die Behörden zu speichern.

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