UN-Bericht: Meer kann Schlüssel zur Ernährungssicherheit werden

Oslo, 19. November 2019.  Mit einem besseren Meeresmanagement wird es möglich sein, mehr als das Sechsfache der heutigen Produktion an Meeresfrüchten zu erreichen. Diese Prognose enthält ein Bericht der Expertengruppe des Hochrangigen Gremiums für eine nachhaltige Meereswirtschaft (The Ocean Panel), der am 19. November auf der UN-Konferenz über nachhaltige Fischerei in Rom vorgestellt wurde.

Der Bericht ist der erste in einer Reihe von 16 Expertenberichten, die vom Hochrangigen Gremium für eine nachhaltige Meereswirtschaft in Auftrag gegeben wurden. Sie werden auf der UN-Seekonferenz im Juni 2020 vorgestellt.

“Ich hoffe, der Bericht und die Arbeit des Ozeanpanels werden zu einem neuen Verständnis der Bedeutung eines nachhaltigen Meeresmanagements beitragen, um eine ausreichende Ernährung für eine wachsende Bevölkerung zu gewährleisten. Ich hoffe auch, dass die Arbeit zu einem neuen internationalen Verständnis der Bedeutung guter Managementsysteme und der regionalen und internationalen Zusammenarbeit beitragen wird”, sagt Harald T. Nesvik, Norwegens Minister für Fischerei und Meeresfrüchte, der als Vertreter der norwegischen Regierung an der UN-Konferenz teilnahm. 

Das Ocean Panel besteht aus 14 Staats- und Regierungschefs und wird von Premierministerin Erna Solberg zusammen mit der Präsidentin der Republik Palau geführt. Ziel der Initiative ist es, die Meeresumwelt zu verbessern und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Meer dabei hilft, die Nachhaltigkeitsziele von ausreichend Nahrung, Energie und Arbeitsplätzen zu erreichen.

“Norwegen ist heute in Bezug auf nachhaltiges Fischereimanagement weltweit führend, aber wir haben es auf die harte Tour gelernt. Vor nicht allzu vielen Jahrzehnten waren die Fischbestände in Norwegen in einem sehr schlechten Zustand, und wir hatten mit unregulierter Fischerei sowie mit Fischereiverbrechen zu kämpfen. Dies hat dazu geführt, dass wir auf der Grundlage von Forschung und Wissen Systeme entwickelt haben, die Norwegen heute zu einem der weltweit größten Exporteure von Meeresfrüchten gemacht haben. Norwegen verfügt über Wissen und Erfahrung, die wir international teilen können”, sagt Nesvik.

Einige Schlussfolgerungen des Berichtes:

  • Eine gesteigerte Produktion von Meeresfrüchten kann mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck als bei vielen anderen Nahrungsquellen erreicht werden.
  • Weltweit kann ein besseres Meeres- und Fischereimanagement dazu führen, dass 20 Prozent mehr als derzeit gefangen werden.
  • Das größte Potenzial für eine gesteigerte nachhaltige Lebensmittelproduktion aus dem Meer liegt in der Ausweitung der Aquakultur:
    • Eine Zunahme der Produktion von Arten, die nicht von der direkten Futterversorgung abhängen, wie Seetang und Muscheln, kann zu einer Zunahme der weltweiten Nahrungsmittelversorgung beitragen. Gleichzeitig könnte dies die Wasserqualität verbessern, einen natürlichen Lebensraum für die Fischbestände schaffen und zu einer besseren Küstenumwelt beitragen. 
    • Die Haltung von Arten, die mit Fischmehl und Fischöl gefüttert werden wie Fisch und Krebstiere, kann ebenfalls einen erheblichen Beitrag zur künftigen Lebensmittelproduktion leisten. Es wird davon ausgegangen, dass der Sektor alternative Futterquellen findet und die Auswirkungen auf die Umwelt minimiert.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht in englischer Sprache.

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