ABB-Test belegt Funktionsfähigkeit von Unterwasser-Stromverteilersystemen

Umfangreiche Tests haben ergeben, dass das Unterwassersystem einsatzbereit ist.©ABB

Oslo, 20. November 2019. ABB hat nach einem 3.000-Stunden-Flachwassertest mitgeteilt, dass das Unterwasser-Stromverteilungssystem und die Wechselrichtertechnologie von ABB funktionieren und kommerziell rentabel sind. Es sei das weltweit erste Unterwassersystem und läute eine neue Ära für eine sauberere, sicherere und nachhaltigere Öl- und Gasförderung ein, teilt das Unternehmen mit. 

Zum ersten Mal könnten Energieunternehmen über Entfernungen von bis zu 600 Kilometern und bis zu 3000 Metern Tiefe auf eine zuverlässige Stromversorgung von bis zu 100 Megawatt (MW) zugreifen. Diese könne mit einem einzigen Kabel ohne oder mit geringem Wartungsaufwand bis zu 30 Jahre funktionieren und ermögliche eine Öl- und Gasförderung fernab von Land oder bestehender Infrastruktur und in großen Tiefen.

Das Industrieprojekt starteten ABB und der norwegische Energiekonzern Equinor 2013 gemeinsam mit den Partnern Total und Chevron. Für  Forschung, Design und Entwicklung wurden einhundert Million US-Dollar investiert. Die Validierung des Flachwassertests in einem Hafen in Vaasa, Finnland, zeigt, dass der Großteil der weltweiten Offshore-Kohlenwasserstoffressourcen jetzt elektrifiziert gefördert werden kann.

“Dieser Meilenstein ist eine herausragende Leistung und der Höhepunkt einer inspirierenden Technologieentwicklung, die durch enormes Engagement, Fachwissen und Ausdauer erreicht wurden”, sagt Dr. Peter Terwiesch, Leiter von ABB Industrial Automation.

Durch den Betrieb von Pumpen und Kompressoren am Meeresboden sollen die Unterwasserstromverteilung und die Wechselrichtertechnologie von ABB den Stromverbrauch erheblich senken. Auch bestehe das Potenzial für signifikante Energieeinsparungen mit reduzierten CO2-Emissionen durch Landstrom. Die Unterwasser-Geräte können an jede Stromquelle angeschlossen werden und ermöglichen so auch die Integration erneuerbarer Energien wie Wind- und Wasserkraft.

Nach Angaben des Unternehmens sind unter bestimmten Voraussetzungen Investitionseinsparungen von mehr als 500 Millionen US-Dollar möglich.

Eine Unternwasserfabrik ist kein Traum mehr: Mehrere Geräte können mit einem einzigen Zuleitungskabel mit Strom versorgt werden.©ABB

„Es ist kein Traum mehr, die gesamte Öl- und Gasförderanlage auf den Meeresboden zu verlegen. Ferngesteuerte, zunehmend autonome Unterwasseranlagen, die mit kohlenstoffarmer Energie betrieben werden, werden mit großer Wahrscheinlichkeit Realität, wenn wir auf eine neue Energiezukunft zusteuern “, sagte Dr. Terwiesch.

Bisher war nur nachgewiesen, dass das Übertragungskabel und der Unterseetransformator unter Wasser funktionieren. Jetzt umfasst das komplette Unterwasser-Energieverteilungs- und Umwandlungssystem von ABB einen Abwärtstransformator, Mittelspannungs-Frequenzumrichter und -Schaltanlagen, Steuerungs- und Niederspannungs-Energieverteilungssysteme sowie Leistungselektronik und -regelungssysteme.

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