Wirtschaftsminister Isaksen in Washington: US-Zölle auf EU-Autoimporte hätten Auswirkungen auf Norwegen als Schifffahrtnation

Norwegens Wirtschaftsminister Torbjørn Røe Isaksen (r.) mit US-Handelsminister Wilbur Ross©Regjeringen.no

Washington/Oslo, 15.November 2019.  Norwegens Wirtschaftsminister Torbjørn Røe Isaksen traf am 14. November in Washington mit US-Handelsminister Wilbur Ross zusammen. Sie diskutierten die andauernden Streitigkeiten im Handel und die von den US-Behörden angekündigten Autozölle für Einfuhren aus der EU.

“Meine Botschaft beim Treffen mit Ross war, dass norwegische Unternehmen durch Aktivitäten, Niederlassungen und Investitionen in den USA Arbeitsplätze und Werte auf beiden Seiten des Atlantiks schaffen. Damit diese Zusammenarbeit wachsen kann, sind wir auf einen guten Marktzugang und einen fairen Wettbewerb für norwegische Unternehmen angewiesen. Mein Eindruck ist, dass die USA Norwegen als Handelspartner und Verbündeten schätzen”, sagte Røe Isaksen.

Sollten die USA tatsächlich Zölle für Autos und Autoteile aus der EU in Höhe von 20 bis 25 Prozent erheben, hätte dies Konsequenzen für Norwegen als Schifffahrtsnation, da jedes zweite weltweit beförderte Auto auf einem norwegischen Schiff transportiert wird. Ross signalisierte auf dem Treffen, dass es jetzt weniger Grund gibt, sich über eine mögliche Strafe für Autoteile Sorgen zu machen als zuvor. Das seien gute Nachrichten, denn für Norwegen geht es um Exporte im Umfang von fast dreihundert Millionen NOK”, so Isaksen. Ein Tarif für Autos und Autoteile hätte für Norwegen ein weitaus größeres Schadenspotenzial als die bereits umgesetzten Maßnahmen für Stahl und Aluminium.

Die beiden diskutierten auch Entwicklungen im globalen Handel. Der US-chinesische Handelskonflikt sei auch für Norwegen als Schifffahrtsnation gravierend, da die beiden Großmächte für die norwegische Schifffahrt die beiden wichtigsten außereuropäischen Einzelmärkte darstellen.

Røe Isaacsens besuchte als Industrieministe bereits zum zweiten Mal die US-Hauptstadt. Zum Programm gehörte ein Mittagessen mit norwegischen und amerikanischen Unternehmen, die Eröffnung des jährlich stattfindenden norwegisch-amerikanischen Seeseminars, ein Treffen mit norwegischen Rüstungsunternehmen und politische Gespräche mit Handelsminister Wilbur Ross und dem Vorsitzenden des Handelsausschusses des Repräsentantenhauses im US-Kongress, Richard Neal.

Die USA sind nach der EU Norwegens zweitgrößter Exportmarkt. Im Jahr 2018 kaufte Norwegen US-Waren für rund 58 Milliarden NOK, die Ausfuhren norwegischer Waren in die USA beliefen sich auf fast 46 Milliarden NOK.

Etwa 258 norwegische Unternehmen sind in den USA tätig. Die wichtigsten Sektoren für norwegische Unternehmen in den USA sind Schifffahrt, Erdöl, IT / IKT, Biotechnologie, Medizintechnik, Energie, Finanzindustrie und Verteidigungsindustrie. Norwegische Unternehmen haben sich vor allem in New York, Houston und San Francisco angesiedelt.

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