Norwegen emittiert 2018 mehr Treibhausgase als 1990 – aber niedrigster Wert seit 1995

Der Anteil von Biokraftstoffen am Kraftstoffmix ist im vergangenen Jahr in Norwegen zurückgegangen Das führte u.a. zur Erhöhung der Emissionen aus dem Straßenverkehr gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent. Im Bild: Biogas-Verflüssigungsanlage Romerike. Das hier aus Haushaltsmüll erzeugte Bio-LNG dient als Kraftstoff für Oslos Busse.©BPN

Oslo, 1. November 2019. Die Treibhausgasemissionen in Norwegen gingen 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent zurück, das sind rund 450.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Wie das norwegische Statistikamt SSB mitteilt, betrugen die Emissionen 52 Millionen Tonnen. Dies sei der niedrigste Stand seit 1995. Gegenüber 1990 allerdings, das Jahr, auf die sich die Ziele zur Reduzierung der Emissionen beziehen, sind die Emissionen um 1,1 Prozent gestiegen.

Der Hauptgrund für den Rückgang der Gesamtemissionen ist eine signifikante Reduzierung der Fluorkohlenwasserstoffe (FKW, HFKW), die in Kälte- und Klimaanlagen zu finden sind.  Die Emissionen dieser Gase verringerten sich 2018 um 143 Tonnen HFKW, was 540.000 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht. 2003 wurde auf die Einfuhr von HFKW-Gas eine Abgabe erhoben, die zu einem Rückgang der Einfuhren und damit zu einem Rückgang der HFKW-Emissionen im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 führte.

Die Emissionen aus dem Straßenverkehr stiegen um 2,8 Prozent. Dieser Anstieg sei auf eine deutliche Verringerung des Anteils von Biokraftstoffen am Kraftstoffmix in vergangenen Jahr zurückzuführen. Die Emissionen von Traktoren, Baumaschinen und anderen Motorausrüstungen legten aufgrund des verstärkten Einsatzes von Baudiesel um 9,3 Prozent zu. Die Emissionen in der Binnenschifffahrt und der Fischereiindustrie wuchsen aufgrund des verstärkten Einsatzes von Marine Gasöl um drei Prozent.

Die beiden größten Emissionsquellen Öl- und Gasförderung sowie Industrie und Bergbau verzeichneten 2018 einen Rückgang der Emissionen von 1,0 bzw. 0,5 Prozent. Ursache ist die geringere Öl- und Gasproduktion sowie der Produktionsrückgang in einigen Industriezweigen (Eisen, Stahl und Ferrolegierungen, Ölraffinerie).

Die Treibhausgasemissionen waren im Jahr 2018 um 1,1 Prozent höher als im Jahr 1990, aber um 8,7 Prozent niedriger als im Spitzenjahr 2007. Die Emissionen im Jahr 2018 sind die niedrigsten seit 1995 und liegen auf einem niedrigeren Niveau als vor der Finanzkrise im Jahr 2009. Für den Gesamtanstieg von 1990 bis 2018 sind nach Angaben des Statistikamtes vor allem die Emissionen aus der Öl- und Gasförderung verantwortlich, die um 73 Prozent zunahmen. Der Straßenverkehr hat im Berichtszeitraum ebenfalls stark zugenommen, und die Emissionen lagen 2018 um 26 Prozent höher als 1990. Die Industrie verzeichnete von 1990 bis 2018 einen Emissionsrückgang von 39 Prozent.

„Es ist erfreulich zu sehen, dass die Emissionswerte auch im Jahr 2018 zurückgegangen sind. Damit ist 2018 das dritte Jahr in Folge mit einer Verringerung der Treibhausgasemissionen. Wir haben jetzt die niedrigsten Emissionen seit 1995. Die Regierung wird ihre Anstrengungen zur Emissionsminderung fortsetzen. Wir werden die Entwicklung emissionsfreier Lösungen beschleunigen und die Emissionen in allen Sektoren, sowohl in Norwegen als auch international, senken“, äußerte sich der Minister für Klima und Umwelt, Ola Elvestuen (V) zu dem aktuellen Bericht der Statistikbehörde.

Norwegens Klimaziel für 2030 ist die Reduzierung der norwegischen Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990. Im nächstes Jahr will die Regierung ihre Klimaziele weiter verschärfen. „Norwegen wird die Emissionen bis 2030 um 40 Prozent senken. Dann müssen wir die erforderlichen Technologien und neuen Industrien ohne Emissionen weiterentwickeln, was uns gleichzeitig zu einer besseren und umweltfreundlicheren Wettbewerbsfähigkeit verhelfen wird“, so Elvestuen weiter.  

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