Norwegen will weitere Öl- und Gasfelder mit Landstrom versorgen

Stromversorgung vom Ufer zum Utsira Hügel und zum Sleipner-Feldzentrum: Das violette Kabel zeigt die Stromversorgung vom Ufer zu Johan Sverdrup, Phase 1, die 2018 eingerichtet wurde. Das gelbe Stromkabel zeigt die Stromversorgung vom Ufer zu Johan Sverdrup, Phase 2 und die Utsira High-Bereichslösung. die ab 2022 in Betrieb sein soll. Das orangefarbene Kabel zeigt den Landstrom zur Sleipner-Feldmitte und die angeschlossenen Felder ab Ende 2022. Das schwarze Kabel zeigt die vorhandenen Stromkabel in der Sleipner-Feldmitte und zur Gudrun-Installation. In der Abbildung nicht 
dargestellt sind Unterseebkabel, die ebenfalls von der Landstromversorgung profitieren.©Equinor

Oslo, 28. Oktober 2019. Nachdem das Sverdrup-Feld im vergangenen Jahr einen Anschluss zur Stromversorgung von Land erhalten hat, sollen jetzt bis zu zehn weitere Erdöl- und Gasfelder auf dem Utsira-Hügel in der Nordsee Strom aus erneuerbaren Energien über ein Kabel von Land erhalten. Die Energielösung bedeutet eine Reduzierung von 1,2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

2015 genehmigten die Behörden die Entwicklungspläne für die erste Bauphase des Feldes Johan Sverdrup. Weitere Baumaßnahmen wurden im Jahr 2019 mit der Auflage genehmigt, eine Flächenlösung zur Versorgung der Felder Sverdrup, Grieg, Aasen und Krog mit Landstrom zu schaffen. 2017 forderte das Ministerium für Petroleum und Energie die Betreiber und die beteiligten Unternehmen dieser vier Feldern auf, die Gebietsslösung zu nutzen.

Sleipner soll ab dem Start der Flächenlösung im Jahr 2022 Strom vom Land erhalten, teilt das Ministerium für Petroleum und Energie mit. Die Felder Gudrun, Utgard, Sigyn und Gungne beziehen ihre Energie aus Anlagen im Sleipner-Feld und würden durch diese Lösung künftig auch mit Landstrom versorgt. Darüber hinaus werde der Strom- und Wärmebedarf des gesamten Grieg-Feldes mit Strom von Land gedeckt. Die Grieg-Anlage werde auch das Solveig-Feld versorgen.

Die Felder, die aus der Gebietslösung Landstrom beziehen, werden von Equinor, Lundin und Aker BP betrieben. Darüber hinaus halten Petoro, Total, OMV, Wintershall, Spirit Energy, Neptune Energy, OKEA, KUFPEC, PGNiG, ExxonMobil, Lotos und Repsol Beteiligungen in einem oder mehreren der relevanten Bereiche.

Die bei Sleipner vorzunehmenden Änderungen, um das Feld an Landstrom anzubinden, werden vom NOx -Fonds unterstützt. Dieser Fonds stellt bis zu 430 Millionen NOK zur Verfügung, um die teilweise Elektrifizierung von Sleipner und die Anbindungen zu realisieren. Im zweiten Quartal 2020 wollen die Sleipner-Lizenzpartner eine endgültige Investitionsentscheidung treffen.

„Diese Initiative ist ein weiteres Beispiel für die gute Zusammenarbeit der Branche mit den norwegischen Behörden, um die ehrgeizigen Ziele zur Emissionsreduzierungen auf dem norwegischen Festlandsockel zu erreichen“, sagt Arne Sigve Nylund, Executive Vice President für Development & Production Norway bei Equinor.

Unternehmen, die auf dem norwegischen Festlandsockel aktiv sind, müssen entsprechend des Europäischen Emissionshandelssystems (EHS) und norwegischer Vorgaben CO2-Steuern zahlen und Emissionszertifikate erwerben. Durch ihre Teilnahme am EHS trügen die Unternehmen auf dem norwegischen Festlandsockel dazu bei, die Emissionen aus den quotenbezogenen Sektoren in Europa bis 2030 um 43 Prozent gegenüber 2005 zu senken, heißt es in Mitteilung des Energieministeriums. Durch die Klimapolitik der Regierung hätten die Unternehmen auf dem norwegischen Festlandsockel ein starkes Eigeninteresse an der Umsetzung kleiner und großer Maßnahmen, die zu geringeren Emissionen führen.

„Der norwegische Festlandsockel (NCS) ist führend bei der Förderung von Öl und Gas mit geringen Treibhausgasemissionen. Indem wir die teilweise Elektrifizierung von Sleipner- und Anbindungsfeldern ermöglichen, nutzen wir die flächendeckende Lösung für die Stromversorgung von der Küste bis zum Utsira-Hügel maximal aus, um die Emissionen aus dem NCS weiter zu reduzieren“, sagt Anders Opedal, Executive Vice President für Technology, Projects & Bohren in Equinor.

Während der Entwicklung des ersten Bauabschnitts des Johan-Sverdrup-Feldes wurde ein Stromkabel mit einer Leistung von 100 MW von Kårstø in Rogaland nach Sverdrup verlegt. Dieses wurde in der zweiten Jahreshälfte 2018 in Betrieb genommen und lieferte damit bereits ein Jahr vor Produktionsbeginn am 5. Oktober 2019 Landstrom an das Feld.

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