NVE: Ambitionierte EU-Klimapolitik beeinflusst norwegische Strompreise

Prognose der Entwicklung des Strompreises (øre/kWh)©NVE-Marktstudie Strompreise

Oslo, 16. Oktober 2019. Die ambitionierte Klimapolitik der EU beeinflusst die Strompreise in Norwegen. Höhere Quotenpreise werden die Strompreise in der EU in den nächsten Jahren in die Höhe treiben, aber ein starker Ausbau erneuerbarer Energien in den nordischen Ländern wird den Preisanstieg in Norwegen dämpfen. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Norwegische Direktion für Wasserressourcen und Energie NVE in ihrer Langzeit-Strommarktanalyse 2019-2040.

“Seit 2017 hat sich der Kontingentpreis in der EU vervierfacht. Ein höherer Preis für Klimakontingente in der EU trägt zu höheren Strompreisen in Norwegen bei”, erklärt NVE-Direktor Kjetil Lund. “In den meisten europäischen Ländern wird die Kohlekraft bis 2040 wahrscheinlich verschwinden. Gleichzeitig werden wir einen starken Ausbau der Wind- und Solarenergie erleben. Dies wird zu geringeren Treibhausgasemissionen, aber auch zu stärkeren Schwankungen der Strompreise führen.”

In den nordischen Ländern werde es zu großflächigen Entwicklungen erneuerbarer Energien kommen, sagt die Studie voraus. Bis 2040 könnten in den nordischen Ländern bis zu 100 TWh neu produziert werden. Die Wasserkraft werde nach wie vor das Rückgrat des nordischen Energiesystems bilden, der größte Teil der Neuentwicklung werde jedoch die Windenergie in Schweden und Dänemark liefern. Der starke Ausbau neuer Stromquellen werde dazu beitragen, die Preiserhöhungen in Norwegen einzudämmen.

In Norwegen sei die künftige Entwicklung der Windenergie ungewiss. In dem Marktausblick werden daher verschiedene Szenarien für den Ausbau der Windenergie vorgestellt. In einem Szenario werden keine Lizenzen mehr für Onshore-Windenergie vergeben, in einem anderen Szenario wird Windenergie entwickelt, für die es einen Markt gibt. “Ein klares Ergebnis der Analyse zeigt, dass mit mehr Windkraft auch der Strompreis in Norwegen niedriger sein wird”, sagt Lund. “Der Stromverbrauch in Norwegen wird in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich um 25 TWh steigen.” Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Reduzierung der Treibhausgase vor allem durch eine umfassende Elektrifizierung der Gesellschaft erreicht werden soll.

Präsentiert wird die Studie auf der Konferenz Norwegens Energietage am 17. und 18. Oktober in Oslo, Fornebu. Die Konferenz kann hier verfolgt werden.

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