20. Willy-Brandt-Preis an Erik Fosnes Hansen und Marie-Theres Federhofer verliehen

V.l.n.r.: Trine Skei Grande, Franz Thönnes, Erik Fosnes Hansen, Marie-Theres Federhofer, Heidemarie Wieczorek-Zeul und Sverre Myrli. @Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung

Frankfurt/Main, 16. Oktober 2019. Im Ehrengastpavillon „Norwegen“ der Frankfurter Buchmesse wurde heute der 20. Willy-Brandt-Preis der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung verliehen. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr der sowohl in Deutschland als auch international erfolgreiche Autor Erik Fosnes Hansen und die Literaturwissenschafltlerin Marie-Theres Federhofer. Sie lehrt seit 2008 als Professorin für deutsche Literatur und Kulturstudien an der Universität Tromsø und ist Inhaberin der norwegischen Henrik-Steffens-Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Der Vorstand der Stiftung mit seinen beiden Co-Vorsitzenden Sverre Myrli, Mitglied des Stortings, und Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär a.D., begründete die Entscheidung für die Preisträger mit deren engagierter Arbeit, bei der sie einem breiten Publikum Kenntnisse über das jeweils andere Land nahebringen und somit maßgeblich zu einer weiteren Vertiefung der bilateralen Beziehungen beitragen.

In ihrer Laudatio lobte Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung a.D., Erik Fosnes Hansen für dessen Vermittlung zwischen den Sprachen beider Länder. Er habe das gegenseitige Interesse an der jeweils anderen Sprache geweckt und sich stets darum bemüht, den „norwegischen Landsleuten die Angst vor der deutschen Sprache zu nehmen.“ Sie unterstrich das Engagement des Preisträgers als Initiator des deutsch-norwegischen Literaturfestivals vom April 2019 in Oslo und seinen unermüdlichen Einsatz, „die norwegische Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse zum Erfolg zum führen”.

Die norwegische Ministerin für Kultur und Gleichstellung Trine Skei Grande dankte in ihrer Rede Marie-Theres Federhofer für deren Öffnung von Einsichten in die norwegisch-deutsche Wissenschaftsgeschichte. „Diese Erkenntnisse über die gemeinsamen Historie sind von größter Bedeutung für den Umgang mit der Gegenwart“, so Skei Grande. Als beispielhaft würdigte sie die Forschungen der deutschen Literaturwissenschaftlerin zu Jacob Nicolai Wilse, eine der führenden Persönlichkeiten in der Entstehung der Universitätsbewegung Norwegens im späten 18. Jahrhunderts.

Erik Fosnes Hansen bedankte sich in perfektem Deutsch für die Auszeichnung. Er erinnerte an den damals 19-jährigen Willy Brandt, der 1933 als politischer Flüchting nach Norwegen ging, und würdigte dessen Einsatz für die deutsch-norwegische Freundschaft. „Ich bin stolz und zutiefst bewegt, einen Preis zu bekommen, der seinen Namen trägt.“ Fosnes Hansen, der zwei Jahre in Stuttgart studiert hatte, sprach von seiner Lebensaufgabe, „für deutsche Kultur in Norwegen wie auch für norwegische Literatur in Deutschland zu wirken. Ich nehme diesen Preis mit Dankbarkeit an.“

In ihren Dankesworten hob Federhofer die Bedeutung der Preisverleihung auf der Buchmesse hervor. „Hier werden Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit bestätigt und ausgerufen. Es sind dies Werte, die Norwegen und Deutschland gemeinsam teilen“, so die Preisträgerin. Auch erinnerte sie an den Philosophen und Schriftstellers Henrik Steffens, der als in Berlin lebender Norweger im 19. Jahrhundert engagierter Kulturvermittler zwischen Deutschland und Skandinavien war.

Der Willy-Brandt-Preis wird jährlich verliehen und besteht aus einer Willy-Brandt-Büste des norwegischen Bildhauers Nils Aas sowie einer Ehrenurkunde. An der Verleihung nahmen auch der norwegische Botschafter in Deutschland Petter Ølberg und der deutschen Botschafter in Norwegen Alfred Grannas teil.

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