Norwegen so reich wie nie zuvor


Nettoforderungen der öffentlichen Verwaltung in Prozent des BIP©SSB.no

Oslo, 30. September 2019. Norwegen verfügt über ein Nettovermögen, das etwa dreimal so groß ist wie das erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt. Zum Ende des zweiten Quartals 2019 standen Norwegen (Staat und lokale Behörden) 12.444 Milliarden NOK (ca 1.245 Milliarden Euro) zur Verfügung. Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf 1.544 Milliarden NOK, so dass unter dem Strich 10.900 Milliarden Euro zu Buche standen. Damit war Norwegen so reich wie nie zuvor. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Vermögen des Landes um 751 Milliarden NOK oder 7,4 Prozent. 

406 Milliarden NOK des Vermögenszuwachses stammen aus erzielten Überschüssen der Gewinn- und Verlustrechnung der öffentlichen Verwaltung, den sogenannten Nettofinanzinvestitionen. Der Rest des Anstiegs ist auf Wechselkurs- und Wechselkursgewinne sowie andere Neubewertungen zurückzuführen, zum Beispiel auf die Investitionen der staatlichen Pensionskasse Government Pension Fund Global in ausländische Finanzmärkte. 

Das Vermögen Norwegens überstieg das BIP erstmals im Jahr 2004. 2013 erreichte es den doppelten Wert des BIP und liegt nun beim dreifachen Wert.

Entsprechend dem Wachstum des GPFG seien Wechselkursänderungen an den Wertpapier- und Devisenmärkten nach und nach für die Vermögenssteigerung von größter Bedeutung geworden, heißt es in der Übersicht der Statistikbehörde. 

Während die Erdölaktivitäten und der internationale Aktienmarkt dem Staat im Laufe der Zeit ein großes Vermögen eingebracht haben, hat die kommunale Verwaltung ihre Verschuldung vervielfacht. Ende 2018 belief sich die Gesamtverschuldung der Gemeindeverwaltung auf 632 Milliarden NOK. Das Schuldenwachstum ist nach Angaben der Statistikbehörde hauptsächlich auf erhöhte und kreditfinanzierte Investitionsaufwendungen zurückzuführen.

Der Öffentliche Gesamthaushalt Deutschland (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) wies gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich (Kreditinstitute sowie sonstiger inländischer und ausländischer Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland) zum Jahresende 2018 ein Finanzvermögen von 963,8 Milliarden Euro auf. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hat sich damit das Finanzvermögen gegenüber den revidierten Ergebnissen zum Jahresende 2017 um 3,1 Prozent beziehungsweise 28,6 Milliarden Euro erhöht. 

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