ESRB warnt vor Schwachstellen auf dem norwegischen Wohnungsmarkt

Viele Norweger verschulden sich hoch zum Kauf von Eigentumswohnungen.©Theodor Falkner

Oslo/ Frankfurt am Main, 24. September 2019. Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) hat vor Schwachstellen auf dem norwegischen Markt für Wohnimmobilien gewarnt, die eine Quelle für Systemrisiken darstellen. Neben Norwegen warnte der ESRB die Tschechische Republik, Deutschland, Frankreich und Island. Empfehlungen erhielten die zuständigen Minister von Belgien, Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Finnland und Schweden. Einbezogen in die Bewertung waren alle EU-Mitgliedstaaten und die Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes EWR. 

Der Bericht schreibt zu Norwegen:”Die Haushaltsverschuldung ist im internationalen Vergleich und gegenüber den Vorjahren sehr hoch und hat in den letzten zehn Jahren stetig zugenommen. Darüber hinaus ist ein großer Teil der Kredite zu unterschiedlichen Zinssätzen vergeben, was Haushalte auch für Zinserhöhungen anfällig macht. Stresstests haben jedoch gezeigt, dass  Kreditnehmer im Falle eines Zinsschocks im Allgemeinen in der Lage sein würden, die normalen Lebenshaltungskosten zu decken. Daher könnte das Risiko potenzieller Ausfälle aufgrund von Zinserhöhungen begrenzt werden.”

“Die Einschätzungen des ESRB stimmen weitgehend mit unseren eigenen Einschätzungen überein“ erklärte Finanzministerin Siv Jensen. Die hohe Verschuldung der privaten Haushalte und die hohen Immobilienpreise machten die norwegische Wirtschaft anfällig. Dies unterstreiche die Bedeutung der Maßnahmen zur Sicherung der Solidität der Banken und zur nachhaltigeren Entwicklung der Verschuldung der privaten Haushalte.

Die in der ESRB-Bewertung hervorgehobenen Hauptanfälligkeiten seien mittelfristiger Natur und beziehen sich auf eine hohe oder steigende Verschuldung der privaten Haushalte und die Fähigkeit der privaten Haushalte, ihre Hypothekenschulden zu tilgen, die Zunahme der Hypothekenkredite und die Lockerung der Kreditvergabestandards sowie die Bewertung oder die Preisdynamik von Wohnimmobilien, heißt es in einer Mitteilung der ESRB.

Ausführliche Informationen zur Bewertung des ESRB enthält der ESRB-Bericht „Schwachstellen in den Wohnimmobiliensektoren der EWR-Länder“, der zusammen mit den Warnungen und Empfehlungen veröffentlicht wurde. Die Bewertung von Schwachstellen basiert auf verfügbaren Daten und deckt Entwicklungen bis Ende März 2019 ab.

Lesen Sie hier die ESRB-Warnung zum norwegischen Wohnungsmarkt.

Finden Sie hier das Antwortschreiben der Finanzministerin an den ESRB.

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